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	<title>Gesundheitswesen Archive - Forum Wermelskirchen</title>
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	<description>Ein Ort für Informationen, Meinungen, Kommentare, Hinweise, Tipps und Service, Termine und Veranstaltungen, Meldungen, Wermelskirchen betreffend und von öffentlichem Belang.</description>
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	<title>Gesundheitswesen Archive - Forum Wermelskirchen</title>
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		<title>Hier stimmt was nicht</title>
		<link>https://forumwk.de/2025/11/15/hier-stimmt-was-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Nov 2025 10:13:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Wermelskirchen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein persönlicher Montagmorgen in Wermelskirchen von Philipp Scholz und Klaus Ulinski Montagmorgen, 6:30 Uhr. Es ist kalt, noch dunkel. Und ich sitze auf der steinernen Eingangstreppe der orthopädischen Praxis an der Oberen Remscheider Straße. Die Tür geschlossen, das Licht aus, die Rollladen sind noch runtergelassen. Ich sitze nicht für mich hier – sondern für meine [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Ein persönlicher Montagmorgen in Wermelskirchen</strong><br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>von Philipp Scholz und Klaus Ulinski</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Montagmorgen, 6:30 Uhr. Es ist kalt, noch dunkel. Und ich sitze auf der steinernen Eingangstreppe der orthopädischen Praxis an der Oberen Remscheider Straße. Die Tür geschlossen, das Licht aus, die Rollladen sind noch runtergelassen. Ich sitze nicht für mich hier – sondern für meine 86-jährige Schwiegermutter.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Sie hat das ganze Wochenende über starke Rückenschmerzen gehabt. Der Hausarzt? Voll. Die Notfallpraxis? Keine Orthopädie. Das Krankenhaus? Stundenlange Wartezeit für die falsche Fachrichtung. Und beim hiesigen Orthopäden heißt es:</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>„Morgens früh behandeln wir maximal zehn Notfälle. Wer zuerst kommt, wird zuerst behandelt.“</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Für meine Schwiegermutter ist so etwas nicht mehr machbar. Also sitze ich hier. Auf der kalten Treppe. Und während ich dort sitze, taucht schon die nächste Realität auf: Die ersten Leidenden trudeln ein. Ältere, Jüngere, manche mit Schmerzen, die man schon sehen kann, bevor sie ein Wort sagen. Bis 7:00 Uhr stehen zehn Leute da. Und dann kommt ein älterer Mann, die Nummer 11. Er schaut resigniert, murmelt „Das wird nichts mehr“ – und geht wieder. Langsam. Mit Schmerzen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">In diesem Moment bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Mir geht es ja gut. Ich sitze hier gesund, ohne Beschwerden, aber mit der „Wartenummer 1“.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Um die Zeit zu überbrücken, lese ich im Forum Wermelskirchen den Beitrag von Philipp Scholz</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„<a href="https://forumwk.de/2025/11/10/gefahr-und-gewalt-im-gesundheitswesen-physische-und-psychische-belastung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gefahr und Gewalt im Gesundheitswesen – physische und psychische Belastung</a>“</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">und frage mich: <em>Warum werden Menschen so aggressiv? Warum lassen manche ihren Frust an denen aus, die helfen wollen?</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Aber wenn man morgens um 6:30 Uhr auf einer Treppe sitzen muss, in einem der reichsten Länder der Welt, nur um medizinische Versorgung sicherzustellen – ist das nicht schon Ausdruck purer Hilflosigkeit? Ist es nicht verständlich, dass das Menschen wütend, verzweifelt und manchmal auch ungerecht macht? Wenn ich so darüber nachdenke: Ja – mich macht das wütend. Und mich macht das ratlos.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Als meine Schwiegermutter eintrifft, dankbar, dass ich ihr den Platz gesichert habe, schäme ich mich fast. Alle sehen, dass <em>ich</em> gesund bin. Und meine Schwiegermutter, diejenige mit Schmerzen, profitiert von meinem Platz. Kurz darauf öffnet sich die Tür. Die Sprechstundenhilfe kommt heraus – irgendwie schon sichtlich gestresst und mürrisch. Und ich sitze da und denke:</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Wie konnte es so weit kommen?</strong></p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Die eigentlichen Ursachen liegen tiefer</strong></p>



