Ein gutes Gehalt ist schön. Ein finanzielles Polster offenbar noch besser. Denn für die Lebenszufriedenheit könnte nicht nur entscheidend sein, wie viel Geld jeden Monat hereinkommt – sondern vor allem, wie viel bereits auf der hohen Kante liegt. Dabei muss man unterscheiden: Einkommen ist das laufende Geld, etwa aus Gehalt, Rente oder Selbstständigkeit. Vermögen dagegen sind angespartes Geld, Immobilien, Wertpapiere und andere Rücklagen.
Die folgenden Zahlen stammen aus einer noch nicht veröffentlichten Studie, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Auftraggeber ist die Süddeutsche Klassenlotterie (SKL). Die Untersuchung ist Teil des „Glücksatlas“, der im November vorgestellt werden soll. Befragt wurden 3700 Menschen.
Und genau hier wird es interessant: Menschen mit Vermögen erreichen auf einer Skala von 0 bis 10 im Durchschnitt 7,23 Punkte bei der Lebenszufriedenheit. Menschen ohne finanziellen Puffer kommen auf 6,34 Punkte. Das sind immerhin fast 0,9 Punkte Unterschied. Noch auffälliger: Wer mindestens 50.000 Euro Haushaltsvermögen besitzt, ist bei gleichem Einkommen im Schnitt 0,5 Punkte zufriedener als jemand ohne diesen finanziellen Puffer. Nach den Ergebnissen der Untersuchung hängt die Lebenszufriedenheit damit ungefähr doppelt so stark mit dem Vermögen zusammen wie mit dem laufenden Einkommen.
Allerdings gilt: Die Ergebnisse beweisen nicht automatisch, dass Vermögen glücklich macht. Eine Befragung zeigt Zusammenhänge, kann aber nicht eindeutig klären, was Ursache und was Wirkung ist. Auch andere Faktoren können die Lebenszufriedenheit beeinflussen. Ein möglicher Grund liegt trotzdem nahe: Ein Einkommen bezahlt den Alltag – Vermögen schafft Sicherheit und Freiheit. Ein finanzielles Polster kann bei Jobverlust, unerwarteten Rechnungen oder Einkommensausfällen helfen und unabhängiger vom nächsten Gehalt machen. Laut Studie verfügen 48 Prozent der Männer, aber nur 34 Prozent der Frauen über mehr als 50.000 Euro Haushaltsvermögen.
Die vorsichtige Botschaft: Ein gutes Einkommen sorgt für Spielraum – ein finanzielles Polster kann zusätzlich Sicherheit und Lebenszufriedenheit geben. Ob Vermögen tatsächlich glücklicher macht, lässt die Studie allerdings offen.
Und jetzt sind Sie in der „Kleinstadt mit Herz“ Wermelskirchen gefragt. Was meinen Sie? Und bitte kommentieren Sie auch! (Die Ergebnisse dieser Umfrage geben wir in zirka einer Woche bekannt.)
Foto: Mit KI erstellt


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