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	<title>Klaus Ulinski, Autor bei Forum Wermelskirchen</title>
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	<title>Klaus Ulinski, Autor bei Forum Wermelskirchen</title>
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		<title>Ein altes Freibadfoto und die Frage, was wir heute darauf sehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jun 2026 10:58:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Foto]]></category>
		<category><![CDATA[Freibad Dabringhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Hakenkreuzfahne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich das Foto des Freibads in Dabringhausen auf der Internetseite der Rheinischen Post online sah, ging mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: Wie merkwürdig still und friedlich Geschichte aussehen kann, wenn man sie nur als Bild betrachtet. Da war dieses alte Foto des Freibads, offenbar aus den 1930er Jahren. Menschen in Badekleidung, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/06/06/ein-altes-freibadfoto-und-die-frage-was-wir-heute-darauf-sehen/">Ein altes Freibadfoto und die Frage, was wir heute darauf sehen</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
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<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Als ich das Foto des Freibads in Dabringhausen auf der <a href="https://rp-online.de/nrw/staedte/wermelskirchen/wermelskirchen-eintrittspreise-freibad-dabringhausen-2026_aid-149409589" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internetseite der Rheinischen Post online</a> sah, ging mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: Wie merkwürdig still und friedlich Geschichte aussehen kann, wenn man sie nur als Bild betrachtet. Da war dieses alte Foto des Freibads, offenbar aus den 1930er Jahren. Menschen in Badekleidung, ein Sommertag, ein Gefühl von Leichtigkeit, Normalität. Und im Bild sichtbar: eine Hakenkreuzfahne. Gleichzeitig bezog sich die Bildunterschrift überhaupt nicht auf die Zeit des Nationalsozialismus, sondern auf eine ganz aktuelle Nachricht aus dem Jahr 2026 – die Stabilisierung* der Eintrittspreise durch den Förderverein des Freibads.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade dieser Kontrast hat mich nachdenklich gemacht.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Denn das Bild tat etwas, was Bilder oft tun: Es riss zwei Zeiten zusammen, die wir gerne klar voneinander getrennt halten würden. Es zeigte, wie eng Alltag und politische Verrohung nebeneinander existieren können. Und noch bemerkenswerter war die Reaktion darauf. Für die einen war es ein historisches Foto, nicht mehr und nicht weniger – vielleicht sogar ein bisschen kurios, beinahe amüsant, so nach dem Motto: „So war es damals eben.“ Für andere war es irritierend, verstörend, ein Misston in der friedlichen Freibad-Nostalgie. Gerade dieser Unterschied in der Reaktion sagt vielleicht mehr über unsere Gegenwart aus als über die Vergangenheit.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Denn dieses Foto spiegelt auf seltsame Weise die Spaltungen innerhalb unserer Gesellschaft im Jahr 2026 wider.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Es zeigt nämlich etwas, das wir nur ungern zugeben: Diktaturen beginnen im Alltag nicht immer mit dem Ausnahmezustand, sondern oft mit Normalität. Mit Menschen, die baden gehen. Mit Familien, die ihren Sonntag verbringen. Mit einer Gesellschaft, die sich in dem Gefühl eingerichtet hat, dass das alles schon irgendwie seine Ordnung habe. Das Verstörende an solchen Bildern ist nicht nur das Hakenkreuz. Verstörend ist vor allem, dass die Menschen darunter nicht aussehen wie Karikaturen des Bösen. Sie sehen aus wie Menschen, die einen Sommertag genießen.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Die historische Herausforderung</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Katja Hoyer beschreibt in ihrem Buch <em>*Weimar: Glanz und Schrecken deutscher Geschichte* </em>genau dieses Nebeneinander. Ihr&nbsp; entscheidender Gedanke lautet, dass Weimar – und in gewisser Weise ganz Thüringen – ein Mikrokosmos deutscher Geschichte war. Eine Stadt der Klassik, des Bauhauses, von Goethe und Schiller. Und zugleich ein früher Schauplatz politischer Radikalisierung, ein Testfeld für den Nationalsozialismus –  ein Ort, an dem kulturelle Pracht und politische Barbarei nicht nacheinander, sondern nebeneinander existierten. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass Buchenwald nur wenige Kilometer von Weimar entfernt liegt. Hoyer zeigt, dass Kultur nicht automatisch vor einem Verlust der Hemmungen schützt. Bildung schützt nicht automatisch vor Wahnvorstellungen. Eine schöne Stadt, ein Theater, ein Park, ein Freibad – nichts davon ist eine Garantie für demokratische Widerstandsfähigkeit.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Sie beschreibt insbesondere Thüringen als frühen Experementierraum der Nazis. Dort wurde ausprobiert, was später im gesamten Reich durchgesetzt wurde: frühe Beteiligung an der Regierung, Eingriffe in Kultur und Bildung, die Neuinterpretation der Geschichte, die Besetzung öffentlicher Ämter und das Ausloten gesellschaftlicher Grenzen. Es war ein Laboratorium der Gewöhnung. Nicht der plötzliche Umbruch war entscheidend, sondern die allmähliche Verschiebung dessen, was als sagbar, machbar und akzeptabel galt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Wer heute aufmerksam das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt liest, der ahnt, warum die Vorgänge im Weimar des Jahres 1926 nicht bloß vergangen sind: Nicht als identische Wiederkehr, aber als beunruhigend vertraute Skizze dessen, wie gesellschaftliche Verunsicherung politisch verdichtet und ideologisch nutzbar gemacht werden kann.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Und genau an diesem Punkt wird das Foto aus Dabringhausen plötzlich mehr als nur ein altes Bild.