<p class="has-text-align-justify has-large-font-size wp-block-paragraph">Viele Menschen wissen nicht, dass die Zahl der Fachärzte in Deutschland streng reguliert ist. Grundlage dafür ist die sogenannte Bedarfsplanung, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G‑BA) in der Bedarfsplanungs-Richtlinie(§ 99 SGB V) festgelegt wird und bestimmt, wie viele Ärztinnen und Ärzte einer bestimmten Fachrichtung in einer Region zugelassen werden dürfen. Ergänzt wird dies durch Quotenregelungen, die nicht nur die Gesamtzahl, sondern auch die Verteilung innerhalb einzelner Facharztgruppen steuern. Diese Regelung definiert bundeseinheitlich die Planungsbereiche, Arztgruppen und Verhältniszahlen (Einwohner pro Arzt), um eine gleichmäßige und bedarfsgerechte ambulante Versorgung sicherzustellen.</p>



<p class="has-text-align-justify has-large-font-size wp-block-paragraph">Formal gilt zwar der Rheinisch-Bergische Kreis seit Jahren als „ausreichend versorgt“, dennoch zeigen Analysen (u. a. <a href="https://www.rhein-sieg-kreis.de/Gesundheitsversorgung_Bergisches_RheinLand_Endbericht_2023-10-19.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gutachten Bergisches RheinLand</a>) lokale Engpässe, insbesondere in Wermelskirchen <a href="https://www.rga.de/lokales/rheinisch-bergischer-kreis/wermelskirchen/gesundheitsversorgung-im-rheinisch-bergischen-kreis-A5CYYQT56RDFXBDY2QIO3EWBI4.html?" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(s. hierzu auch  RGA v. 06.02.25)</a>.&nbsp;&nbsp;In der Realität sitzen hier Menschen im Morgengrauen auf kalten Treppen, weil sie sonst kaum eine Chance auf eine orthopädische Behandlung haben. <sup data-fn="717a5c39-b06f-427f-8058-801f0ffc5189" class="fn"><a href="#717a5c39-b06f-427f-8058-801f0ffc5189" id="717a5c39-b06f-427f-8058-801f0ffc5189-link">1</a></sup><br><br>Gleichzeitig wächst der Druck im gesamten System. Es gibt immer mehr ältere Menschen mit einem höheren medizinischen Versorgungsbedarf, während medizinische Fachangestellte häufig überlastet und schlecht bezahlt sind. Das komplexe Abrechnungssystem bindet Ärztinnen und Ärzte an bürokratische Aufgaben, statt ihnen Zeit für die Behandlung zu lassen. Nachwuchs- und Facharztförderung reichen vielerorts nicht aus, und es fehlen Anreize, neue Kassenzulassungen zu schaffen oder bestehende auszubauen.<br><br>So stehen wir als Patientinnen und Patienten buchstäblich zwischen allen Stühlen: wartend, hoffend, frustriert. Und manchmal auch wütend – nicht aus Bosheit, sondern weil man sich im eigenen Gesundheitssystem ausgeliefert fühlt.<br><br><strong>Meine Schlussfolgerung aus&nbsp; diesem Morgen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem ist nicht der einzelne Arzt.<br>Nicht die Sprechstundenhilfe.<br>Nicht die Patienten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das System ist krank.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es macht die Helfenden kaputt.<br>Es lässt die Kranken verzweifeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bringt Menschen dazu, morgens im Dunkeln um Behandlungsplätze zu kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute hatte meine Schwiegermutter Glück. Andere nicht. Und das darf in einem Land wie Deutschland nicht normal sein.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><em>Lesetipp zu Vertiefung: Heute Morgen, am 15.11.2025 im RedationsNetzwerk Deutschland zu lesen:</em><br><a href="https://www.rnd.de/wirtschaft/warum-die-wartezeit-auf-arzttermine-so-unterschiedlich-ist-und-was-patienten-tun-koennen-JSKJLP37W5HZPNB46ARYBYL6QA.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.rnd.de/wirtschaft/warum-die-wartezeit-auf-arzttermine-so-unterschiedlich-ist-und-was-patienten-tun-koennen-JSKJLP37W5HZPNB46ARYBYL6QA.html</a></p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="717a5c39-b06f-427f-8058-801f0ffc5189">s. hierzu: Drucksache 16/11081, Seite 15  – <a href="https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD16-11081.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD16-11081.pdf</a>?<br>und <a href="https://www.lzg.nrw.de/versorgung/vers_strukt/bedarfsplanung_dashboard/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.lzg.nrw.de/versorgung/vers_strukt/bedarfsplanung_dashboard/</a><br> <a href="#717a5c39-b06f-427f-8058-801f0ffc5189-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol>


