Erstellt von Stephan Singer | 28.11.2025
Ab sofort gelten besondere Regelungen beim Transport von Rindern, Schafen und Ziegen. Darauf müssen Halterinnen und Halter jetzt achten. Der Grund ist der Ausbruch des Blauzungen-Virus in einem Rinderbestand im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Der Rheinisch-Bergische Kreis liegt in der Restriktionszone um die betroffenen Betriebe. Diese Zone muss nach dem Europäischen Tiergesundheitsrecht mit einem Radius von 150 Kilometern gebildet werden.
In dieser Restriktionszone, die fast den gesamten Regierungsbezirk Köln betrifft, gelten jetzt Einschränkungen, um eine Ausbreitung der Blauzungen-Krankheit zu verhindern. Dies ist besonders für Betriebe mit Rinderhaltung und insbesondere für Milchviehbetriebe relevant, da aus diesen regelmäßige Transporte von Tieren in nicht betroffene Gebiete stattfinden.
Ab sofort müssen Betroffene eine Halter-Erklärung über eine Behandlung der transportierten Tiere mit einem Mittel zur Abwehr von Stechmücken beim Transport in Gebiete außerhalb der Restriktionszonen mitführen.
„Der Klimawandel führt dazu, dass ein weiterer Blauzungen-Virustyp unsere Wiederkäuer im Bergischen Land bedroht“, sagt der für den Rheinisch-Bergischen Kreis zuständige Amtstierarzt Dr. Thomas Mönig: „Zum Glück steht ein Impfstoff gegen diesen neuen Blauzungenvirustyp 8 zur Verfügung. Mit Blick auf die vom Virus hervorgerufenen Krankheitssymptome und Leiden bei den Tieren ist das beruhigend.“
Der Mensch ist von der Krankheit nicht betroffen.
Rückfragen an das Veterinäramt des Rheinisch-Bergischen Kreises unter Telefon 02202 / 13–2815
Info Beim Blauzungenvirus handelt es sich um eine anzeigepflichtige, durch Vektoren – hier blutsaugende Mücken, auch Gnitzen genannt – übertragene Tierseuche. Empfängliche Tierarten sind Haus- und Wildwiederkäuer wie Schafe, Ziegen, Rinder, Rot‑, Reh- und Muffelwild. Diese Wildschaf-Art war im Jahr 2023 besonders in Odenthal betroffen. Eine Übertragung durch direkten Tierkontakt findet nicht statt.
Betroffene Tiere zeigen neben allgemeinen Symptomen wie Fieber und Apathie charakteristische Rötungen und Schwellungen der Schleimhäute im Kopfbereich. Auch Blutungen bis hin zu Blaufärbungen im Maulbereich, vor allem der Zunge, verbunden mit erhöhtem Speichelfluss sind möglich. Sind auch die Klauen betroffen, kommt es zu Lahmheit, gekrümmtem Rücken und vermehrtem Liegen.
Nachdem sich das Blauzungenvirus vom Serotyp 3, kurz BTV‑3, seit dem Herbst 2023 rasant bei Rindern, Schafen und Ziegen in Deutschland und Europa ausgebreitet hat, wurde im Oktober 2025 zunächst in Baden-Württemberg, dann auch in Bayern und im Saarland der Serotyp 8 in Rinderbeständen nachgewiesen.
Wie auch schon bei BTV‑3, das weiterhin im gesamten Bundesgebiet zirkuliert, empfiehlt das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW dringend, für die Krankheit empfängliche Tierarten gegen BTV‑3 und nun auch gegen BTV‑8 impfen zu lassen, um die Tiere zu schützen.
Beitrag von der Webseite der Stadt Wermelskirchen / Bild: Chat GPT


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