80. Internationale Bergische Kunstausstellung – einige Impressionen

Von Ute Rosen

Zum 80. Mal fin­det der­zeit die Inter­na­tio­na­le Ber­gi­sche Kunst­aus­stel­lung im Kunst­mu­se­um Solin­gen statt.

Zum 15. Mal hat hier auch am 25.09.26 die Ver­lei­hung des mit 10.000,- € dotier­ten Inter­na­tio­na­len Ber­gi­schen Kunst­prei­ses statt­ge­fun­den. Der von der Natio­nal Bank-AG gestif­te­te Preis ging die­ses Jahr an Sophie Schweig­hart, eine bereits mit vie­len Aus­zeich­nun­gen bedach­te jun­ge Medi­en­künst­le­rin. Ihre Raum­in­stal­la­ti­on „Office for Unusable Ide­as“ the­ma­ti­siert den Umgang des Men­schen mit KI. Der Muse­ums­be­su­cher fin­det sich in einer inter­ak­ti­ven Situa­ti­on vor einem Com­pu­ter mit einem KI-gestütz­ten Sys­tem wie­der, in der es um Sicht­bar­keit, Über­wa­chung und Kon­trol­le geht.

Neben Sophie Schweig­hart sind die Wer­ke von 12 wei­te­ren jun­gen Künst­lern und Künst­le­rin­nen zu sehen. Alle kom­men von der Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf, an der sie stu­diert haben oder noch stu­die­ren. Vie­le haben zusätz­lich wei­te­re künst­le­ri­sche Stu­di­en­ab­schlüs­se und Qua­li­fi­ka­tio­nen erwor­ben.

Die aus­ge­stell­ten Wer­ke sind sehr anspruchs­voll und auf den ers­ten Blick nicht unbe­dingt sofort ver­ständ­lich. Sie wer­fen einen kri­ti­schen Blick auf gesell­schaft­lich aktu­el­le The­men wie das Ver­hält­nis der Geschlech­ter zuein­an­der, Migra­ti­on, das Ver­hält­nis von Archi­tek­tur und Natur, unge­lös­te und über Gene­ra­tio­nen wei­ter­ge­ge­be­ne Trau­ma­ta, Girl Cul­tu­re, die Fra­ge nach Wahr­neh­mung, Rück­zug und Ver­ant­wor­tung in Zei­ten glo­ba­ler Kri­sen und Vie­les mehr. Ihren Aus­druck fin­den die­se Fra­gen in Instal­la­tio­nen, Skulp­tu­ren, Male­rei in ver­schie­de­nen Tech­ni­ken, aber auch in Klang­land­schaf­ten, die an das Heu­len von Sire­nen in Kriegs­si­tua­tio­nen erin­nern und zeit­wei­se durch die Aus­stel­lungs­räu­me schal­len. Zum Ver­ständ­nis der ein­zel­nen Wer­ke sind mit Hil­fe eines QR-Codes Erklä­run­gen über das eige­ne Smart­phone abruf­bar.

Wer ein­gän­gi­ge, gefäl­li­ge Kunst­ob­jek­te erwar­tet, dürf­te ent­täuscht sein. Die Arbei­ten erfor­dern vom Betrach­ter eine gewis­se Offen­heit und die Bereit­schaft, alte Seh­ge­wohn­hei­ten auf­zu­ge­ben. Sie zei­gen die Sicht­wei­se einer jun­gen Gene­ra­ti­on auf unse­re heu­ti­ge Welt und ihren aktu­el­len Pro­ble­men und regen zum Nach­den­ken und zur Über­prü­fung der eige­nen Posi­ti­on an.

Eine inter­es­san­te und loh­nens­wer­te Aus­stel­lung, die noch bis zum 01.11.26 zu sehen ist.

Für wei­te­re Infor­ma­tio­nen: www.kunstmuseum-solingen.de

Foto: Ute Rosen pri­vat

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