Rhombus: Warten auf (mehr) Transparenz

Kom­men­tar von Lothar Dähn

Wie gut, dass unse­re Tages­zei­tun­gen am Wochen­en­de das Rhom­bus-Are­al erneut the­ma­ti­siert haben. Es ist rich­tig und wich­tig, die Wer­mels­kir­che­ner Öffent­lich­keit gera­de jetzt – kurz vor dem ent­schei­den­den Beschluss über den Antrag auf För­der­gel­der – über das kos­ten­in­ten­sivs­te Pro­jekt der letz­ten Jahr­zehn­te und wohl auch der kom­men­den Jah­re zu infor­mie­ren. Unse­re Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sol­len wis­sen, wor­auf sie sich ein­stel­len dür­fen, wenn im Som­mer end­lich die Bag­ger rol­len.

Ja, rich­tig: Im Juni ver­gan­ge­nen Jah­res gab es dazu eine gro­ße Prä­sen­ta­ti­on im Bür­ger­saal. Die Bür­ger­meis­te­rin und die Inves­to­ren stan­den auf der Büh­ne, erläu­ter­ten die Pla­nun­gen und gaben Ein­blick in den dama­li­gen Stand des Pro­jekts. Wäh­rend Frau Holt­haus dies pro­fes­sio­nell vor­trug, kräh­te in kur­zen Abstän­den laut und für alle unüber­hör­bar ein Hahn durch den gro­ßen Saal. Sie nahm es mit Humor und ließ sich nicht beir­ren. Das lie­be Tier war vom ört­li­chen Hüh­ner­zucht­ver­ein zur par­al­lel statt­fin­den­den Ver­eins­aus­stel­lung mit­ge­bracht wor­den. War­nen Häh­ne eigent­lich vor Gefahr?

Heu­te lie­gen neue Zah­len vor. Das vor­ge­stell­te Groß­pro­jekt ist um min­des­tens zehn Mil­lio­nen Euro teu­rer gewor­den. Und plötz­lich erin­nern sich man­che an die Fra­gen, die die Pres­se in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren immer wie­der an die Ver­ant­wort­li­chen gerich­tet hat: Wel­che Aus­wir­kun­gen hat die­ses Enga­ge­ment auf ande­re, eben­falls sehr wich­ti­ge städ­ti­sche Vor­ha­ben? Die Kas­se ist nicht nur leer – der Haus­halt ist zudem durch hohe Schul­den belas­tet. Ein Haus­halts­sa­nie­rungs­kon­zept mit all sei­nen unan­ge­neh­men Fol­gen könn­te sich wie­der­ho­len.

Schon vor zwei Jah­ren woll­te der RGA wis­sen, ob bei Schu­len, Kitas, Kran­ken­haus, Stra­ßen­bau und ande­ren zen­tra­len kom­mu­na­len Auf­ga­ben mit Strei­chun­gen oder Ver­schie­bun­gen zu rech­nen sei. Ein hal­bes Jahr spä­ter – ein hal­bes Jahr nach der Prä­sen­ta­ti­on im Bür­ger­saal – wer­den die­sel­ben Fra­gen erneut gestellt, die­sel­ben Beden­ken wie­der­holt.

Wenn die För­der­an­trä­ge ver­ab­schie­det sind, dürf­ten die Wür­fel end­gül­tig gefal­len sein. Jetzt ist die Stun­de für maxi­ma­le Trans­pa­renz und ech­te Bür­ger­nä­he.

Bei­trags­bild: Chat GPT

Kommentare

8 Antworten zu „Rhombus: Warten auf (mehr) Transparenz“

  1. Avatar von Ralf Schöneweiẞ
    Ralf Schöneweiẞ

    Eigent­lich soll­te es für ein Pro­jekt die­ser Grö­ße ein Refe­ren­dum geben. Die Kos­ten sind enorm, der Nut­zen gegen­über and­ren Pro­jek­ten min­des­tens frag­lich.
    Am Ende zah­len die Bür­ger und die Loka­le Wirt­schaft die Zeche ohne wirk­lich gefragt wor­den zu sein. Das The­ma wird so kon­tro­vers dis­ku­tiert, da könn­te sich jeder loka­le Poli­ti­ker fra­gen, ob die fina­le Ent­schei­dung ohne eine Bür­ger­be­fra­gung ver­tret­bar ist.

    Ich bin gespannt was pas­siert.…

    1. Avatar von Marcello Albani
      Marcello Albani

      Der Ansatz der Bür­ger­be­tei­li­gung mit Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten halt ich gene­rell für wich­tig das soll­te nicht nur beim Rhom­bus Rol­len Pro­jekt zum tra­gen kom­men. Das wird aber von links und rechts sicher­lich nicht gewollt sein. Sonst wür­de man Mei­nungs­bil­der der Bür­ger sehen, die nicht in die eige­ne Vor­stel­lung pas­sen.

  2. Avatar von Marcello Albani
    Marcello Albani

    Ich habe hier einen Kri­tik­punkt. Alle Frak­tio­nen im Rat vor der letz­ten Wahl hat­ten sich dar­auf geei­nigt kei­nen Wahl­kampf mit dem Kran­ken­haus zu machen, obgleich die gestar­te­te Peti­ti­on auf die Info-Pflicht der Bür­ger abziel­te. Sie selbst sind von der FDP unter­stützt wor­den das Kran­ken­haus gegen Rhom­bus Rol­len argu­men­ta­tiv auf­zu­wie­gen ist eine sehr belie­bi­ge Argu­men­ta­ti­on.

    1. Avatar von Henning Rehse
      Henning Rehse

      Sehr rich­tig, zudem haben die Finan­zie­rung des Betriebs des Kran­ken­hau­ses und die Finan­zie­rung von Inves­ti­tio­nen nichts mit­ein­an­der zu tun.

      1. Avatar von Lothar Dähn
        Lothar Dähn

        Ja, das ist rich­tig. Ich habe das Kran­ken­haus u.a. auf­ge­zählt. Aber damit kei­nen Wahl­kampf gemacht und auch nicht zu einer popu­lis­ti­schen Peti­ti­on auf­ge­ru­fen! Wer woll­te nicht, dass wir unser Kran­ken­haus behal­ten…?

        1. Avatar von Richard Kranz
          Richard Kranz

          ICH! Ich will eine funk­tio­nie­ren­de medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Der nicht sanie­rungs­fä­hi­ge Beton­klotz aus den 1960er Jah­ren paßt nicht dazu.

          Man muß sau­ber tren­nen zwi­schen der unbe­dingt nöti­gen INSTITUTION und dem anti­quier­ten Bau­werk.

        2. Avatar von Marcello Albani
          Marcello Albani

          Nie­mand hat nach ein­fa­chen Lösun­gen geru­fen, son­dern nach ech­ter Bür­ger­be­tei­li­gung. Wer an einer Stel­le Trans­pa­renz ein­for­dert und sie an ande­rer Stel­le als popu­lis­tisch bezeich­net, misst mit zwei­er­lei Maß.

  3. Avatar von Robert Dahlhoff
    Robert Dahlhoff

    Das ist tref­fend for­mu­liert. Bin gespannt, ob unse­re Par­tei­en mal Stel­lung dazu neh­men. Wenn es um den Wahl­kampf geht, wer­den vie­le Ver­spre­chun­gen gemacht. Nach der Wahl aber wer­den die Wür­fel neu gemischt. Bin gespannt, wer hier Rück­rat zeigt.

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