Teil 11 von 12 + 1
Geschichten, Stimmen und Erinnerungen
Die Geschichte des Bahndamms lässt sich nicht nur über Jahreszahlen, Beschlüsse oder Konflikte erzählen. Sie besteht vor allem aus Erfahrungen – aus einzelnen Momenten, Gesprächen, Begegnungen. Aus Dingen, die selten protokolliert wurden, aber für viele bis heute nachwirken.
Da sind die ersten Konzerte, bei denen kaum jemand wusste, was er tat. Improvisierte Bühnen, geliehenes Equipment, Rückkopplungen statt perfektem Sound. Da sind Nächte, die länger dauerten als geplant, Aufräumaktionen am Morgen danach und Diskussionen darüber, wer eigentlich verantwortlich ist – und warum trotzdem alle geblieben sind.
Viele Erinnerungen kreisen um das Gefühl, Teil von etwas Eigenem zu sein. Der Bahndamm war kein Angebot, das man konsumierte. Er funktionierte nur, weil sich Menschen einbrachten. Wer da war, gehörte dazu – ob an der Theke, hinter dem Mischpult oder einfach als Teil des Publikums.
Gleichzeitig war der Bahndamm nie konfliktfrei. Persönliche Reibungen, politische Differenzen, unterschiedliche Erwartungen prägten den Alltag. Freundschaften entstanden, zerbrachen, wurden später wieder aufgegriffen oder blieben Teil einer bestimmten Lebensphase. Nicht jede Erinnerung ist positiv – und auch das gehört zur Wahrheit.
Besonders prägend war für viele der Umstand, dass im Bahndamm Dinge gelernt wurden, die anderswo kaum Platz hatten: eigenständig Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, Kritik aushalten, Kompromisse finden. Für manche war das entscheidend für den weiteren Lebensweg – beruflich wie persönlich.
Auffällig ist, wie unterschiedlich der Bahndamm erinnert wird. Für die einen war er Schutzraum, für andere Bühne, für wieder andere politischer Ort oder schlicht Treffpunkt. Diese Unterschiedlichkeit widerspricht sich nicht. Sie zeigt vielmehr, wie offen der Raum war – und wie sehr er sich den jeweiligen Menschen anpasste.
Die Chronik, auf der diese Serie basiert, kann diese Vielfalt nur andeuten. Sie sammelt Stimmen ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Manche kommen häufiger vor, andere fehlen ganz. Das ist kein Versäumnis, sondern Ergebnis einer Geschichte, die nie zentral gesteuert wurde.
Gerade in diesen persönlichen Geschichten zeigt sich, was der Bahndamm über mehr als drei Jahrzehnte war: ein Ort, der Spuren hinterlassen hat. Bei Einzelnen, in Gruppen, in der Stadt.
Im fast letzten Teil geht es um die Bilanz:
35 Jahre Bahndamm – und die Frage, was von diesem Ort bleibt.
Bilder: Jugendinitiative Wermelskirchen e. V. / AJZ Bahndamm
Teile der Bahndamm Chronik:
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (1)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (2)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (3)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (4)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (5)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (6)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (7)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (8)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (9)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (10)
-
Bahndamm Wermelskirchen – Eine Chronik in 12 Teilen (11)


Schreibe einen Kommentar