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Denn es zeigt friedliche Menschen unter einem Symbol der Gewalt. Es zeigt nicht den Terror selbst, sondern die gesellschaftliche Oberfläche, unter der er bereits möglich geworden war. Es zeigt jene alltägliche Kulisse, in der politische Ideologie nicht immer als Warnung erscheint, sondern als Hintergrundgeräusch, als Fahne am Beckenrand, als etwas, das „einfach da ist“. Vielleicht ist das die eigentliche Herausforderung dieses Bildes: Es erinnert uns daran, dass die Verrohung der Gesellschaft nicht erst dann beginnt, wenn die Gewalt offen ausbricht, sondern schon dann, wenn ihre Zeichen uns nicht mehr verstören.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Deshalb lohnt es sich auch, einen Blick auf unsere Gegenwart zu werfen</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Wir leben im Jahr 2026 nicht in der Weimarer Republik. Die AfD ist nicht die NSDAP. Solche Gleichsetzungen wären historisch falsch und politisch unerquicklich. Wer daraus jedoch schließt, dass es nichts zu lernen gibt, wählt den einfachen Ausweg. Denn Parteien müssen nicht identisch sein, um ähnliche gesellschaftliche Dynamiken auszunutzen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Was Katja Hoyer in Bezug auf Weimar und Thüringen aufzeigt, ist kein Eins-zu-Eins-Vergleich, sondern ein Mechanismus: Eine Gesellschaft fühlt sich überfordert, ungehört und wirtschaftlich sowie kulturell verunsichert. Die politische Mitte reagiert darauf oft mit technokratischer Rhetorik, mit vagen Ankündigungen, mit Plattitüden statt Entscheidungen. Viele Menschen haben dann das Gefühl: Man kann dieses Gerede nicht mehr hören. Dieses Lavieren. Dieses Nicht-Sagen, keine klare Stellung beziehen. Diese Weigerung, längst notwendige Veränderungen anzupacken. Endlich anzupacken! Genau diese Lücke nutzen populistische Kräfte aus.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Nicht, weil sie bessere Lösungen hätten. Sondern weil sie dieses vage Unbehagen zuspitzen, vereinfachen und emotional verwerten.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ist das vielleicht die eigentliche Parallele: Nicht der Inhalt im historischen Detail, sondern die politische Funktion? Eine Partei nimmt Ängste, Sorgen, Ohnmachtsgefühle und Kränkungen auf, verdichtet sie ideologisch und verwandelt sie in ein Angebot: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Endlich sagt es mal einer.</em> <em>Endlich handelt jemand.</em> <em>Endlich Schluss mit dem Gerede.</em> </p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Und genau darin lag ja einst die Stärke der NSDAP. Sie erfand die Not nicht. Sie erfand die Unsicherheit nicht. Sie erfand auch die Abstiegsangst nicht. Aber sie verengte all das populistisch, gab ihm Feindbilder, Pathos und Richtung.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Die Debatte über die Brandmauer</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ist das der Punkt, an dem die Debatte über die sogenannte Brandmauer oft unerquicklich schief läuft? Heute streiten extreme Rechte, Teile einer verunsicherten Mittelschicht und links sensibilisierte gesellschaftliche Kräfte darüber, ob diese Brandmauer ein Popanz, zeitgemäß, sinnvoll oder überholt sei. </p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Aber allzu oft wird dabei die eigentliche Frage vergessen: Wofür steht die Partei, um die es hier geht? Nicht nur in ihrem Wahlprogramm, sondern in ihrer politischen Funktion? Welche gesellschaftlichen Stimmungen sammelt sie ein? Welche Sprache verschiebt sie? Welche Feindbilder normalisiert sie? Welche Vorstellung von Nation, Zugehörigkeit und „den anderen“ macht sie sagbar?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die eigentliche Gefahr liegt oft nicht in der offenen Diktaturdrohung, sondern in der Vorbereitung eines ideologischen Verdichtungsraums. In einem Klima also, in dem Ressentiment, Vereinfachung, kulturelle Verächtlichmachung und das Misstrauen gegen demokratische Verfahren nach und nach als berechtigte Härte erscheinen. In so einem Raum werden aus Tabubrüchen Gewohnheiten und aus Gewohnheiten schließlich politische Mehrheiten.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Darum ist die Frage nach der Brandmauer keine bloß taktische Frage. Sie ist auch eine kulturelle Frage. Eine Frage danach, ob eine demokratische Gesellschaft noch weiß, warum sie Grenzen zieht. Nicht aus symbolischer Eitelkeit, sondern aus historischer Erfahrung.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gerade deshalb ist das Freibadfoto so stark. Weil es uns daran erinnert, dass die Geschichte nicht immer mit Sirenen kommt. Manchmal kommt sie in Badehose. Manchmal lächelt sie. Manchmal ist sie eingebettet in den Alltag, in Vereine, Familien, Ausflüge, Feste, Preisnachlässe und Gemeinsinn. Und manchmal wirkt ein altes Bild deswegen fast harmlos, obwohl es ein Zeichen in sich trägt, das für Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung steht.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Dass manche darauf mit Irritation reagieren und andere mit Achselzucken oder Spott, ist kein Nebenaspekt. Es ist selbst Teil unserer Gegenwart. Es zeigt, wie tief die Unsicherheit darüber reicht, wie wir Geschichte lesen sollen. Als Mahnung? Als Kulisse? Als erledigtes Kapitel? Oder als Warnung davor, wie schnell sich demokratische Gesellschaften an Verschiebungen gewöhnen können?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Katja Hoyer zeigt in ihrem Buch eindrucksvoll, dass der Nationalsozialismus nicht einfach über eine fremde, unschuldige Gesellschaft hereinbrach. Er fand Resonanzen. Er fand Mitläufer, Wegseher, Erschöpfte, Enttäuschte, Opportunisten und Menschen, die vor allem ihre Ruhe wollten. Nicht jeder war Täter. Aber zu viele hielten das, was geschah, für hinnehmbar, solange es nicht sie selbst traf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das die unbequeme Botschaft, die auch in einem alten Freibadfoto steckt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Und vielleicht sollten wir gerade deshalb nicht fragen, ob uns die Debatte über Grenzen nach rechts langsam lästig wird. Sondern ob wir noch sensibel genug sind für die Momente, in denen politische Symbole, sprachliche Verschiebungen und gesellschaftliche Abstumpfung anfangen, wieder ganz normal auszusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn genau dann wird es gefährlich.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Buchempfehlung:</strong><br><br>Katja Hoyer: <br>“Weimar – Glanz und Grauen der deutschen Geschichte“<br>ISBN:&nbsp;978–3‑455–02159‑2<br>Verlag: Hoffmann und Campe</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Bild: Privat Klaus Ulinski / *Redaktionelle Änderung auf Hinweis des Fördervereins des Freibads</p>
