Kulturverein setzt auf Gemeinschaft: Crowdfunding soll Abendtheater retten

Der Kul­tur­ver­ein Wer­mels­kir­chen e. V. geht neue Wege – und das aus einer Situa­ti­on her­aus, die vie­le Kul­tur­trä­ger der­zeit nur zu gut ken­nen. Nach mehr als 14 Jah­ren ver­läss­li­cher Unter­stüt­zung hat die Bür­ger­stif­tung der Spar­kas­se ihre För­de­rung deut­lich redu­ziert. Beson­ders hart trifft es das Abend­thea­ter: Die Zuschüs­se wur­den stark gekürzt und sol­len ab 2027 voll­stän­dig ent­fal­len.

Für das kul­tu­rel­le Leben in Wer­mels­kir­chen ist das ein Ein­schnitt mit Signal­wir­kung.

Keine höheren Preise – aus Rücksicht aufs Publikum

Nahe­lie­gend wäre gewe­sen, die Ticket­prei­se zu erhö­hen, um die ent­stan­de­ne Lücke zumin­dest teil­wei­se auf­zu­fan­gen. Doch genau die­sen Schritt hat der Ver­ein bewusst ver­wor­fen.

„Eine Preis­er­hö­hung hät­te ins­be­son­de­re einen Teil unse­res Publi­kums spür­bar belas­tet“, erklärt der Ver­eins­vor­sit­zen­de Dr. Jür­gen Kus­si. Statt­des­sen setzt der Kul­tur­ver­ein auf Soli­da­ri­tät – und auf die Men­schen, die das Thea­ter vor Ort schät­zen.

Für die Spiel­zeit 2026 wur­de daher ein Crowd­fun­ding ins Leben geru­fen. Ziel ist es, die Finan­zie­rungs­lü­cke zu schlie­ßen, ohne Abstri­che am Pro­gramm oder an der Qua­li­tät machen zu müs­sen. Unter­stüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zer kön­nen frei­wil­lig einen Bei­trag leis­ten – etwa in Höhe einer „gedach­ten“ Preis­er­hö­hung oder auch dar­über hin­aus. Zusätz­li­chen Rücken­wind gibt es von der Volks­bank Ber­gi­sches Land, die jede Spen­de wei­ter för­dert.

Abendtheater besonders bedroht

Wäh­rend für das Kin­der­thea­ter sowie für das im Auf­bau befind­li­che Jugend­thea­ter wei­ter­hin För­der­mög­lich­kei­ten bestehen, sieht die Lage beim Abend­thea­ter deut­lich düs­te­rer aus. Spe­zi­el­le Pro­gram­me für die­ses For­mat sind rar. Damit steht aus­ge­rech­net der Bereich, der sich an ein erwach­se­nes Publi­kum rich­tet und seit Jah­ren fes­ter Bestand­teil des Kul­tur­ange­bots ist, vor einer unge­wis­sen Zukunft.

Soll­ten kei­ne neu­en Finan­zie­rungs­we­ge gefun­den wer­den, ist das Abend­thea­ter in sei­ner bis­he­ri­gen Form ab 2027 ernst­haft gefähr­det.

Jetzt ist die Stadtgesellschaft gefragt

Der Kul­tur­ver­ein ver­bin­det mit dem Crowd­fun­ding mehr als nur eine kurz­fris­ti­ge Finanz­sprit­ze. Es geht um ein Zei­chen: dafür, dass Kul­tur vor Ort kein Selbst­läu­fer ist – und dass sie dann eine Zukunft hat, wenn vie­le mit­tra­gen.

Neben Spen­den ruft der Ver­ein auch dazu auf, Mit­glied zu wer­den oder das Pro­jekt im eige­nen Umfeld wei­ter­zu­emp­feh­len. Jede Form der Unter­stüt­zung hilft, das Thea­ter­le­ben in Wer­mels­kir­chen leben­dig zu hal­ten.

Oder, wie es der Vor­stand for­mu­liert: “Eine star­ke Gemein­schaft ist der Schlüs­sel, um das Abend­thea­ter lang­fris­tig zu erhal­ten.”

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen

Foto: Kul­tur­ver­ein Wer­mels­kir­chen e.V.

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