Berufliche Orientierung in Wermelskirchen

Schü­ler­be­triebs­prak­ti­ka in der Sekun­dar­stu­fe I sind zen­tra­le Ele­men­te der beruf­li­chen Ori­en­tie­rung. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler 

  • ler­nen die Berufs- und Arbeits­welt unmit­tel­bar ken­nen.
  • erwei­tern ihre Kennt­nis­se.
  • ver­tie­fen beruf­li­che Fer­tig­kei­ten.
  • ent­wi­ckeln ihre Per­sön­lich­keit wei­ter.
  • erken­nen per­sön­li­che Stär­ken und Inter­es­sen.

Auch in Wer­mels­kir­chen sind die­se Prak­ti­ka seit vie­len Jah­ren an den wei­ter­füh­ren­den Schu­len fest in den Lehr­plä­nen ver­an­kert. Maja, Noah und Ama­ra las­sen uns dar­an teil­ha­ben.


Praktikum Maja Beckmann

Mein Name ist Maja Beck­mann und ich gehe auf das Städ­ti­sche Gym­na­si­um Wer­mels­kir­chen. Dort besu­che ich zur­zeit die zehn­te Klas­se und hat­te vom 26.01.26–06.02.26 mein zwei­wö­chi­ges Betriebs­prak­ti­kum. Ich habe die Mög­lich­keit bekom­men, einen Arti­kel über mei­ne Erfah­run­gen zu schrei­ben und auch Noah und Ama­ra aus mei­nem Jahr­gang in ihren Betrie­ben zu besu­chen und mit ihnen über ihre Erfah­run­gen und Erleb­nis­se zu spre­chen.

Mein Prak­ti­kum habe ich in der Buch­hand­lung van Wah­den in Wer­mels­kir­chen gemacht. Ich ken­ne die klei­ne Buch­hand­lung schon lan­ge und war sehr froh über die Zusa­ge, um den Buch­han­del-All­tag bes­ser ken­nen­zu­ler­nen.

Zu mei­nen täg­li­chen Auf­ga­ben gehör­te der Waren­ein­gang. Das bedeu­tet, dass ich die Bestel­lun­gen der Kun­den und Kun­din­nen aus­ge­packt und alpha­be­tisch in das Regal ein­sor­tiert habe. Ich muss zuge­ben, dass ich das Alpha­bet noch nie so oft in mei­nem Kopf auf­ge­sagt habe wie in die­sen zwei Wochen! Zudem habe ich Bestel­lun­gen für das Lager aus­ge­packt sowie die Rech­nun­gen und Lie­fer­schei­ne kon­trol­liert. Direkt am ers­ten Tag bekam ich die Mög­lich­keit, mein eige­nes Schau­fens­ter zum The­ma „Wald“ zu gestal­ten. Frau Swi­ta­la erklär­te mir, wor­auf man ach­ten soll­te und stell­te mir Deko­ra­ti­on zur Ver­fü­gung, die ich nut­zen durf­te. Für den Rest hat­te ich freie Hand. Ich muss zuge­ben, dass es schwie­ri­ger ist als man denkt, so ein Schau­fens­ter zu gestal­ten, denn als Außen­ste­hen­der denkt man natür­lich nicht dar­über nach, wie vie­le Gedan­ken man sich dar­über macht, wo wel­ches Buch am bes­ten steht und wie man die Deko­ra­ti­on am vor­teil­haf­tes­ten posi­tio­nie­ren kann. In der zwei­ten Woche durf­te ich dann ein Schau­fens­ter zu der Kin­der­buch­rei­he „Worst Week Ever“ gestal­ten, was mir dann schon etwas leich­ter fiel, da es das zwei­te Mal war und ich somit wuss­te wor­auf ich ach­ten muss und was von außen gut aus­sieht.
Fer­ner durf­te ich Frau van Wah­den in die Grund­schu­le Am Hai­der­bach, Stand­ort Hün­ger beglei­ten und das Pro­jekt „Lese­tü­ten“ ken­nen­ler­nen. Die Kin­der der ers­ten Klas­se beka­men eine Lese­tü­te, die zuvor von ihren Paten aus der vier­ten Klas­se ange­malt wur­den und nach­her von Frau van Wah­den mit einem Lese­zei­chen und einem Buch bestückt wor­den waren. Die Kin­der freu­ten sich sehr über die Sachen und nah­men sie glück­lich mit nach Hau­se. Das gan­ze Pro­jekt hat auch den Vor­teil, dass die gan­ze Schul­klas­se das­sel­be Buch zur Ver­fü­gung hat und bei einem Schul­pro­jekt über Bücher nicht noch­mal ein neu­es ange­schafft wer­den muss.
Nach mei­nem Prak­ti­kum könn­te ich mir gut vor­stel­len im Buch­han­del zu arbei­ten, da ich kei­nen typi­schen Büro-Job haben woll­te und mei­ne Erwar­tun­gen bestä­tigt wur­den, dass das in der Buch­hand­lung kei­nes­wegs so ist, son­dern jeder Tag neben den täg­li­chen Auf­ga­ben auch neue Her­aus­for­de­run­gen bie­tet, die man am Tag zuvor nicht erwar­tet hät­te.

