Unter dieser Rubrik haben Menschen aus Wermelskirchen die Möglichkeit, ihre persönliche Sicht auf unsere Stadt zu teilen. Dafür haben wir zehn kurze Fragen zusammengestellt, die einen ehrlichen und vielfältigen Eindruck davon vermitteln sollen, wie Wermelskirchen im Alltag, im Wandel und mit Blick in die Zukunft erlebt wird.
Die Antworten können gerne kurz gehalten werden – Stichpunkte reichen völlig aus.
Melde dich gerne unter info@forumwk.de und teile deine ganz persönlichen Antworten mit uns.
Heutige Teilnehmerin: Andrea Sax

- Was bedeutet Wermelskirchen für dich persönlich?
Es ist mein Geburtsort, ich bin hier aufgewachsen, habe meine Ausbildung hier gemacht und bin – nach einigen Jahren Lennep und Remscheid – mit meiner kleinen Familie wieder hierhin gezogen. Wermelskirchen ist der Blumentopf für meine Wurzeln . - Was läuft hier richtig gut – und was gar nicht?
Mir gefällt das vielfältige Angebot für unsere Bürger. Die Katt bietet Kultur, Kinder- und Jugendangebote, Flohmärkte uvm. Die Kirchengemeinden engagieren sich sehr und bieten ein großes Portfolio an Angeboten für alle Altersgruppen. Chöre, Veranstaltungen, CVJM – Angebote von Disco bis WermelsCon. Die “Stadt” bietet Vielfalt für Senioren. An Freizeitangeboten mangelt es nicht. Die große Hilfsbereitschaft der Bürger zeigt sich zB beim Wunschbaum an Weihnachten. Positiv ist die inzwischen kostenfreie Abholung vom Sperrmüll. Ungut finde ich die Abfallbeseitigung von Altglas und Altkleider, da bedarf es einer häufigeren Leerung. Auch der Zustand unserer Straßen besorgt mich, gerade als Zweiradfahrer muss man im Slalom geübt sein, um nicht durch tiefe Schlaglöcher zu brettern. - Was würdest du sofort ändern, wenn du könntest?
Mehr Sitzplätze aufstellen, gerne so nett wie am Markt. Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit freuen sich, einfach irgendwo sitzen zu können. Es lädt zum Gespräch ein oder einfach nur verweilen und “glotzen”. - Dein Lieblingsort in Wermelskirchen – und warum?
Da gibt es 2. Zuerst der Markt, mir gefällt das bunte Treiben dort und die Möglichkeit, einfach zu sitzen und zu schauen. Dann der Stadtfriedhof mit seinen alten, schönen Bäumen. Da ist es ruhig und man kann die Vögel hören. - Was fehlt dir in der Stadt am meisten?
Positive Grundhaltung der Dellmänner. Den Fokus auf das Gute legen statt das Fehlende oder vermeintlich Schieflaufende immer wieder zu betonen. Am liebsten würde ich jedem Dellmann eine Tüte Lebenslust und Lebensfreude schenken. - Wie hat sich Wermelskirchen in den letzten Jahren verändert?
Leider wird das Stadtbild (und hier meine ich nicht die Menschen!) immer eintöniger. Der Bergische Charme geht immer mehr verloren. Schiefer, Fachwerk, grüne Schlagläden und Haustüren verschwinden immer mehr und stattdessen begegnen mir einheitsgraue Neubauten. Das schmerzt mein Heimatherz. - Was sollten Außenstehende unbedingt über Wermelskirchen wissen?
In der Weihnachtszeit haben wir eine tolle Innenstadtbeleuchtung. Wermelskirchen ist vielseitig, weil es vom Einkaufszentrum bis zur Straußenfarm, vom Kulturzentrum KATT bis zum Wanderweg nach Altenberg oder Müngsten so viel zu entdecken gibt. - Was nervt dich hier manchmal richtig?
Politisches Gerangel. Statt gemeinsam nach Besserungen zu suchen entsteht bei mir ganz stark der Eindruck, hier geht’s nur um Profilierung und “die Gegenpartei” in möglichst schlechtem Licht darzustellen. Das nervt unfassbar. Nicht sabbeln, machen. - Wo siehst du die Zukunft der Stadt?
Ich bin optimistisch. Es gibt noch immer viele engagierte Menschen, die tolle Ideen haben und diese auch umsetzen. Ob es nun der Kräutergarten an der EV. Stadtkirche ist (Dank an den BUND), das neue Hallenbad (hoffentlich barrierefrei erreichbar) oder der Umbau der Hüppanlagen. Solange auch wirklich was passiert, bleib ich guter Dinge. - Warum lebst du (noch) hier?
Weil hier mein soziales Netz ist. Viele Menschen kennen mich, einige davon mögen mich, ich kenne mich aus und fühle mich sicher. Außerdem bin ich glücklich in meiner Bauverein – Wohnung und dankbar, in der Genossenschaft einen wohlwollenden, fairen Vermieter zu haben.
Vielen Dank Andrea Sax
Beitragsbild: Klaus Ulinski


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