<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Foto: Oktay Bahar Instagramm: <a href="https://www.instagram.com/oktimusprime.89/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.instagram.com/oktimusprime.89/</a></p>
<div style="text-align:left" class="yasr-auto-insert-visitor"></div><p><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2025%2F11%2F15%2Fhier-stimmt-was-nicht%2F&amp;linkname=Hier%20stimmt%20was%20nicht" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2025%2F11%2F15%2Fhier-stimmt-was-nicht%2F&amp;linkname=Hier%20stimmt%20was%20nicht" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2025%2F11%2F15%2Fhier-stimmt-was-nicht%2F&amp;linkname=Hier%20stimmt%20was%20nicht" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2025%2F11%2F15%2Fhier-stimmt-was-nicht%2F&amp;linkname=Hier%20stimmt%20was%20nicht" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_x" href="https://www.addtoany.com/add_to/x?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2025%2F11%2F15%2Fhier-stimmt-was-nicht%2F&amp;linkname=Hier%20stimmt%20was%20nicht" title="X" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2025%2F11%2F15%2Fhier-stimmt-was-nicht%2F&amp;linkname=Hier%20stimmt%20was%20nicht" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2025%2F11%2F15%2Fhier-stimmt-was-nicht%2F&amp;title=Hier%20stimmt%20was%20nicht" data-a2a-url="https://forumwk.de/2025/11/15/hier-stimmt-was-nicht/" data-a2a-title="Hier stimmt was nicht"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2025/11/15/hier-stimmt-was-nicht/">Hier stimmt was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gefahr und Gewalt im Gesundheitswesen – Physische und Psychische Belastung</title>
		<link>https://forumwk.de/2025/11/10/gefahr-und-gewalt-im-gesundheitswesen-physische-und-psychische-belastung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philipp Scholz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Gefahrenabwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gewalt gegen medizinisches Personal ist längst kein Einzelfall mehr, sondern ein alarmierendes, strukturelles Problem, das unseren Arbeitsalltag im Gesundheitswesen massiv belastet. Fast die Hälfte aller Ärztinnen und Ärzte sowie ihres Praxisteams waren in den letzten fünf Jahren von körperlicher Gewalt betroffen. Die Polizeistatistiken zeigen, dass seit 2019 die Zahl der sogenannten Rohheitsdelikte in Kliniken deutlich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2025/11/10/gefahr-und-gewalt-im-gesundheitswesen-physische-und-psychische-belastung/">Gefahr und Gewalt im Gesundheitswesen – Physische und Psychische Belastung</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gewalt gegen medizinisches Personal ist längst kein Einzelfall mehr, sondern ein alarmierendes, strukturelles Problem, das unseren Arbeitsalltag im Gesundheitswesen massiv belastet. Fast die Hälfte aller Ärztinnen und Ärzte sowie ihres Praxisteams waren in den letzten fünf Jahren von körperlicher Gewalt betroffen. Die Polizeistatistiken zeigen, dass seit 2019 die Zahl der sogenannten Rohheitsdelikte in Kliniken deutlich gestiegen ist. Der Alltag vieler Beschäftigter ist geprägt von Beleidigungen, Bedrohungen und tätlichen Angriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hauptformen der Gewalt:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Verbal:</strong> Drohungen, Beleidigungen, rassistische oder sexuelle Äußerungen</li>



