Ein neuer Trend bahnt sich an. Noch nicht bei uns, noch nicht in Europa oder in Amerika. Aber in China – unserem großen Vorbild in Sachen Elektro-Mobilität. Dort landen immer mehr Elektrofahrzeuge nach zwei oder drei Jahren auf dem Schrott. Die Technik ist in dieser Zeit längst veraltet, die Qualität ist eher mittelmäßig und ein Ersatzakku steht in keiner Relation zum Fahrzeugwert. Aktuell werden Kompaktwagen für knapp 20.000 Euro angeboten – Tendenz fallend. Ist dann eine neue Batterie für 10.000 Euro fällig, greifen die Besitzer lieber gleich zu einem Neuwagen.
Rund 200(!) Fahrzeughersteller werden für China genannt und die stehen in einem gnadenlosen Preiskampf. Der Fahrzeugkauf ist meist ein Bargeschäft, Finanzierung oder Leasing nicht sehr verbreitet und ein Gebrauchtwagenmarkt existiert so gut wie gar nicht.
Nachhaltig oder umweltschonend ist dies sicher nicht. Aber das stört in China nun wirklich niemanden. Eine stetige und steigende Produktion von Waren aller Art ist das wichtigste. Qualität, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit – alles Fremdworte. (von 12 getesteten Temu-Elektro-Geräten hätten 11 in Deutschland gar nicht verkauft werden dürfen). Giftstoffe in Textilien oder in Spielwaren sind längst bekannt. Auch bekannt: es passiert so gut wie nichts, schließlich will man es sich ja nicht mit China verderben.
Und da wir ja gerne gute Ideen aufgreifen schafft die EU eine neue Fahrzeugklasse, genannte „M1E-Klasse“. Diese Fahrzeuge müssen einen Elektroantrieb haben, in der EU produziert werden und dürfen nicht länger als 4,20 Meter sein. Wichtig für geringe Entwicklungskosten und Planungssicherheit der Hersteller ist eine 10-jährige Regelstabilität. In dieser Zeit müssen keine Anpassungen von neuen Assistenzsystemen vorgenommen werden. Auch wichtig: Jedes dieser neuen Autos werden für die Hersteller wie 1,3 verkaufte Autos bewertet. Nicht unbedingt gut für das Klima aber gut für die CO2-Klimabilanz der Hersteller. Woher die vielen Akkus kommen sollen hat die EU nicht erklärt. (vielleicht aus China?)
Richtig preiswerte kleine Elektroautos gibt es derzeit nicht aber Neuheiten stehen in den Startlöchern. So soll im Oktober 2026 ein Nachfolgemodell der legendären Ente, dem Citroen 2CV, für unter 15.000 Euro vorgestellt werden, produziert in Italien. Und da Citroen zum Stellantis-Konzern gehört, u.a. mit Fiat, Peugeot, Opel, Jeep etc. könnte die Preiswert-Plattform / ‑Technik auch für andere Marken verwendet werden.
Vielleicht wird ja auch etwas gutes daraus. Viele beliebte Kleinwagen wurden eingestellt da sie sich für die Hersteller nicht rechnen. So sind zum Beispiel Ford Fiesta oder VW Lupo verschwunden. Mal sehen wie es wird und was wir daraus machen.
Bild: Walter Schubert


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