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		<title>Leistungskürzungen?</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/05/27/leistungskuerzungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 15:28:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Eingliederungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungskürzungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine aufkommende Debatte um Kürzungen bei der Kinder‑, Jugend- und Eingliederungshilfe – Was die Debatte für Wermelskirchen bedeutet Was derzeit auf Bundes‑, Landes- und Kreisebene unter Begriffen wie&#160;„Effizienz“,&#160;„Steuerung“&#160;oder&#160;„Ressourceneinsatz“&#160;diskutiert wird, ist für Wermelskirchen keine abstrakte Verwaltungsfrage. Es geht nicht bloß um Zuständigkeiten oder Haushaltstechnik, sondern um den Alltag von Kindern in Grundschulen und Kindertagesstätten, um Familien [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/05/27/leistungskuerzungen/">Leistungskürzungen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
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<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Eine aufkommende Debatte um Kürzungen bei der Kinder‑, Jugend- und Eingliederungshilfe – Was die Debatte für Wermelskirchen bedeutet</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Was derzeit auf Bundes‑, Landes- und Kreisebene unter Begriffen wie&nbsp;<strong>„Effizienz“</strong>,&nbsp;<strong>„Steuerung“</strong>&nbsp;oder&nbsp;<strong>„Ressourceneinsatz“</strong>&nbsp;diskutiert wird, ist für Wermelskirchen keine abstrakte Verwaltungsfrage. Es geht nicht bloß um Zuständigkeiten oder Haushaltstechnik, sondern um den Alltag von Kindern in Grundschulen und Kindertagesstätten, um Familien mit hohem Unterstützungsbedarf und um Menschen mit Behinderungen in Wohnangeboten, Werkstätten, ambulanten Diensten und im öffentlichen Leben. Es geht also um die sehr konkrete Frage, ob Inklusion vor Ort getragen oder schrittweise ausgehöhlt wird.</p>



<p class="has-large-font-size has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Stellungnahmen des&nbsp;<strong>Paritätischen Wohlfahrtsverbands</strong>, der&nbsp;<strong>Lebenshilfe</strong>, der&nbsp;<strong>Linksfraktion im LVR</strong>&nbsp;und von&nbsp;<strong>alpha e.V.</strong>&nbsp;zeigen, wie ernst die Lage ist. Der Paritätische beschreibt ein internes Arbeitspapier von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden mit massiven Kürzungsvorschlägen in der Kinder- und Jugendhilfe und in der Eingliederungshilfe. Er warnt, die Umsetzung dieser Vorschläge würde&nbsp;<strong>„eine Rolle rückwärts bedeuten“</strong>. Diese Formulierung trifft den Kern. Wo individuelle Ansprüche geschwächt, Hilfen pauschalisiert und Verantwortung auf Familien, Schulen und Kitas verlagert werden, wird nicht modernisiert, sondern zurückgebaut.  (<a href="https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/massive-kuerzungsvorschlaege-bei-kindern-jugendlichen-und-menschen-mit-behinderung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/massive-kuerzungsvorschlaege-bei-kindern-jugendlichen-und-menschen-mit-behinderung/</a>)<br>(<a href="https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/neuerungen-fuer-menschen-mit-behinderung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/neuerungen-fuer-menschen-mit-behinderung</a>)</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Für Wermelskirchen hätte das unmittelbare Folgen. Besonders sichtbar wird das in den Grundschulen. Wenn Integrationshilfe und Schulassistenz beschnitten oder aus der Eingliederungshilfe herausgelöst würden, träfe das Kinder mit Behinderungen und Förderbedarf direkt. Inklusion funktioniert nicht durch gute Absicht oder schöne Leitbilder, sondern nur dann, wenn ein Kind die Unterstützung bekommt, die es tatsächlich braucht. Fehlt diese Unterstützung, verschlechtert sich nicht nur die Situation des betroffenen Kindes. Dann geraten auch Lehrkräfte, Mitschülerinnen und Mitschüler, Schulsozialarbeit und Eltern unter zusätzlichen Druck. Was dann oft als „Systemverantwortung der Schule“ bezeichnet wird, ist in Wahrheit nicht selten die Verlagerung professioneller Hilfe auf ohnehin belastete Strukturen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Linksfraktion im LVR hat das klar benannt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Die Vorschläge, Integrationshilfen und Schulassistenz (§112 SGB IX) zu streichen und die bedarfsgerechte Unterstützung der Kinder und Jugendlichen den Schulen ohne weitere Unterstützung aufzubürden, verstoßen gegen die UN-Behindertenrechtskonvention.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Und sie erinnert daran, was bereits erreicht wurde:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Ohne Schulassistenz besuchte heute in NRW nicht fast jede:r zweite Schüler:in mit sonderpädagogischen Förderbedarf eine allgemeine Schule – vor zwanzig Jahren war es nur knapp jede:r zehnte. Es wäre ein Unding, dies zurückzudrehen.”</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ähnlich problematisch ist die Lage in Kindergärten und Kitas. Der Paritätische kritisiert die Idee, allgemeine Infrastrukturangebote zu priorisieren und individuelle Hilfen zurückzudrängen. Auf dem Papier klingt das nach Vernetzung und Effizienz. In der Praxis bedeutet es oft, dass Kitas und Familienzentren Aufgaben übernehmen sollen, für die ihnen Personal, Zeit und fachliche Ausstattung fehlen. Der Paritätische formuliert es unmissverständlich:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Erzieher*innen der Kita können dies nicht leisten und sind dafür auch nicht ausgebildet.”