<li><strong>Nonverbal:</strong> Körperliche Angriffe, Sachbeschädigung</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Besonders betroffen:</strong> Pflegepersonal, insbesondere weibliche Beschäftigte. Häufig durch Angehörige, weniger durch Patient*innen selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Häufige Auslöser:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Lange Wartezeiten in der Notaufnahme</li>



<li>Erwartung schneller Behandlung trotz Triage-System</li>



<li>Unverständnis gegenüber der Arbeitsbelastung</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Spezifische Beispiele:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Rassismus gegen Personal mit Kopftuch oder dunkler Hautfarbe</li>



<li>Sexuelle Belästigung bei Pflegehandlungen</li>



<li>Physische Angriffe (z. B. Schwitzkasten, Tritte)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gewalt auch im Team möglich:</strong> Druck durch Vorgesetzte, Kolleg*innen oder andere Abteilungen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Ursachen sind komplex, aber deutlich: Gesellschaftliche Verrohung, ein zunehmender Respektverlust gegenüber Helfenden, Stress und Überforderung auf Seiten der Patient*innen und des Personals sowie systemische Probleme wie Personalmangel und lange Wartezeiten. Darüber hinaus tragen psychische Erkrankungen oder unrealistische Erwartungen an die Versorgung zur Eskalation bei. In NRW wurden im Jahr 2024 rund 300 Klinikangestellte Opfer von Gewalt, davon ein Großteil Pflegekräfte. Die Berichte zeigen, dass jährlich rund 5.300 gewalttätige Übergriffe so schwerwiegend sind, dass sie mindestens drei Tage Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen. Die Folgen sind gravierend: Über 90 Prozent der Betroffenen erleiden Angstzustände, Schlaflosigkeit und Depressionen, während Kliniken mit Krankheitsausfällen, Kündigungen und einem vergifteten Arbeitsklima zu kämpfen haben. Für die Gesellschaft bedeutet das ein erhebliches Vertrauensproblem gegenüber der medizinischen Versorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Praxisbeispiel: Wenn Worte zu Gewalt werden</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Situation:</strong><br>Ein Angehöriger fragt wiederholt, wann seine Mutter in der überlasteten Notaufnahme behandelt wird. Das Team erklärt mehrfach, dass die Reihenfolge nach Dringlichkeit erfolgt und keine Zeitangaben möglich sind. Die Ambulanz ist maximal ausgelastet, alle rennen zwischen Patient*innen und Notfällen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Eskalation:</strong><br>Irgendwann rastet der Angehörige aus. Er beschimpft eine Kollegin massiv, setzt sie unter Druck, sodass sie Schutz bei den Kollegen sucht. Im Wartezimmer schreit er weiter, stiftet Unruhe und lässt sich nicht beruhigen. Selbst als mehrere Mitarbeitende vor ihm stehen, brüllt er weiter und kommt einem Kollegen bedrohlich nahe. Aufforderungen, Abstand zu halten, ignoriert er.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Psychische Folgen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Angst und Stress bei allen Beteiligten</li>



<li>Gefühl der Hilflosigkeit und Kontrollverlust</li>



<li>Langfristig: Schlafstörungen, erhöhte Alarmbereitschaft, Burnout-Risiko</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Physische Folgen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Erhöhte Herzfrequenz, Adrenalinschub</li>