Wäh­rend mei­nes Prak­ti­kums habe ich Frau van Wah­den erzählt, dass ich auch Freu­de am Schrei­ben habe und mit dem Gedan­ken spie­le, spä­ter ein­mal jour­na­lis­tisch zu arbei­ten. Frau van Wah­den kam auf die Idee, dass ich einen Arti­kel für das Forum Wer­mels­kir­chen schrei­ben könn­te und frag­te beim Forum nach, wo die Idee des Arti­kels auch sehr posi­tiv auf­ge­nom­men wur­de. Ich bin sehr dank­bar für die­se Chan­ce und freue mich auch, dass ich durch den Arti­kel Noah und Ama­ra aus mei­ner Jahr­gangs­stu­fe bei ihrem Prak­ti­kum besu­chen und befra­gen durf­te.

Zum Abschluss, kann ich jedem, der den Buch­han­del bes­ser ken­nen­ler­nen und ver­ste­hen möch­te, aber auch krea­ti­ve Auf­ga­ben und Kon­takt zu Kun­den und Mit­ar­bei­tern schätzt, wärms­tens emp­feh­len, das Prak­ti­kum in der Buch­hand­lung van Wah­den zu absol­vie­ren. Ich konn­te dadurch ler­nen, wel­che Auf­ga­ben erle­digt wer­den müs­sen, die man als Käu­fer nicht sieht, aber auch wie wich­tig der Kon­takt zu Kun­den ist, damit bei­de Sei­ten zufrie­den sind.

Im Rah­men mei­nes Prak­ti­kums habe ich Noah Gliss bei TENTE-ROLLEN besucht. Er hat mir erzählt, war­um er sich dort bewor­ben hat und dass er sehr glück­lich dar­über ist, den Prak­ti­kums­platz bekom­men zu haben.

TENTE-ROLLEN ist wahr­schein­lich jedem in Wer­mels­kir­chen ein Begriff, schließ­lich gehört die Fir­ma zu den größ­ten Arbeit­ge­bern in unse­rer Stadt. Umso mehr inter­es­siert es Noah, was hin­ter einem so gro­ßen Unter­neh­men steckt, wel­ches ver­gleichs­wei­se eher aus einer klei­ne­ren Stadt kommt. Wäh­rend sei­nes Prak­ti­kums hat­te Noah die Mög­lich­keit, sehr viel aus­zu­pro­bie­ren, vie­le ver­schie­de­ne Berei­che des Unter­neh­mens ken­nen­zu­ler­nen und mit vie­len, auch jun­gen Men­schen, zusam­men­zu­ar­bei­ten. Dabei konn­te er vie­le wich­ti­ge Erkennt­nis­se sam­meln. Bei­spiels­wei­se wird ihm klar, dass der Weg von der Bestel­lung einer Rol­le bis hin zu dem fer­tig pro­du­zier­ten Pro­dukt, wel­ches beim Kun­den ankommt, deut­lich mehr steckt, als man ver­mu­tet. Noah erklärt, dass der Pro­zess vie­le Schrit­te ent­hält, die man als Außen­ste­hen­der gar nicht wahr­nimmt. Bei­spiels­wei­se muss nach dem Bear­bei­ten der E‑Mails bzw. Bestel­lun­gen geschaut wer­den, ob alle benö­tig­ten Tei­le vor­han­den sind und wel­che noch gebraucht wer­den. Außer­dem muss geprüft wer­den, ob das benutz­te Metall nicht ros­tet und den Qua­li­täts­an­for­de­run­gen ent­spricht. Beson­ders fas­zi­niert hat Noah eine elek­tri­sche Rol­le, die eine sehr gro­ße Erleich­te­rung für Kran­ken­häu­ser ist. Gera­de in der heu­ti­gen Zeit, wo ein hoher Per­so­nal­man­gel in der Bran­che herrscht, ist so eine Rol­le eine extre­me Erleich­te­rung für alle Betei­lig­ten. Der Zeit­auf­wand und die Kraft, die es braucht, allei­ne schon ein Bett zu ver­schie­ben bzw. dann auch noch mit dem Hebel das Bett fest­zu­stel­len, könn­te und soll­te viel mehr den Pati­en­ten gel­ten. Durch den Ein­satz die­ser Rol­le ist das mög­lich und die Arbeit der Kran­ken­schwes­tern und Kran­ken­pfle­ger ist zumin­dest ein wenig erleich­tert.

