Mehr als nur Kochen: Warum Hauswirtschaftsunterricht heute cool und wichtig ist

Bei­trag von der Web­sei­te der Stadt Wer­mels­kir­chen

Auf das Gemü­se, fer­tig, los: Für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Klas­se 7a der Gesamt­schu­le stand in die­ser Woche zum ers­ten Mal Kochen auf dem Pro­gramm des Haus­wirt­schafts­un­ter­richts. Bevor näm­lich in die­sem Fach tat­säch­lich Gemü­se geschnip­pelt und die Koch­löf­fel geschwun­gen wer­den, steht Theo­rie auf dem Stun­den­plan: Wel­ches Mes­ser brau­che ich wofür? Wie gehe ich sicher damit um? Wel­che Gerä­te set­ze ich rich­tig ein? 

Ihr neu erwor­be­nes Wis­sen kön­nen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler nun prak­tisch in einer der bei­den Lehr­kü­chen umset­zen. „Heu­te kochen wir eine Cur­ry­pfan­ne“, ver­rät Haus­wirt­schafts­leh­re­rin Regi­ne Ratsch. Ihr wich­tigs­ter Tipp für den Start lau­tet: „Das Rezept genau lesen!“ Denn an den vier Koch­in­seln muss alles stim­men: Eine Zuc­chi­ni, zwei Möh­ren, eine Stan­ge Lauch und eine Knob­lauch­ze­he wer­den gewa­schen, geschält und von vie­len klei­nen Hän­den fast schon pro­fi­mä­ßig zer­klei­nert. „Mei­ne Mama ist Köchin und hat mir das bei­gebracht“, erzählt Liam stolz. Auch Matil­de und Bent ver­ra­ten, dass sie zuhau­se ger­ne kochen – Rühr­ei oder Spa­ghet­ti gehö­ren zu ihren Spe­zia­li­tä­ten.

Wäh­rend der Reis lei­se vor sich hin köchelt, wird mit dem Koch­löf­fel die Tem­pe­ra­tur des Öls in der Pfan­ne gecheckt, damit die Gemü­se brut­zeln kann. Was hier spie­le­risch wirkt, ist das Ergeb­nis struk­tu­rier­ter Vor­be­rei­tung. Denn Haus­wirt­schaft ist mehr als rei­nes Kochen. Es ist ein viel­sei­ti­ges Unter­richts­fach mit hohem All­tags­be­zug und Team­spi­rit.  Neben dem fach­li­chen Wis­sen erwer­ben die Schü­le­rin­nen und Schü­ler so auch zahl­rei­che sozia­le und per­sön­li­che Kom­pe­ten­zen. An den Koch­in­seln arbei­ten sie im Team, ver­tei­len Auf­ga­ben, über­neh­men Ver­ant­wor­tung und müs­sen Zeit­ab­läu­fe koor­di­nie­ren, damit Reis und Gemü­se gleich­zei­tig fer­tig sind. 

Im Unter­richt beschäf­ti­gen sich die Jugend­li­chen mit grund­le­gen­den Fra­gen der Ernäh­rung und Haus­halts­füh­rung. Sie ler­nen, war­um Hygie­ne in der Küche ent­schei­dend ist, wie Lebens­mit­tel rich­tig gela­gert wer­den und wel­che Nähr­stof­fe der Kör­per braucht. The­men wie aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung, der bewuss­te Umgang mit Zucker und Fett oder die Bedeu­tung von fri­schem Obst und Gemü­se ste­hen eben­so auf dem Lehr­plan wie Gerä­te- und Mate­ri­al­kun­de. 

Auch Ein­kau­fen steht auf dem Stun­den­plan, wie Regi­ne Ratsch ver­rät: Wir haben eine Koope­ra­ti­on mit Aldi Nord für unse­re Super­markt-Ral­lye“, sagt sie. „Da geht es um den Auf­bau eines Super­mark­tes, wo was zu fin­den ist und auch um Preis­ver­glei­che.“ Ver­brau­cher­bil­dung mit prak­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Tipps. Wie pla­ne ich mei­nen Ein­kauf und wie berech­ne ich eine Por­ti­ons­grö­ße oder die Kos­ten. 
Damit macht Haus­wirt­schaft Schu­le und ist wie­der total modern. Denn: Der Unter­richt leis­tet auch einen wich­ti­gen Bei­trag zur Gesund­heits­prä­ven­ti­on. Wer selbst kocht, setzt sich auto­ma­tisch mit Zuta­ten, Qua­li­tät und Zusam­men­set­zung von Lebens­mit­teln aus­ein­an­der und ent­wi­ckelt ein Bewusst­sein für eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung. 

Haus­wirt­schaft ist längst kein rei­nes „Mäd­chen­fach“ mehr. Jun­gen und Mäd­chen ler­nen glei­cher­ma­ßen, Ver­ant­wor­tung im Haus­halt zu über­neh­men. Und das ist eine wich­ti­ge Grund­la­ge für ein selbst­stän­di­ges und gleich­be­rech­tig­tes Leben. „Wir ver­mit­teln hier Fähig­kei­ten, die die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ein Leben lang beglei­ten“, betont Leh­re­rin Regi­ne Ratsch. „Haus­wirt­schaft ist Lebens­un­ter­richt.“ 
Mitt­ler­wei­le sind alle vier Cur­ry­pfan­nen in der Lehr­kü­che der Gesamt­schu­le fer­tig. Gemein­sam wird stolz pro­biert, gewürzt und gelacht. Ein schmack­haf­tes Erfolgs­er­leb­nis im Unter­richt. 

Bei­trag und Foto: Stadt Wer­mels­kir­chen / Kath­rin Kel­ler­mann / Autorin: Kath­rin Kel­ler­mann

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