<li>Muskelverspannungen, Kopfschmerzen</li>



<li>Gefahr körperlicher Verletzungen bei Eskalation</li>
</ul>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Dieses Beispiel zeigt: Gewalt beginnt nicht erst mit Schlägen – psychischer Druck kann genauso traumatisierend sein. Um dem entgegenzuwirken, fordern Fachverbände eine Reihe von Maßnahmen. Dazu gehören Deeskalationstrainings und Konfliktmanagement für das Personal, konsequente rechtliche Schritte gegen Täter sowie bauliche Sicherheitsmaßnahmen wie Videoüberwachung und Panikknöpfe. Auch eine gesellschaftliche Ächtung von Gewalt gegen medizinische Beschäftigte ist unerlässlich. Zudem müssen Notfallversorgung und Personalausstattung grundlegend reformiert werden, um Stress und Überforderung zu verringern.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Für Pflegekräfte hat Deeskalation oberste Priorität: ruhig bleiben, Distanz schaffen und Warnzeichen frühzeitig erkennen. Sollte eine Situation eskalieren, ist Flucht der wichtigste Schutz. Befreiungstechniken und gezielte Schläge auf empfindliche Stellen können im äußersten Notfall helfen, Zeit für die Flucht zu gewinnen. Trainings wie Krav Maga, Kick-Boxen oder Selbstverteidigungskurse in den Kliniken unterstützen die Vorbereitung auf reale Szenarien und stärken das Körperbewusstsein. Technische Hilfsmittel wie Taschenlampen mit Strobe-Funktion oder persönliche Alarmgeräte können die Sicherheit erhöhen, sind jedoch keine Lösung für die grundlegenden Probleme.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Bundesärztekammer unterstützt die Einrichtung von Ombudsstellen (eine unabhängige, neutrale Anlaufstelle, die dazu dient, Beschwerden, Konflikte oder Missstände aufzugreifen und zu bearbeiten – oft im Sinne einer vermittelnden oder schlichtenden Funktion) und bundesweiten Meldesystemen, während Organisationen wie die AOK und der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe Gewalt als politisches Problem begreifen und Reformen in der Notfallversorgung fordern. Punktuelle Maßnahmen sind zwar sinnvoll, reichen aber nicht aus. Gewalt im Gesundheitswesen ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, das entschlossenes und nachhaltiges Handeln verlangt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"> Die zunehmende Verrohung der Gesellschaft zeigt sich in einer steigenden Zahl von verbalen und körperlichen Übergriffen gegenüber Menschen in sozialen und sicherheitsrelevanten Berufen. Pflegekräfte, Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei sind dabei besonders gefährdet, da sie in Stresssituationen mit emotional aufgeladenen Personen arbeiten. Ursachen sind unter anderem gesellschaftliche Polarisierung, sinkende Hemmschwellen in der Kommunikation und die wachsende Belastung durch soziale Medien, die Aggressionen verstärken. Eine starke Gesellschaft braucht vor allem eines: Zusammenhalt. Doch gerade in unserer Zeit fühlen sich viele Menschen zunehmend entfremdet und isoliert. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wäre es sinnvoll, auf drei zentrale Säulen zu setzen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Mehr echte Begegnungsräume schaffen:</strong> Lokale Initiativen wie Nachbarschaftstreffen, Vereine oder offene Werkstätten sind wichtige Orte, an denen Menschen unabhängig von Herkunft oder sozialem Status zusammenkommen und gemeinsame Erfahrungen machen können. Auch digitale Plattformen sollten nicht nur für virtuelle Diskussionen genutzt werden, sondern vor allem dazu, reale Treffen zu organisieren.</li>



