Wenn die Volkshochschule zum inzwischen traditionellen Friedhofsrundgang mit dem Wermelskirchener Geschichtsexperten und Journalisten Armin Himmelrath an einem Sonntagmorgen einlädt, wird Geschichte lebendig. Trotz der winterlichen Kälte an diesem Januartag vergaßen die Besucherinnen und Besucher diese in den rund anderthalb Stunden schnell.
Im Mittelpunkt standen bewegende Lebensgeschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus: etwa das tragische Schicksal des jüdischen Wermelskirchener Arztes Dr. Wohl, der 1940 nur knapp der Verfolgung und Ermordung entkam, nach Indonesien emigrierte und dennoch später in seine bergische Wahlheimat zurückkehrte. Ebenso eindrücklich waren die Berichte über die auf dem Friedhof begrabenen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.
Mit großer Sachkenntnis und spürbarer Leidenschaft führte Armin Himmelrath die sehr interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer zurück in eine dunkle Epoche der Stadtgeschichte. Die zahlreichen biografischen Anekdoten über Täter und Opfer sowie die vom Geschichtsverein sorgfältig recherchierten historischen Zusammenhänge schilderte er erneut spannend und eindrucksvoll.
Am Ende des Rundgangs war allen Anwesenden klar: Dieser Gang über den Friedhof war mehr als ein Blick in die Vergangenheit – er trug auch eine eindringliche Mahnung in sich: Nie wieder.
Fotos: Lothar Dähn


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