Erstellt von Stephan Singer | 23.01.2026
Kochen ist ein Kinderspiel? Nicht ganz. Denn die richtige Zubereitung von Speisen stärkt die Gesundheit, macht fit für den Alltag und macht Appetit, damit es anschließend auch lecker schmeckt. So ist der Hauswirtschafts-Unterricht an der Gesamtschule Wermelskirchen genauso Berufsvorbereitung wie vor allem Vorbereitung auf den Lebensalltag. Mit dem Start des zweiten Halbjahrs im laufenden Schuljahr klappt das an der Gesamtschule noch besser: Dann geht die zweite Lehrküche in Betrieb.
Die liegt auf rund 95 Quadratmetern direkt neben der schon vorhandenen, etwas größeren Lehrküche und bringt der Gesamtschule große Vorteile, wie die stellvertretende Schulleiterin Joanna Licht sagt: „Genauso wie wir zwei Technikräume haben, haben wir jetzt zwei Lehrküchen. So kann Unterricht parallel stattfinden, was die Planung deutlich entspannt und erleichtert.“
In der neuen Lehrküche können pro Kochstation vier bis fünf Kinder unterrichtet werden. Die vier Stationen sind identisch und systematisch aufgebaut mit Arbeitsflächen, Ceranfeld, Backofen und Waschbecken. Zu jeder Station gehört auch ein Gastro-Rollwagen, mit dem die Schülerinnen und Schüler benötigtes Material holen können.
Genau durchdacht
Viel Technik und Leitungen sind an Decke und im Boden „versteckt“. Derzeit erfolgen Malerarbeiten, Schränke und Esstische nebst Stühlen werden in den nächsten Tagen noch aufgestellt. „Die Flächen der Küchenzeilen sind bewusst in Weiß gehalten, damit Verunreinigungen schnell gesehen und beseitigt werden können.“
Denn: Das Säubern des Küchenplatzes gehört natürlich ebenso zum Hauswirtschafts-Unterricht, wie der Einkauf der Lebensmittel oder auch die Frage, mit welchem Küchenmesser und auf welchem Schneidbrett wird Fleisch, Gemüse oder Obst „geschnibbelt“ oder wie wird welches Utensil richtig gespült.
Praxis- und lebensnaher Unterricht
„Das ist sehr praxis- und lebensnaher Unterricht – das zeichnet uns aus, das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Gesamtschule in Wermelskirchen“, sagt Joanna Licht, die selbst auch Hauswirtschafts-Unterricht gibt: „Dank der zweiten Lehrküche sind wir räumlich super ausgestattet. Dass wir Hauswirtschafts- und Technik-Unterricht in guter Ausstattung anbieten, ist ein wichtiger Pluspunkt für uns – das macht unseren Schultyp besonders.“
Und, so ergänzt Joanna Licht: „Das macht Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern natürlich auch Spaß, denn der praktische Hauswirtschafts-Unterricht – stets eine Doppelstunde – endet natürlich immer mit dem gemeinsamen Verzehr der zubereiteten Gerichte.“
Deutlich flexibler
In der neuen Lehrküche werden die „Anfängerinnen“ und „Anfänger“ aus den fünften, sechsten und bei Bedarf siebten Klassen unterrichtet. Die fortgeschrittenen Schülerinnen und Schüler nutzen die andere, etwas größere Lehrküche. Mit zwei Lehrküchen sind die Gesamtschule und die auslaufende Sekundarschule deutlich flexibler aufgestellt.
An der Gesamtschule Wermelskirchen ist in der Regel der Hauswirtschafts-Unterricht in den fünften bis siebten Klassen ein Pflichtfach – anschließend zur Vertiefung ein Wahlfach in Kombination mit Arbeitslehre und Wirtschaft.
Gut ausgeleuchtet
In der neu ausgestatteten Lehrküche sorgen große Fensterfronten für viel Tageslicht, das seitlich auf die Kochfelder fällt. Dazu ist eine moderne LED-Beleuchtung in die Decke integriert.
Info Im Herbst starteten die konkreten Planungen und Aufmaße gemeinsam mit der beauftragten Fachfirma. Vorbereitende Arbeiten und Installationen übernahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt. Noch in den Weihnachtsschulferien gelang die Anlieferung der Möbel und Geräte, sodass der laufende Unterrichtsbetrieb durch den Transport auf dem Schulgelände nicht gestört wurde.
Beitrag und Foto: Stadt Wermelskirchen / Stephan Singer


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