Natür­lich stellt man sich die Fra­ge, ob so ein Prak­ti­kum über­haupt Sinn macht. Rei­chen nicht auch ein Tag oder eine Woche? Noah sieht das ganz klar. Er ist der Mei­nung, dass es genau der rich­ti­ge Zeit­punkt ist. Denn jetzt gera­de sind wir in der zehn­ten Klas­se und damit kurz vor der Ober­stu­fe, wo wir uns dann auch sehr bald für Kur­se bzw. Leis­tungs­kur­se ent­schei­den müs­sen. Zudem sind zwei Wochen eine sehr gute Zeit­span­ne, um ein Unter­neh­men oder einen Betrieb auch wirk­lich ken­nen­zu­ler­nen, sich alles anzu­se­hen und auch im Lau­fe der Zeit Auf­ga­ben eigen­stän­dig bear­bei­ten zu kön­nen.

Des Wei­te­ren habe ich Ama­ra Goh­mann in der Ber­gi­schen Apo­the­ke besucht. Auch mit ihr habe ich dar­über gere­det, war­um sie sich für das Prak­ti­kum ent­schie­den hat und was sie alles in den zwei Wochen erlebt hat.

Ama­ra hat mir erzählt, dass sie sich in der Schu­le sehr für Bio­lo­gie und Che­mie inter­es­siert, aber auch den Bereich der Medi­zin sehr span­nend fin­det. Wo kann man das am bes­ten ver­ei­nen? Natür­lich in der Apo­the­ke. Wäh­rend ihres Prak­ti­kums hat Ama­ra gemerkt, dass die Phar­ma­zie einen viel grö­ße­ren Bereich an Mög­lich­kei­ten bie­tet als man ver­mu­tet. In der Apo­the­ke gibt es nicht nur den Job als Apo­the­ker oder Apo­the­ke­rin, son­dern auch PTA und PKA. Wäh­rend eine PKA eine Phar­ma­zeu­tisch-kauf­män­ni­sche Ange­stell­te ist und für kauf­män­ni­sche Auf­ga­ben sowie für Waren­be­wirt­schaf­tung und Mar­ke­ting ver­ant­wort­lich ist, ist eine PTA eine Phar­ma­zeu­tisch-tech­ni­sche Assis­ten­tin, die in einer Apo­the­ke für die Bera­tung, Her­stel­lung sowie Prü­fung von Arz­nei­mit­teln zustän­dig ist. Ama­ra fin­det es inter­es­sant, dass es meh­re­re Mög­lich­kei­ten in der Apo­the­ke gibt und nicht nur den Beruf Apo­the­ke­rin oder Apo­the­ker. Durch die ver­schie­de­nen Berufs­mög­lich­kei­ten könn­te sie sich auch vor­stel­len, nach dem Abitur die­sen beruf­li­chen Wer­de­gang zu wäh­len. Im Rah­men ihres Prak­ti­kums durf­te sie im Labor ihre eige­ne Hand­creme zusam­men­stel­len, wel­che aus einer Sal­ben­grund­la­ge sowie Was­ser bestand. Bei dem Geruch ent­schied sie sich für Citro­nen­öl. Zudem hat sie mir erzählt, dass man den kauf­män­ni­schen Bereich in der Apo­the­ke als Außen­ste­hen­der gar nicht wahr­nimmt. Bei­spiels­wei­se das Zurück­sen­den von Medi­ka­men­ten oder die Bestel­lun­gen bei ver­schie­de­nen Groß­händ­lern neh­men viel Zeit und Arbeit in Anspruch, die nicht bemerkt wer­den.

Ama­ra fin­det es genau wie Noah sinn­voll, das Prak­ti­kum in der zehn­ten Klas­se zu machen, vor allem da wir die Mög­lich­keit haben, nach die­sem Schul­jahr die Schu­le zu been­den und eine Aus­bil­dung anzu­fan­gen oder das Abitur anzu­ge­hen. Wer also Inter­es­se an einer medi­zi­ni­schen Aus­bil­dung hat, die nicht auf den Beruf Arzt hin­aus­läuft, soll­te das Prak­ti­kum in einer Apo­the­ke auf jeden Fall in Erwä­gung zie­hen.

An die­ser Stel­le möch­te ich mich auch für die Mög­lich­keit bedan­ken, dass ich den Arti­kel für das Forum Wer­mels­kir­chen schrei­ben durf­te.

Bei­trags­bild: Chat GPT

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