Wir bedanken uns bei der Pressestelle der Stadt Wermelskirchen dafür, dass sie unsere Anfrage noch kurz vor Ablauf der von uns gewünschten 14-Tage-Frist beantwortet hat. Die Antworten stellen wir unseren Leserinnen und Lesern nachfolgend vollständig zur Verfügung. Jeder kann sich nun selbst ein Urteil darüber bilden, ob die Fragen tatsächlich umfassend, konkret und nachvollziehbar beantwortet wurden – oder ob an der einen oder anderen Stelle noch Klärungsbedarf besteht.
Eines steht jedoch schon heute fest: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt. Die Wetterdienste kündigen bereits weitere heiße Tage an. Deshalb wird das Thema Hitzeschutz nicht mit einer Presseantwort erledigt sein. Verwaltung und Politik werden sich ihrer Verantwortung auch künftig stellen müssen.
Es geht nicht um Ideologien und schon gar nicht um parteipolitische Debatten. Es geht um den Schutz derjenigen, die den Folgen extremer Hitze besonders ausgesetzt sind: unserer Kinder in Schulen und Kindertagesstätten, unserer Seniorinnen und Senioren sowie kranker und gesundheitlich geschwächter Menschen. Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsprognose mehr, sondern eine Realität, die auch in Wermelskirchen angekommen ist.
Wo technisch sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare Lösungen möglich sind, sollten sie geprüft und – sofern machbar – umgesetzt werden. Dazu gehört selbstverständlich auch, Förderprogramme von Bund und Land konsequent auszuschöpfen, um notwendige Investitionen zu unterstützen. Die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, alle Nutzer nicht klimatisierter städtischer Gebäude dürfen das erwarten.
Wir werden dieses “heiße” Thema weiterhin aufmerksam begleiten, weil Vorsorge eine der wichtigsten Aufgaben kommunaler Verantwortung ist. Entscheidend wird sein, welche konkreten Konsequenzen Rat und Verwaltung aus den Erfahrungen dieses Sommers und den Voraussagen der Wissenschaft ziehen. Daran werden sie sich messen lassen müssen.
Presseanfrage vom Forum Wermelskirchen an die Stadt Wermelskirchen vom 22. Juni 2026
Antworten der Stadt Wermelskirchen in rot
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Forum Wermelskirchen berichtet regelmäßig über kommunalpolitische Themen und veröffentlicht journalistisch-redaktionelle Inhalte. Die nachfolgenden Fragen dienen der Berichterstattung und werden im Rahmen unserer publizistischen Tätigkeit gestellt.
Vor dem Hintergrund der aktuellen sommerlichen Temperaturen bitten wir um Beantwortung der folgenden Fragen zur Containerbauweise an der Gesamtschule Wermelskirchen:
1. Handelt es sich bei den in Containerbauweise errichteten Gebäudeteilen der Gesamtschule um eine vorübergehende Übergangslösung oder um eine dauerhaft vorgesehene Einrichtung?
Der Modulbau war ursprünglich als Übergangslösung geplant. Einhergehend mit der politischen Entscheidung, auf dem Gelände der ehem. Realschule nicht neu zu bauen, wurde auch beschlossen, die Modulbauten weiter zu nutzen.
2. Wurden im Rahmen der Planung dieser Gebäudeteile Maßnahmen zur Beschattung sowie zur Klimatisierung beziehungsweise Kühlung der Räume geprüft oder konzeptionell vorgesehen?
Die Module wurden im Jahr 2019 beauftragt. Zum Hitzeschutz für die Räume wurden als Beschattung Jalousien-Systeme in zweifacher Ausführung installiert. Zusätzlich wurden Ventilatoren angeschafft. Auch bei neuen Gebäuden ist eine Klimaanlage nicht Standard, sondern Lüftungsanlagen.
3. Falls entsprechende Maßnahmen geprüft wurden: Wurde die Installation einer Klimaanlage oder anderer technischer Kühlsysteme verworfen? Falls ja, aus welchen Gründen?
Siehe oben.
4. Sofern Konzepte zur Beschattung oder Klimatisierung vorlagen: Warum wurden diese nicht umgesetzt?
Die Konzepte zur Beschattung sind umgesetzt worden. Siehe oben.
5. Wurde die Möglichkeit geprüft, eine Photovoltaikanlage zur Unterstützung der Stromversorgung einer Kühl- oder Klimaanlage zu installieren? Falls ja, mit welchem Ergebnis?
Bei den Planungen der Modulbauten stand eine PV nicht zur Debatte. Bei der Dachkonstruktion und der Statik wäre das auch schwer möglich. Kein städtisches Gebäude ist mit Klimaanlage ausgestattet.
6. Liegen der Stadt Erkenntnisse darüber vor, ob die Wärmeentwicklung in den Räumen der Containerbauweise an heißen Sommertagen mit der Situation in anderen Schulgebäuden im Stadtgebiet vergleichbar ist? Falls entsprechende Messungen oder Bewertungen vorliegen, bitten wir um Darstellung der Ergebnisse.
In den Schulen obliegt es den Schulleitungen, Entscheidungen über den Unterricht an heißen Tagen zu fällen und ob Hitzefrei gegeben wird oder – wie es das Gymnasium geregelt hat – die Unterrichtsstunden verkürzt werden, damit kein Fach ausfällt, der Unterricht aber dennoch um 11.20 Uhr endet.
Foto: Lothar Dähn


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