Ich habe die Zahlen noch im Kopf, kann mich noch genau daran erinnern. 1973 machte ich meinen Autoführerschein. Bin brav hin gegangen zum theoretischen Unterricht, habe zu Hause auch gelernt, hatte 5 Stunden Fahrunterricht und ca. 15 Minuten Prüfungsfahrt und fertig. Kosten ca. 350 DM. Damit bin ich prima zurecht gekommen, denn das Fahren lernt man ja erst im richtige Leben. Habe nie Punkte kassiert, nur ein paar kleinere Knöllchen.
Aktuell muss wohl ein Sparvertrag aufgelöst oder ein Kredit aufgenommen werden oder man hat eine wohlhabende Oma. 3.000 bis über 4.000 Euro sind heute fällig. In D‑Mark möchte man das nicht ausrechnen. Und was soll das? Ist die Ausbildung wirklich so viel besser geworden? Können die jungen Leute tatsächlich um ein vielfaches besser fahren?
Zwangsstunden blähen die Kosten künstlich auf. Die Fahrlehrer sollten, wie früher, entscheiden können, wann jemand für die Prüfung bereit ist. Und dass die Kosten je nach Bundesland und zwischen Stadt und Land völlig unterschiedlich sind ist ja ohnehin klar.
Nun geht man das Thema aber richtig an. Ziel ist die Kosten zu senken und klug wie man ist, macht man dieses Vorhaben auch frühzeitig öffentlich. Dadurch gehen die Anmeldezahlen dramatisch zurück, da viele jetzt auf die angekündigte Reduzierung warten.
Der Umfang der Prüfungsfragen soll zusammengestrichen werden, der Theorieunterricht soll nun auch online möglich sein und die Pflichtsonderfahrten will man auch reduzieren.
Und wie in der Spielhalle sind auch Fahrten an einem Simulator möglich. Und eine ganz geniale Idee ist das betreute Fahren durch nahe Angehörige. Auf einem Verkehrsübungsplatz mag das ja ok. sein aber wirklich im Straßenverkehr? Der Betreuer, also der Beifahrer, hat doch gar keine Möglichkeit einzugreifen, zu bremsen oder irgendwie zu helfen. Und eine Ausbildung oder Befähigung hat er auch nicht.
Mal sehen was sich die Fachleute da ausdenken.
Noch eine schöne Anekdote: Ich sitze 1973 in der Fahrschule und warte, mit einigen anderen, auf den Prüfungstermin. Damals hatte man ja noch nichts zu tun außer eben zu warten und ein Schwätzchen zu halten. Unbegreiflich – alle ohne Handy!
Ich schaue so rum und entdecke, dass ich in „Schluffen“ also in Hausschuhen zur Fahrschule gegangen bin. Nun traue ich mich natürlich nicht nach Hause zu gehen um festes Schuhwerk anzuziehen. Man weiß ja nicht wann man mit der Prüfung an der Reihe ist. Und so findet die Prüfung eben mit diesen Schluffen statt. Offenbar lag es an dem guten Pedalgefühl, dass das so fein funktioniert hat.
Foto: Walter Schubert


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