</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das ist keine Geringschätzung pädagogischer Fachkräfte, sondern die realistische Beschreibung einer längst überlasteten Praxis. Für Wermelskirchen heißt das: Inklusive Förderung in Kitas würde schwerer, Familien würden häufiger mit Problemen allein gelassen, und Fachkräfte müssten erneut ausbaden, was politisch als „Reform“ verkauft wird.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Noch deutlicher wird diese Logik in der Rede von der&nbsp;<strong>„mehr Selbstverantwortung in den Familien“</strong>. Der Paritätische übersetzt das so:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Mehr Selbstverantwortung der Familien bedeutet übersetzt: Betreuungszeit, Betreuungspersonal und Qualität heruntersetzen, um Kosten zu sparen und die Betreuung auf Familien zu verlagern.”</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Darin liegt die soziale Härte dieser Debatte. Familien mit einem Kind mit Behinderung oder mit hohem Unterstützungsbedarf leben oft schon heute an ihrer Belastungsgrenze. Sie organisieren Therapien, Anträge, Fahrten, Arzttermine, Krisen und Pflege neben Beruf und Alltag. Wenn in dieser Situation der Staat sich weiter zurückzieht und das als Stärkung von Eigenverantwortung verkauft, dann ist das keine Hilfe zur Selbsthilfe. Es ist eine Abwälzung von Lasten.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Auch ambulante Dienste, Beratungsstellen, Wohnangebote und andere Einrichtungen der Behindertenarbeit in Wermelskirchen wären betroffen. Wenn Einzelfallhilfen zurückgedrängt, Leistungen stärker gepoolt und das Wunsch- und Wahlrecht eingeschränkt werden, verlieren Menschen mit Behinderungen reale Selbstbestimmung. Der Paritätische warnt deshalb zu Recht:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Eine Einschränkung des Leistungsspektrums macht Teilhabe zu einer Frage des Geldbeutels.”</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das ist vielleicht der härteste Satz in dieser Debatte, aber auch der ehrlichste. Wer Hilfsmittel über Listen und Obergrenzen deckelt, wer pauschale Lösungen über individuelle Bedarfe stellt und wer Menschen in standardisierte Angebote drängt, macht aus Teilhabe ein Haushaltskalkül.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die&nbsp;<strong>Lebenshilfe</strong>&nbsp;ergänzt diese Kritik auf wichtige Weise. Ihr Überblick zu den gesetzlichen Änderungen 2026 ist sachlich und nüchtern. Gerade deshalb zeigt er, wie widersprüchlich die Entwicklung ist. Einerseits gibt es Verbesserungen, etwa höhere Freibeträge in der Eingliederungshilfe oder verlängerte Weiterzahlung des Pflegegeldes in bestimmten Situationen. Andererseits benennt die Lebenshilfe klar: „Die Regelsätze steigen nicht.“</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das klingt technisch, ist aber sozialpolitisch brisant. Wenn Regelsätze stagnieren, während Lebenshaltungskosten und Krankenkassenbeiträge steigen, verschärft sich der Druck auf Menschen mit Behinderungen und ihre Familien. Gerade in einer Stadt wie Wermelskirchen, in der Mobilität zu Werkstätten, Therapien, Praxen und Beratungsstellen organisiert werden muss, entscheiden solche Belastungen mit darüber, ob Teilhabe gelingt oder scheitert. Zugleich erinnert die Lebenshilfe an den entscheidenden Grundsatz: Teilhabe ist Menschenrecht“</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Dort verläuft die rote Linie. Rechte, die nur gelten, solange sie billig sind, sind keine verlässlichen Rechte mehr.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Auch&nbsp;alpha e.V.&nbsp;warnt in seiner Stellungnahme deutlich. </strong>Geschäftsführer Florian Schäfer schreibt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Die aktuell diskutierten Einsparungen im Bereich der Eingliederungshilfe, Schulassistenz sowie weiterer Unterstützungs- und Teilhabeleistungen betrachten wir bei alpha e.V. mit großer Sorge.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Und weiter:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Gerade in Städten wie Wermelskirchen mit vergleichsweise überschaubaren Unterstützungsstrukturen können Kürzungen erhebliche Auswirkungen auf die konkrete Lebensrealität von Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen, Kindern, Jugendlichen und Familien entfalten.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das trifft den lokalen Punkt genau. In einer Großstadt lassen sich Defizite mitunter noch durch größere Angebotsdichte abfedern. In einer Kleinstadt schlagen Einschnitte schneller durch. Florian Schäfer von alpha e.V. formuliert daher zu Recht:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Aus unserer Sicht sind Teilhabeleistungen keine freiwilligen Zusatzangebote, sondern zentrale Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit und soziale Stabilität.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Und mit Blick auf Schulen und Kitas bemerkt Schäfer:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Pädagogische Fachkräfte können fehlende therapeutische, sozialpädagogische oder assistierende Unterstützung nicht dauerhaft kompensieren.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das ist keine Theorie, sondern Alltagserfahrung. Wer individuelle Hilfen kürzt, erzeugt Mehrbelastung an genau den Orten, an denen die Systeme längst unter Druck stehen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Aus der Stellungnahme von&nbsp;<strong>Henning Rehse, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler in der Landschaftsversammlung,</strong> wird ein anderer Schwerpunkt deutlich. Rehse betont vor allem die Finanzierungsfrage und schreibt, der Ausgangspunkt sei die sogenannte&nbsp;<strong>„Frei-AG“</strong>&nbsp;gewesen, in der wegen&nbsp;<strong>„steigender Fallzahlen und ständig steigenden Kosten“</strong>&nbsp;nach Lösungen gesucht worden sei. Er verweist auf die kommunale Forderung, die Kosten der Eingliederungshilfe künftig zu dritteln und dynamisch zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu verteilen. Das ist als Hinweis auf die kommunale Finanzkrise nicht falsch. Auch seine persönliche Bemerkung ist bemerkenswert:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>„Lassen Sie mich persönlich anmerken, dass aus meiner Sicht mit einem Steuereinkommen von über einer Billion Euro über alle Ebenen genug Geld in diesem Land vorhanden ist, um alle nötigen anfallenden Aufgaben sachgerecht zu finanzieren.