Rauhnächte

Ellen Sand­berg “Rauh­näch­te” – gele­sen und für Sie vor­ge­stellt von Bar­ba­ra Busch von der Buch­hand­lung Mara­bu

“Rauh­näch­te” von Ellen Sand­berg
ISBN: 9783328604372
Erschei­nungs­jahr 11.2025
Gebun­den für 22,00€
erschie­nen im Pen­gu­in Ver­lag

An Hei­lig­abend hört die 22-jäh­ri­ge Pia zufäl­lig ein Streit­ge­spräch ihrer Eltern und erfährt, dass sie im Kin­des­al­ter adop­tiert wur­de. Doch ihre Eltern wei­gern sich, über ihre Ver­gan­gen­heit zu spre­chen. Die unge­klär­ten Fra­gen las­sen Pia kei­ne Ruhe, und so reist sie gegen deren aus­drück­li­chen Rat nach Was­ser­burg am Inn, wo sie ihre ers­ten Lebens­jah­re ver­bracht hat und wo auch ihre Groß­el­tern leben.

In Was­ser­burg stößt Pia jedoch auf eine Mau­er des Schwei­gens. Nie­mand scheint den Namen ihres leib­li­chen Vaters zu ken­nen, und auch um ihre leib­li­che Mut­ter ran­ken sich dunk­le Geheim­nis­se. Außer­dem gibt es jeman­den, der ein gro­ßes Inter­es­se dar­an hat, dass die Ver­gan­gen­heit ruhen bleibt – not­falls auch mit Gewalt. Mit­ten in die win­ter­li­chen Rauh­näch­te gera­ten, eine Zeit vol­ler alter Bräu­che, unheim­li­cher Gestal­ten und tief ver­wur­zel­tem Aber­glau­ben, kommt Pia der Wahr­heit über ihre Her­kunft Schritt für Schritt näher. 

Der Roman lebt von einer dich­ten, düs­te­ren und win­ter­lich-mys­ti­schen Atmo­sphä­re. Erzählt wird auf zwei Zeit­ebe­nen – Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart –, die sich nach und nach immer stär­ker mit­ein­an­der ver­we­ben. Nach einem etwas ruhi­ge­ren Ein­stieg zieht die Span­nung deut­lich an. Fal­sche Fähr­ten und uner­war­te­te Wen­dun­gen sor­gen für anhal­ten­de Span­nung, bis sich die Geschich­te im letz­ten Drit­tel zu einem fes­seln­den Fina­le stei­gert. Die Figu­ren wir­ken authen­tisch und glaub­wür­dig, allen vor­an Pia, deren inne­re Zer­ris­sen­heit und Neu­gier gut nach­voll­zieh­bar sind. Der flüs­si­ge Schreib­stil trägt die Atmo­sphä­re her­vor­ra­gend, auch das Cover passt wun­der­bar zur dunk­len Win­ter­stim­mung.

Für mich ist die­ser Roman ein krö­nen­der Abschluss eines tol­len Lese­jahrs. Ich freue mich schon auf die Neu­erschei­nun­gen von 2026, die ich Ihnen wie­der ans Herz legen kann.

Fotos: Buch­hand­lung Mara­bu

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