Beitrag von der Webseite der Stadt Wermelskirchen
Etwa 100 Bürgerinnen und Bürger sind in der vergangenen Woche der Einladung der Stadt Wermelskirchen gefolgt, um sich im Bürgerzentrum Einblicke über den aktuellen Stand der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) geben zu lassen, um zu diskutieren und Fragen zu stellen. Bürgermeister Bernd Hibst stellte in seiner Begrüßung gleich fest: „Kommunale Wärmeplanung ist ein großer Begriff für etwas eigentlich ganz Alltägliches. Ganz einfach erklärt bedeutet es: Wie heizen wir unsere Häuser und Wohnungen in der Zukunft? Und zwar so, dass es auch im tiefsten Winter zuverlässig ist, dabei auch bezahlbar und außerdem klimafreundlich.“
Die Ergebnisse der Analyse seien noch kein Masterplan, würden aber wichtige Hinweise für die nächsten Schritte geben, so der Bürgermeister, der gleich darauf hinwies, dass es eine weitere Veranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen in der Stadt geben wird, bei denen sich die Bürgerinnen und Bürger umfangreich über das Thema informieren können.
Bei der Veranstaltung im Bürgerzentrum stellten Dr.-Ing. Christian Möller (BMU Energy Consulting, Wuppertal) und Christopher Kanski, Abteilungsleiter Netzmanagement/Technischer Service der BEW Bergische Energie- und Wasser-GmbH, die Analyseergebnisse vor. Möller betonte, dass die Kommunale Wärmeplanung „keine unmittelbare Verpflichtung für einzelne Haushalte bedeutet, sondern einen Orientierungsrahmen für langfristige Investitionen bietet.“
Die wichtigsten Fakten für Wermelskirchen: Von den insgesamt 9051 beheizten Gebäuden in der Stadt sind 6975 Einfamilienhäuser. Dazu kommen 748 Reihenhäuser, 495 Mehrfamilienhäuser, 426 große Mehrfamilienhäuser sowie 407 Nicht-Wohngebäude. 135 Gebäude sind Baudenkmäler. Aktuell basiert die Wärmeversorgung zu 90,1 Prozent auf Erdgas und Heizöl. Erneuerbare Energien – etwa strombasierte Heizsysteme und Biomasse – decken 9,9 Prozent ab.
Diese Analyse ist wichtig für die weiteren Planungen. Nach Einschätzung der BMU wird künftig ein großer Teil der Gebäude mit Wärmepumpen beheizt werden. Gleichzeitig wird geprüft, ob ein Wärmenetz – insbesondere unter Einbeziehung öffentlicher Gebäude – wirtschaftlich machbar ist. „Durch den durch die Bundesregierung beschlossenen Ausstieg aus fossilen Energieträgern wird das Gasnetz vermutlich stark an Bedeutung verlieren. Im gleichen Maße wird das Stromnetz aufgrund des Zubaus erneuerbarer Energien sowie der starken Zunahme strombasierter Heizungssysteme an Bedeutung gewinnen und weiter ausgebaut“, so Christopher Kanski.
Bei der Bestandsanalyse kam auch heraus, dass in Wermelskirchen 38 Prozent der Heizungen älter als 20 Jahre sind. „Frühe Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung helfen dabei, Entscheidungen für den Kauf einer neuen Heizung zu treffen, wenn es soweit ist.“ Das bestätigten auch drei Schornsteinfeger, die bei dem Infoabend im Bürgerzentrum anwesend waren. Ihr Rat: „Niemand muss jetzt die Heizung tauschen. Aber die Heizung hat ein Ablaufdatum“, sagen sie. „Sprechen Sie bei Fragen Ihren Schornsteinfeger an. Die meisten von uns sind auch Energieberater, kennen Ihre Häuser und was am besten geeignet ist.“ Ziel der Kommunalen Wärmeplanung ist auch, die günstigste Lösung für alle zu finden und jetzt schon für die Zukunft zu planen. Denn: Die Wärmeversorgung wird ein zentrales Thema der kommenden Jahre sein.
Für das zweite Quartal 2026 sind in den Städten Hückeswagen, Wermelskirchen und Wipperfürth, die die Kommunale Wärmeplanung gemeinsam umsetzen, größere Veranstaltungen mit Messecharakter geplant. Dabei sollen sich Bürgerinnen und Bürger direkt mit Fachleuten und dem örtlichen Handwerk zur individuellen Lösung für ihr eigenes Gebäude austauschen können.
Übrigens: Auch der im Dezember gegründete „Energiestammtisch“ in Wermelskirchen kann helfen, wichtige Informationen zum Thema zu sammeln. Ralf Rauchel, Henning Bever und Kai Haas haben den Energiestammtisch ins Leben gerufen, damit Bürgerinnen und Bürger über die Nutzung regenerativer Energien diskutieren und sich austauschen können. In erster Linie geht’s bei den Treffen auch darum, was an Lösungen im privaten Bereich machbar und sinnvoll ist. Der nächste Termin ist am Dienstag, 17. Februar, um 19 Uhr im Vereinshaus „Kleine Linde“ in Dabringhausen.
Der Zwischenbericht zur Kommunalen Wärmeplanung mit 62 Seiten ist bereits hier abrufbar.
Bericht und Foto: Stadt Wermelskirchen / Kathrin Kellermann


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