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-large-font-size has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das ist ein wichtiger Satz, weil er der bequemen Behauptung widerspricht, Kürzungen seien zwangsläufig. Gleichzeitig relativiert Rehse die Debatte stark, wenn er von einer&nbsp;<strong>„nichtabgestimmten Vorschlagsliste“</strong>&nbsp;spricht und erklärt, man sei durch die Aktuelle Stunde im Bundestag der Lösung&nbsp;<strong>„kein Stück nähergekommen“</strong>. Mit dieser Einordnung liegt er im Prinzip richtig: Denn die eigentliche Kontroverse dreht sich nicht nur um Stilfragen, Leaks oder den Verlauf einer Bundestagsdebatte (die im Grunde nichts substantielles zu der wichtigen Thematik beigetragen hat), sondern um sehr konkrete Vorschläge, die für behinderte Menschen, Kinder und Familien reale Folgen hätten. Wer den Schwerpunkt fast nur auf Verfahren und Finanzierung legt, verharmlost leicht die soziale Substanz des Konflikts. (s. hierzu: https://dip.bundestag.de/vorgang/kein-sozialabbau-auf-kosten-von-kindern-jugendlichen-familien-und-menschen/334282 – HIER: Zusatzpunkt 15: „Kein Sozialabbau auf Kosten von Kindern, Jugendlichen, Familien und Menschen mit Behinderungen“)</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Keine Stellungnahme von Bürgermeister, CDU und Bürgerforum</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Bezeichnend ist deshalb auch, dass es vor Ort an klaren politischen Antworten mangelt.&nbsp;<strong>Der Bürgermeister, das Bürgerforum und die CDU in Wermelskirchen haben eine Stellungnahme abgelehnt oder unsere Anfragen unbeantwortet gelassen.</strong>&nbsp;Auch das gehört zur Wahrheit. Wenn es um so grundlegende Fragen von Teilhabe, Inklusion und sozialer Infrastruktur geht, ist Schweigen keine Nebensache. Schweigen ist dann selbst eine politische Aussage.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Werden also weitere Einschnitte auf die Menschen in Wermelskirchen zukommen? Wenn sich die Richtung dieser Vorschläge durchsetzt, ist diese Sorge berechtigt. Die Verschlechterungen müssen nicht immer als offene Streichung sichtbar werden. Sie können schleichend auftreten: durch strengere Bewilligungen, längere Verfahren, stärkere Verweise auf Gruppenangebote, höhere Hürden bei Hilfsmitteln oder die stille Erwartung, dass Schulen, Kitas und Familien schon irgendwie auffangen, was an professioneller Unterstützung verschwindet. Gerade diese schleichende Form des Sozialabbaus ist gefährlich, weil sie sich sprachlich so gut als&nbsp;<strong>„Neuordnung“</strong>&nbsp;oder&nbsp;<strong>„Reform“</strong>&nbsp;tarnen lässt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Natürlich sind Reformen nötig. Zuständigkeiten müssen klarer, Verfahren einfacher und Bürokratie kleiner werden. Aber Reform ist nicht dasselbe wie Kürzung. Reform darf nicht heißen, dass individuelle Ansprüche geschleift, inklusive Bildung unterfinanziert und familiäre Überlastung zur stillen Normalität erklärt werden. Die Belastungsgrenze ist dort erreicht, wo Inklusion zwar feierlich beschworen, im Alltag aber nicht mehr ermöglicht wird. Sie ist dort erreicht, wo ein Kind in der Grundschule formal dabei ist, aber ohne Assistenz scheitert. Sie ist dort erreicht, wo eine Kita zusätzliche Aufgaben übernehmen soll, ohne die Mittel dafür zu haben. Und sie ist dort erreicht, wo Menschen mit Behinderungen wieder lernen müssen, dass ihr Recht auf Teilhabe nur so lange gilt, wie es der Kassenlage passt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Für Wermelskirchen heißt das: Die Stadt und ihre Einrichtungen brauchen verlässliche Unterstützung, personenzentrierte Hilfen und einen politischen Willen, Inklusion nicht nur in Sonntagsreden zu feiern, sondern im Alltag abzusichern. Die Linksfraktion im LVR hat dafür den richtigen Maßstab formuliert:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>“Wir verstehen den Landschaftsverband Rheinland nicht nur als Kosten- und Leistungsträger, sondern auch als Anwalt der Inklusion sowie der Menschen, die der Unterstützung bedürfen.”</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Daran sollten sich alle Verantwortlichen messen lassen. Wer bei Eingliederungshilfe, Schulassistenz, Einzelfallhilfen oder Hilfsmitteln kürzt, spart nicht an abstrakten Strukturen. Er spart an Kindern, an Familien, an pflegenden Angehörigen und an Menschen, die ohnehin schon mehr Hürden überwinden müssen als andere.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Eine anständige Gesellschaft erkennt man nicht daran, wie schnell sie bei den Schwächsten spart. Man erkennt sie daran, ob sie gerade dann Haltung zeigt, wenn der Spardruck groß wird. Wenn ausgerechnet diejenigen die Rechnung zahlen sollen, die sich am wenigsten wehren können, dann ist Widerspruch keine Unhöflichkeit, sondern Pflicht. Wermelskirchen braucht Reformen mit Vernunft und Gerechtigkeit. Was es nicht braucht, ist ein Rückschritt, der als Modernisierung verkauft wird und am Ende die Falschen trifft.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Bild: Privat Klaus Ulinski</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://dip.bundestag.de/vorgang/kein-sozialabbau-auf-kosten-von-kindern-jugendlichen-familien-und-menschen/334282" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://dip.bundestag.de/vorgang/kein-sozialabbau-auf-kosten-von-kindern-jugendlichen-familien-und-menschen/334282</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/massive-kuerzungsvorschlaege-bei-kindern-jugendlichen-und-menschen-mit-behinderung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/massive-kuerzungsvorschlaege-bei-kindern-jugendlichen-und-menschen-mit-behinderung</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/neuerungen-fuer-menschen-mit-behinderung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.lebenshilfe.de/informieren/familie/neuerungen-fuer-menschen-mit-behinderung</a></p>