<li><strong>Bildung als Schlüssel:</strong> Mehr Medienkompetenz und kritisches Denken, sowohl in Schulen als auch in der Erwachsenenbildung, um Polarisierungen und Fake News zu begegnen. Dialogformate – etwa Bürgerforen oder moderierte „Runde Tische“ – können helfen, kontroverse Themen respektvoll zu diskutieren und so Verständnis zwischen unterschiedlichen Gruppen zu fördern statt Spaltung zu vertiefen.</li>



<li><strong>Gemeinsame Projekte stärken das Gemeinschaftsgefühl:</strong> Wenn Menschen angreifbare, für alle wichtige Ziele verfolgen – sei es Umweltschutz, Verbesserung der lokalen Infrastruktur oder soziales Engagement – bauen sie Brücken zueinander. Freiwilligenarbeit und gemeinschaftliches Helfen zeigen, dass wir zusammen mehr erreichen können, und sie schaffen starke Verbindungen untereinander.</li>
</ol>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das Kernstück all dessen ist, dass Menschen wieder spüren müssen, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sie aktiv mitgestalten können. Nur durch echte Begegnungen, gemeinsame Ziele und offene Kommunikation wächst Vertrauen und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ein Blick zurück auf die Pflege als unser Beispiel: Menschen dabei zu helfen, wieder gesund zu werden oder zumindest Linderung zu schaffen und sie zu begleiten, ist ein schöner, aber fordernder Beruf. Die Gewalt nimmt zu und trotzdem zeigen Pflegekräfte und Ärztinnen sowie Ärzte weiterhin hohen persönlichen Einsatz und Leidenschaft für ihre Arbeit.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Umso wichtiger ist es, ihnen Sicherheit, Wertschätzung und Unterstützung zu geben. Respekt ist keine Option, sondern Pflicht – füge niemandem zu, was du selbst nicht ertragen würdest!</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: Oktay Bahar</p>
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		<title>Fachkräftemangel im Gesundheitswesen</title>
		<link>https://forumwk.de/2025/11/05/fachkraeftemangel-im-gesundheitswesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philipp Scholz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur/Bildung/Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Fachkräftemangel]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gähnende Leere nicht nur im Bild des Beitrags! Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist für mich nicht nur eine statistische Größe, sondern eine tägliche Realität, die sich in meinen Projekten und Beratungen immer wieder zeigt. Prognosen legen nahe, dass bis 2035 in Deutschland rund 1,8 Millionen Stellen im Gesundheitswesen unbesetzt bleiben könnten. Das hat greifbare Folgen: [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2025/11/05/fachkraeftemangel-im-gesundheitswesen/">Fachkräftemangel im Gesundheitswesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gähnende Leere nicht nur im Bild des Beitrags! Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist für mich nicht nur eine statistische Größe, sondern eine tägliche Realität, die sich in meinen Projekten und Beratungen immer wieder zeigt. Prognosen legen nahe, dass bis 2035 in Deutschland rund 1,8 Millionen Stellen im Gesundheitswesen unbesetzt bleiben könnten. Das hat greifbare Folgen: Überlastete Teams, steigende Krankheitsfälle und letztlich eine gefährdete Versorgungsqualität.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Gründe für diese kritische Lage sind vielfältig. Zum einen sorgt der demografische Wandel dafür, dass die Bevölkerung altert und gleichzeitig viele erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Die Arbeitsbedingungen sind oft hart – hohe Arbeitsbelastung und Schichtdienste führen zu Burnout und Unzufriedenheit. Viele Beschäftigte fühlen sich gesellschaftlich zu wenig wertgeschätzt, und die Ausbildungskapazitäten reichen bei Weitem nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. Zudem zieht es Fachkräfte wegen besserer Bedingungen ins Ausland oder in andere Berufe.