Tante Anna – Sicherheit und die Nachtwächter

„Carl es geht um die Sicher­heit“. Mein klei­ner Bru­der Gus­ti die Tage auf­ge­regt am Tele­fon.

„Wie Sicher­heit? Dann musst du zum Bau­markt gehen und dich dort bera­ten las­sen. Die haben etli­che Tei­le, um dei­ne Türen und Fens­ter in Stie­ge­leich zu ver­schlie­ßen. Lau­fen in Stie­ge­leich neu­er­dings dunk­le Mafia-Typen bei euch rum?

„Carl, du ver­stehst mich nicht. Es geht um Tan­te Anna in der Stadt­mit­te, Köl­ner Stra­ße.“

„Ach die. Die hat doch schon drei Rie­gel an der Woh­nungs­tür“.

„Sag mal, willst du mich nicht ver­ste­hen – oder was? Es geht um die Sicher­heit in der Stadt. Und gut­gläu­big wie sie ist, hat sie mal vor län­ge­rer Zeit eine Peti­ti­on unter­schrie­ben. Ein­fach so unter­schrie­ben. Und jetzt? Du weißt ja, sie hat auch mal durch ihre Unter­schrift ein dus­se­li­ges, über­flüs­si­ges Frau­en-Zeit­schrif­ten­abo bestellt. Hat­ten Mühe das wie­der abzu­be­stel­len.“

„Nun kom­me doch mal zum Punkt.“

„Tan­te Anna, meint auf jeden Fall, es müss­te in der Stadt siche­rer sein. Ein­fach so. Für Zah­len inter­es­siert sie sich nicht. Auch wenn die stim­men. Sie hat gehört oder erfah­ren, dass ihr Nach­bar. Nee doch nicht. Also, die Schwes­ter eines Bekann­ten ihres Nach­barn soll mal vor eini­gen Wochen von einer Frau mitt­le­ren Alters beim Aldi abends komisch ange­guckt wor­den sein. Die sah auch so komisch aus.“

„Gus­ti, ist bei dir gera­de eine Siche­rung durch­ge­brannt? Damit kann ich nix anfan­gen. Wer­mels­kir­chen ist eine der sichers­ten Städ­te in der Regi­on. Das weißt du. Und komisch angu­cken. So ein Quatsch! Aber wenn es unse­re Tan­te Anna beru­higt. OK! Ich hät­te eine Lösung für sie, ihren Nach­barn und die Schwes­ter des Bekann­ten. Ein NACHTWÄCHTER muss wie­der her.“

„Carl, du meinst zurück in die guten alten Zei­ten. Wie heißt das Lied noch mal…..Ich hab´s: Hört ihr Leut und lasst euch sagen.…Schönes Lied. Und das zu jeder Abend­stun­de mit Anbruch der Dun­kel­heit. Irgend­wie roman­tisch.“

„Gus­ti, genau das ist es. Auf Jut­jup habe ich das schon mal vor­re­cher­chiert. Singt auch Rudolf Schock. Schööön. Aber Gus­ti, es geht noch wei­ter. Die Stadt­füh­rer haben Erfah­run­gen mit dem Nacht­wäch­ter. Die machen das bestimmt als Ehren­amt. Mit Ker­ze und so. Das kos­tet dann fast nix. Nur die Ker­zen müss­ten bestellt und zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.“

„Aber wenn die Frau Mül­ler singt – die singt doch immer so schief.“

„Ja, die nicht. Und das mit den Ker­zen muss vor­her gere­gelt sein. Viel­leicht mit einer Peti­ti­on.

Carl Dell­mann

Foto: Pix­a­bay

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