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		<title>Geburtstag des Grundgesetzes — Für dich. Für uns. Für alle.</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/05/23/geburtstag-des-grundgesetzes-fuer-dich-fuer-uns-fuer-alle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2026 10:28:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Grundgesetz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Grundgesetz feiert sein Jubiläum – eine gute Gelegenheit, seinen Wert für unser&#160;Zusammenleben&#160;in Wermelskirchen&#160;klar zu benennen. Es schützt die&#160;Würde des Menschen, Presse- und Versammlungsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und die Gewaltenteilung. Diese Rechte sind nicht abstrakt: Sie&#160;tragen&#160;unser&#160;Vereinsleben, unsere Schulen, die lokale Presse und den Schutz von Minderheiten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft dazu auf, den 23. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/05/23/geburtstag-des-grundgesetzes-fuer-dich-fuer-uns-fuer-alle/">Geburtstag des Grundgesetzes — Für dich. Für uns. Für alle.</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Grundgesetz feiert sein Jubiläum – eine gute Gelegenheit, seinen Wert für unser&nbsp;Zusammenleben&nbsp;in Wermelskirchen&nbsp;klar zu benennen. Es schützt die&nbsp;Würde des Menschen, Presse- und Versammlungsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und die Gewaltenteilung. Diese Rechte sind nicht abstrakt: Sie&nbsp;tragen&nbsp;unser&nbsp;Vereinsleben, unsere Schulen, die lokale Presse und den Schutz von Minderheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft dazu auf, den 23. Mai als ersten&nbsp;deutschlandweiten&nbsp;Ehrentag&nbsp;zu nutzen: „Demokratie lebt von Menschen, die&nbsp;mitmachen.“&nbsp;Eingebettet in den&nbsp;Aktionszeitraum&nbsp;16. bis 31. Mai&nbsp;geht es um Begegnung und gemeinsames Tun&nbsp;– vom&nbsp;Aufräumen,&nbsp;über inklusive Sportangebote bis hin zum&nbsp;Spieleabend im Seniorenheim. Sich zu engagieren kann auch Spaß machen:&nbsp;Gemeinschaftsgefühl entsteht oft genau beim gemeinsamen Anpacken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig ist Demokratie verletzlich. Der Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen und der AfD führt zu Polarisierung und Ausgrenzung in unseren Debatten. Hinzu kommt ein weiteres Problem, zu Verzeichnen hier in Wermelskirchen: das Schweigen einiger Kommunalpolitiker – darunter insbesondere jener aus den Reihen der Mehrheitspartei, der CDU. Ihnen sei an diesem Tag gesagt: Wenn unbequeme Fragen unbeantwortet bleiben oder ignoriert werden, schwindet die Teilhabe; der politische Diskurs verengt sich und öffnet denen die Tür, die mit lauten Stimmen polarisieren. Demokratie braucht Antworten, kein Schweigen. Und das sollten sich viele aus der großen und der kleinen Politik zu Herzen nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lasst uns also nicht nur feiern, sondern handeln: Straßenfeste, Info‑Stände, Schul‑ und Senior*innen‑Aktionen oder Diskussionen im Forum können zeigen, was das Grundgesetz hier konkret bedeutet. Am 23. Mai und in der Aktionswoche — für Wermelskirchen: aktiv, sichtbar und dialogbereit.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: Klaus Ulinski</p>
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		<title>AfD-Gesprächsabend in Wermelskirchen – Christen in der AfD</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/05/19/afd-gespraechsabend-in-wermelskirchen-christen-in-der-afd/</link>
					<comments>https://forumwk.de/2026/05/19/afd-gespraechsabend-in-wermelskirchen-christen-in-der-afd/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2026 18:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche/Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter dem Titel „Gedenken, Volkstrauer in Deutschland und bei unseren Nachbarn – Zusammenhalt stärken“ veranstaltete die Gruppe „Christen in der AfD-West“ am 15. Mai 2026 eine Veranstaltung in den Bürgerhäusern von Wermelskirchen.&#160; Laut einem Bericht von Pfarrer Manfred Jetter, der wie seine Kollegin Pfarrerin Almuth Conrad als örtlicher evangelischer Pfarrer an dem Abend teilnahm, waren [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/05/19/afd-gespraechsabend-in-wermelskirchen-christen-in-der-afd/">AfD-Gesprächsabend in Wermelskirchen – Christen in der AfD</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Unter dem Titel „Gedenken, Volkstrauer in Deutschland und bei unseren Nachbarn – Zusammenhalt stärken“ veranstaltete die Gruppe „Christen in der AfD-West“ am 15. Mai 2026 eine Veranstaltung in den Bürgerhäusern von Wermelskirchen.&nbsp; Laut einem Bericht von Pfarrer Manfred Jetter, der wie seine Kollegin Pfarrerin Almuth Conrad als örtlicher evangelischer Pfarrer an dem Abend teilnahm, waren knapp zehn AfD-Anhänger anwesend, dazu gut 25 Personen aus örtlichen christlichen Gemeinden, dem CVJM und anderen Gruppen. Diese, so Jetter, seien „mit offenem, aber kritischem Ohr“ gekommen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der Abend sollte dem Titel nach an Krieg, Tod, Trauer und Versöhnung erinnern. Tatsächlich zeigte sich jedoch schnell, dass unter dem Deckmantel des Gedenkens auch zentrale politische Begriffe der AfD verhandelt wurden: Volk, Familie, Christentum, Migration, Remigration und das Verhältnis der AfD zu den Kirchen.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Das Konzept des „Volkes“ als Ausgangspunkt</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Nach Jetters Darstellung war der Beitrag von Barbara Palluch aus Dortmund besonders prägend. Sie habe schon als erste Rednerin sehr schnell aus dem Wort „Volkstrauertag“ abgeleitet, dass es zum Trauern zwingend ein „Volk“ brauche. Dieses „Volk“ verstehe sie als Gemeinschaft, die von der „Keimzelle der Familie“ getragen werde. Das „liebende Herz“, so Frau Palluch Darstellung, könne neben Familie und Nachbarn höchstens noch eine Größe wie ein „Volk“ erfassen. Zum deutschen Volk gehöre auch das Christentum als wichtige Grundlage. &nbsp;</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Genau hier liegt der kritische Kern des Abends. Denn der Begriff „Volk“ ist in der deutschen Geschichte nicht neutral. Wer ihn im Zusammenhang mit Trauer, Familie und christlicher Identität verwendet, muss erklären, ob damit ein offener, demokratischer Gemeinwesenbegriff gemeint ist – oder ob bestimmte Menschen, Lebensformen und kulturelle Prägung nur eingeschränkt dazugehören.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Und genau diese Frage wurde aus dem Publikum gestellt: Was ist mit Familien, in denen Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Traditionen zusammenleben? Was ist mit anderen Partnerschaften?</p>