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Auswirkungen sind überall spürbar: Weniger Personal muss mehr Patienten versorgen, die Motivation sinkt, und die Wechselbereitschaft steigt. Dies führt zu Engpässen in der Versorgung und damit zu einer spürbaren Einschränkung der Behandlungsqualität.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Besonders betroffen sind nicht nur Ärzte und Pflegekräfte, sondern auch viele andere systemkritische Berufe im Krankenhaus – von Reinigungskräften, deren Hygiene für die Patienten überlebenswichtig ist, über den Patiententransport, ohne den keine Operation reibungslos ablaufen kann, bis hin zu Verpflegung und technischen Diensten, die das Krankenhaus am Laufen halten. Besonders dramatisch ist die Lage in der Aufbereitung von Medizinprodukten (AEMP). Ohne sterile Instrumente keine OPs – und doch ist dieses wichtige Fachgebiet zu wenig bekannt, oft unterbezahlt, mit hohen Anforderungen und wenig Anerkennung. Die Folge sind offene Stellen, Ausfälle und ein wachsenden Fachwissenverlust, der die Patientensicherheit gefährdet.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) empfiehlt deshalb die Einführung eines staatlich geregelten dualen Ausbildungsberufs für die Medizinprodukteaufbereitung. Die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich wächst, und es gibt gute Chancen für qualifizierte Fachkräfte, die sorgfältig ausgebildet werden. Nur mit einer solchen strukturierten Ausbildung und klaren Karrierewegen lässt sich der Fachkräftemangel in der AEMP bekämpfen – und damit ein wichtiger Beitrag zur Gesamtversorgung leisten.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die DGSV (Deutsche Gesellschaft für Sterilgutversorgung) hat erkannt, dass die fehlende staatliche Anerkennung der Ausbildung in der Medizinprodukteaufbereitung eine zentrale Lücke darstellt. Um diese zu schließen, engagiert sich die DGSV seit Jahren für die Entwicklung standardisierter Qualifikationen und praxisorientierter Weiterbildungsangebote. Ziel ist es, die hohen Anforderungen an Hygiene, Technik und Prozesssicherheit in der AEMP durch qualifiziertes Personal zu gewährleisten – auch ohne bisher geregelten Ausbildungsberuf. Mit ihren Zertifizierungsprogrammen, Empfehlungen und der durch die DGSV anerkannten Ausbildung zur Fachkraft für Medizinprodukteaufbereitung – FMA-DGSV® e.V. schafft sie eine verlässliche Grundlage für Qualität und Patientensicherheit, bis eine staatlich anerkannte Lösung etabliert ist.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Was muss also geschehen? Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und verlässlichere Dienstpläne. Die ganze Bandbreite der Gesundheitsberufe muss sichtbarer gemacht werden – in Schulen, in den Medien, in der öffentlichen Wahrnehmung. Automatisierung und Digitalisierung bieten Chancen, Arbeitsabläufe zu entlasten, Fehler zu reduzieren und damit den Druck auf die Menschen zu mindern. Und ganz entscheidend: Mehr Wertschätzung und Anerkennung – diese Berufe dürfen nicht länger im Schatten stehen, sondern müssen Teil der Klinikstrategie und der Qualitätsberichte werden.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ein weiterer Schlüssel zur Lösung ist qualifizierte Zuwanderung. Es gibt Plattformen, die bringen gezielt Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland, darunter sogar Vollmediziner aus Ländern wie Usbekistan. Durch strukturierte Programme, Sprachförderung und Anerkennung von Qualifikationen können sie schnell integriert werden und dringend benötigte Entlastung schaffen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Diese Erkenntnisse zeigen mir: Der Fachkräftemangel im deutschen Gesundheitswesen ist eine vielschichtige Herausforderung, aber nicht unüberwindbar. Es braucht gemeinsames Engagement, klare Strategien und Mut, neue Wege zu gehen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Wie begegnet ihr dem Fachkräftemangel in eurem Umfeld? Welche Lösungen funktionieren, was fehlt noch? Ich freue mich sehr auf eure Erfahrungen und Anregungen!</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Bild: Philipp Scholz</p>
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