Bericht von Karl-Reiner Engels
Bundesweit haben am 5. März 2026 tausende Schülerinnen und Schüler gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert. Nach Angaben der Organisator*innen fanden Aktionen in mehr als 100 Städten statt. Auch in Solingen und Wuppertal beteiligten sich Jugendliche an den Protesten.
Hintergrund der Demonstrationen ist das vom Bundestag verabschiedete sogenannte „Wehrdienstmodernisierungsgesetz“, das nach Ansicht der Demonstrierenden den Weg für eine neue Wehrpflicht ebnet. Bereits am 5. Dezember 2025 hatten laut Veranstalterinnen rund 55.000 Jugendliche, überwiegend Schülerinnen, gegen entsprechende Pläne protestiert.
An der Kundgebung in Solingen nahmen etwa 65 Schülerinnen und Schüler teil. Unterstützt wurden sie von Friedensaktivist*innen des Friedensforums Solingen und weiteren Interessierten.
In Redebeiträgen wurde insbesondere auf die Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung hingewiesen. Ein älterer Friedensaktivist erklärte, er lehne grundsätzlich jeden Krieg ab und begrüße das Engagement der Jugendlichen. Ein weiterer Redner berichtete von persönlichen Erfahrungen aus seiner Familie: Sein Vater sei im Zweiten Weltkrieg kurz vor seiner Geburt gefallen. Diese Geschichte habe ihn geprägt und zu seinem Engagement in der Friedensbewegung motiviert.
Kritik äußerten die Demonstrierenden vor allem an der Begründung der Bundesregierung, wonach Wehrpflicht und militärische Aufrüstung der Sicherheit dienen sollen. Stattdessen stellten sie die Frage, wie stärkere Aufrüstung Frieden sichern könne.
In der Abschlussrede wurde auf eine Resolution einer Schulstreikkonferenz in Göttingen verwiesen, an der Mitte Februar rund 300 Schülerinnen und Schüler teilgenommen hatten. Darin kritisieren die Teilnehmer*innen unter anderem steigende Militärausgaben und warnen vor einer stärkeren Militarisierung der Politik.
Die beteiligten Schüler*innen kündigten an, ihren Protest fortzusetzen und weitere Schulstreiks und Aktionen zu organisieren. Zu ihren Forderungen gehören unter anderem ein Verzicht auf die Wehrpflicht, mehr Investitionen in Bildung, Soziales und Umwelt sowie ein Ende von Bundeswehr-Werbung an Schulen.
Zum Abschluss der Kundgebung formulierten die Teilnehmer*innen ihre Position mit einem bekannten Slogan der Friedensbewegung:
„Abrüsten statt Aufrüsten – Verhandeln statt Schießen.“
Bericht und Fotos: Karl-Reiner Engels


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