<p class="has-text-align-justify has-large-font-size wp-block-paragraph">Die Antworten scheinen diese Bedenken nicht ausgeräumt zu haben. Vielmehr fügt sich Palluchs Familien- und Volksbegriff in ein politisches Umfeld ein, in dem die AfD in Sachsen-Anhalt in ihrem Regierungsprogramm die aus Vater, Mutter und Kindern bestehende Familie als gesellschaftliche Norm darstellt und diese ausdrücklich mit dem „Fortbestand unseres Volkes“ verbindet. Dort heißt es, die „Sonderstellung der Familie aus Vater, Mutter und Kindern“ sei beizubehalten, „um die Zukunft und den Fortbestand unseres Volkes zu garantieren“. siehe hierzu auch: afd-regierungsprogramm.de</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Das Gedenken trat in den Hintergrund</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der zweite Redner, Jakob Baidin aus Lippe, verfolgte nach Jetters Bericht einen anderen Ansatz. Baidin bezog sich auf seine russlanddeutsche Familiengeschichte und betonte, christliche Werte wie Liebe, Respekt und Wahrheit gelte gegenüber allen Menschen. Liebe gelte auch für Menschen in anderen globalen und kulturellen Kontexten sowie im Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Dem Bericht zufolge wirkte dieser Beitrag weniger politisch polarisiert.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Hans-Joachim Lietzmann aus Wermelskirchen sprach anschließend über seine Erfahrungen mit dem Tod als Soldat. Er forderte eine bessere Pflege deutscher Kriegsgräber und ein breiteres öffentliches Gedenken am Volkstrauertag. Laut Jetter äußerte er sich positiv über die Gedenkveranstaltung in Wermelskirchen an den Hüpp-Anlagen und die Beiträge der hiesigen Schülerinnen und Schüler.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Dennoch schien das eigentliche Thema „Gedenken“ nach Jetters Ansicht insgesamt „eher zweitrangig“. Stattdessen drehte sich die anschließende Diskussion ausführlich um Palluchs Konzept des Volkes, der Familie, der Migration, der Remigration und der Rolle der Kirchen. Dadurch verlagerte sich der Abend von einer Gedenkveranstaltung hin zu einer politischen Debatte über nationale Identität.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Kirchen als Gegnerbild</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ein weiterer Streitpunkt war das Verhältnis der AfD zu den Kirchen. Zuhörer wiesen auf die kritische Haltung der AfD gegenüber kirchlichen Institutionen hin, insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Regierungsprogramms der AfD in Sachsen-Anhalt. Tatsächlich enthält das Programm deutliche Angriffe auf kirchliche Persönlichkeiten. So will die AfD in Sachsen-Anhalt beispielsweise dem „Kirchenasyl“ ein Ende setzen und die Kirchen dafür finanziell zur Verantwortung ziehen. Außerdem fordert sie, die Mittel für die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt zu kürzen, da diese angeblich „politische Agitation im Interesse der Altparteien“ betreibe.&nbsp;(siehe auch: https://afd-regierungsprogramm.de/)</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Damit wird Christentum weniger als pluraler Glaubensraum verstanden, sondern als kultureller Marker. Genau darin liegt die Gefahr einer politischen Instrumentalisierung: Christliche Begriffe werden zur Stärkung der nationalen Identität herangezogen, während kirchliche Stimmen durchweg politisch verdächtig erscheinen, wenn sie Begriffe wie Migration, Menschenrechte oder Versöhnung anders gewichten.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Migration und Remigration bleiben präsent</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Auch das Thema Remigration wurde kritisch nachgefragt, so Manfred Jetter. Barbara Palluch habe demnach erklärt, das sei „nicht so schlimm gemeint“, wie es oft dargestellt werde. Das Publikum verwies dagegen darauf, dass eine umfassende Rückführung von Menschen mit Migrationshintergrund viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens beeinträchtigen würde – etwa das Gesundheitswesen, das Handwerk und den Verkehr. Jetters Darstellung zufolge ließ Palluch dieses Argument nicht gelten.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>„Das ist alles nicht so schlimm gemeint“</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Auch hier lohnt sich ein Blick auf das Regierungsprogramm der AfD für Sachsen-Anhalt. Darin ist nicht nur allgemein von einer „180-Grad-Wende in der Migrationspolitik“ die Rede, sondern auch von einer „Abschiebungs- und Remigrationsoffensive“. Das Programm fordert unter anderem „Remigrationsratgeber statt Integrationsratgeber“ und skizziert eine umfassende Remigrationspolitik, die Abschiebungen, freiwillige Rückkehrprogramme und die Rückführung deutscher Fachkräfte umfassen soll (afd-regierungsprogramm.de)</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Damit steht die Wermelskirchener Diskussion nicht isoliert. Wenn an einem christlich gerahmten Gedenkabend über Volk, Familie und Remigration gesprochen wird, berührt dies zentrale Positionen der AfD. Der Titel „Zusammenhalt stärken“ bleibt dann ambivalent: Zusammenhalt für wen? Für die europäischen Nachbarn? Für das demokratische Gemeinwesen in seiner Vielfalt – oder für eine enger definierte nationale Gemeinschaft?