Manchmal kommt eine E‑Mail, die alles für einen Moment stillstehen lässt. Gestern Nachmittag war genau so ein Moment: Die Nachricht, zu den 100 mit dem Deutschen Buchhandlungspreis 2025 ausgezeichneten Buchhandlungen zu gehören, sorgte bei den Mitarbeitenden der Buchhandlung Van Wahden und auch bei Gabriele Van Wahden für echte Freudentränen.
Die offizielle Verleihung durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer findet am 19. März 2026 im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt. Für das Team ist es bereits die vierte Auszeichnung nach 2017, 2021 und 2023 – ein beeindruckendes Zeichen dafür, wie viel Herzblut, Ausdauer und kulturelles Engagement hier Tag für Tag in die Arbeit fließen.
Doch wer die Buchhandlung Van Wahden kennt, weiß: Dieser Preis gehört nicht nur dem Team hinter dem Tresen. Er gehört genauso den Menschen, die durch die Tür kommen, stöbern, diskutieren, entdecken. Und er gehört den vielen Partnerinnen und Partnern, die das kulturelle Leben vor Ort mittragen – besonders jenen, die sich für Sprach- und Leseförderung starkmachen. Eine lebendige Buchhandlung ist eben immer ein Gemeinschaftsprojekt.
Anstoßen auf Literatur – und auf gute Nachrichten
Wie passend, dass die Auszeichnung genau an einem Abend gefeiert werden konnte, der sinnbildlich für diese Zusammenarbeit steht. Seit vielen Jahren verbindet die Buchhandlung eine enge Kooperation mit der Kulturinitiative Wermelskirchen e.V.. Gemeinsam mit dem Team vom Haus Eifgen wird dort regelmäßig die Veranstaltungsreihe Lit.Im.Eifgen auf die Beine gestellt.
Und ausgerechnet bei einem dieser Abende durfte auf die große Nachricht angestoßen werden – gemeinsam mit Publikum, Veranstaltenden und langjährigen Wegbegleiter:innen. Ein schöneres Umfeld hätte es für diesen Moment kaum geben können.
Ein Thriller, der unter die Haut ging
Der literarische Teil des Abends hatte es allerdings in sich. Nach mehreren Anläufen war es endlich gelungen, den Wuppertaler Autor Andreas Schmidt nach Wermelskirchen zu holen. Und das Warten hat sich mehr als gelohnt.
Schmidt präsentierte den Auftakt seiner neuen Bergischen Krimireihe als atmosphärische Hörspiel-Lesung. Schnell wurde klar: „Hass ist meine Liebe“ ist kein gemütlicher Regionalkrimi für zwischendurch, sondern ein Thriller der härteren Gangart.
Rund 50 Gäste erlebten einen Mord gleich doppelt intensiv – zunächst aus der Perspektive des Opfers, dann aus der Gedankenwelt des Täters. Beklemmend, direkt, nichts für schwache Nerven. Während einige hörbar schluckten, genossen andere genau dieses Maß an Spannung.
Zwischendurch lockerte der Autor die düstere Stimmung auf, plauderte aus dem Nähkästchen über seine Arbeit und stellte das Ermittlerteam der Reihe vor. Kaum hatte man wieder festen Boden unter den Füßen, zog er das Publikum erneut hinab in die Abgründe des Verbrechens.
Das Fazit des Abends? Wunderbar grauslig. Und genau richtig für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben wollen.
Infos zum Buchhandlungspreis und den anderen Nominierten findet ihr hier: Deutscher Buchhandlungspreis 2025: Staatsminister Weimer gibt Gewinnerinnen und Gewinner bekannt – Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Fotos: Besten Dank an Ulla Dvorak


Schreibe einen Kommentar