</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Der Dortmunder Kontext von Barbara Palluch</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Für die Einordnung von Barbara Palluch ist auch ein Blick auf Veröffentlichungen aus dem Dortmunder AfD-Umfeld wichtig. Auf der Internetseite der AfD-Fraktion Dortmund findet sich ein Beitrag, in dem Fördergelder gegen Rechtsextremismus und für Vielfalt als Finanzierung eines „Heer(s) aus zivilen Meinungswächtern“ bezeichnet werden. Unter den genannten Gruppen wird auch die „Roma-Lobbygruppe ‚Romano Than‘“ aufgeführt. Die AfD-Fraktion schreibt dazu unter dem Namen von Frau Palluch, Ziel des „grün-rot-radikalen Ratsestablishments“ sei es, andersdenkende Bürger einzuschüchtern und die AfD zu diskreditieren. (afd-do-fraktion.de)</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der im Zusammenhang mit Palluch genannte Post über „Romano Than“ geht sprachlich noch weiter. Dort ist von einem „Roma-Lobbyverein“ und einer „Extrawurst auf Steuerzahlerkosten“ die Rede. Außerdem heißt es, das „rot-grün-radikale Ratsestablishment“ verschleudere Steuergeld „an fremde Gruppierungen“. Diese Wortwahl ist problematisch. Sie stellt eine Minderheitenorganisation nicht als legitimen sozialen oder beratenden Akteur dar, sondern markiert sie als fremd, privilegiert und belastend für „den Dortmunder“, der angeblich zahlen müsse.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gerade vor dem Hintergrund eines Wermelskirchener Abends, der „Zusammenhalt“ stärken will, ist diese Sprache erklärungsbedürftig. Wer Minderheitenförderung als „Extrawurst“ und „fremde Gruppierung“ beschreibt, befördert nicht Zusammenhalt, sondern Abgrenzung. Das gilt umso mehr, wenn dieselbe politische Akteurin an einem Abend über Volk, Familie und christliche Grundlagen spricht.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>„Christen in der AfD“&nbsp; – AfD„light“ – aber mit erkennbarem Subtext</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Pfarrer Manfred Jetter zieht in seiner Nachbetrachtung ein differenziertes Fazit. An diesem Abend habe sich eine&nbsp;„AfD light“&nbsp;präsentiert, „verträglich und (überwiegend) diszipliniert“. Möglicherweise, so seine Einschätzung, sei dies geschehen, „um gerade im christlichen Bereich unserer Region Fuß zu fassen“. Nur einmal sei der Begriff „Altparteien“ gefallen, Migration und innere Sicherheit seien nur angedeutet worden. Angesichts des überwiegend kritischen Publikums sei mit stark polarisierenden Thesen vermutlich nicht viel zu gewinnen gewesen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Diese Beobachtung ist durchaus als politisch bedeutsam zu betrachten. Der Abend war offenbar nicht von offener Radikalität geprägt. Doch er zeigte, wie AfD-Positionen in eine weichere, religiös anschlussfähige Sprache übersetzt werden können. Aus „Migration“ wird die Frage nach begrenzter Liebe und Verantwortung. Aus „Remigration“ wird ein angeblich missverstandener Begriff. Aus nationaler Identität wird „Volkstrauer“. Aus Parteipolitik wird christliche Kulturdeutung.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Damit bestätigt der Abend den zentralen Vorwurf an die „Christen in der AfD“: Religiöse Identität wird genutzt, um politische Positionen moralisch aufzuwerten und gesellschaftlich anschlussfähiger zu machen. Nicht jede Aussage des Abends war radikal. Aber der Rahmen, die Begriffe und die eingeladenen Personen zeigen, wie eng christliche Sprache, nationale Identität und AfD-Programmatik miteinander verwoben werden.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Zum Schluss bat Pfarrer Jetter die Referenten, ihre vorgetragenen christlichen Überzeugungen in der eigenen Partei geltend zu machen und sich für inhaltliche Mäßigung sowie weniger Polemik in der Auseinandersetzung einzusetzen. Das ist vielleicht der entscheidende Prüfstein: Wenn christliche Werte an diesem Abend mehr sein sollten als ein kulturelles Etikett, müssten sie sich gerade dort bewähren, wo Menschen ausgegrenzt, Minderheiten abgewertet oder politische Gegner verächtlich gemacht werden.</p>



<p class="has-text-align-justify has-small-font-size wp-block-paragraph">Bild: Privat Klaus Ulinski</p>
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		<title>Buchbesprechung</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/05/14/buchbesprechung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 13:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur/Bildung/Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches Buch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>“Demokratie unter Druck” – Marc Raschkes Weckruf zur Verteidigung des Rechtsstaats Mit „Demokratie am Limit? Warum unser Vertrauen schwindet und wie wir es zurückgewinnen“ hat Marc Raschke ein Buch geschrieben, das nicht beruhigen, sondern aufrütteln will. Es ist kein trockenes politikwissenschaftliches Handbuch, sondern ein engagierter, streitbarer und klar positionierter Essay über den Zustand der Demokratie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/05/14/buchbesprechung/">Buchbesprechung</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">“Demokratie unter Druck” – Marc Raschkes Weckruf zur Verteidigung des Rechtsstaats</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Mit „Demokratie am Limit? Warum unser Vertrauen schwindet und wie wir es zurückgewinnen“ hat Marc Raschke ein Buch geschrieben, das nicht beruhigen, sondern aufrütteln will. Es ist kein trockenes politikwissenschaftliches Handbuch, sondern ein engagierter, streitbarer und klar positionierter Essay über den Zustand der Demokratie in Deutschland. Raschke analysiert, wie das Vertrauen in Politik, Medien und Institutionen verloren geht – und warum gerade dies eine große Gefahr für das demokratische Zusammenleben darstellt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt steht seine These, dass die Bedrohung der Demokratie nicht nur von offen rechtsextremen Kräften ausgeht, sondern auch von der Normalisierung rechter Sprache, rechter Narrative und autoritärer Denkmuster bis weit in die&nbsp; gesellschaftliche Mitte hinein. besonders kritisch blickt Raschke dabei auf die Rolle der CDU/CSU, denen er vorwirft, rechte Positionen rhetorisch und politisch anschlussfähig zu machen.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Ein Buch mit Haltung</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Raschkes Stil ist direkt, polemisch, zugespitzt und voller Dringlichkeit. Das Buch will nicht neutral zwischen allen Seiten vermitteln, sondern deutlich Stellung beziehen. Genau darin liegt seine Stärke: Es zwingt zur Auseinandersetzung. Raschke beschreibt Demokratie nicht als einen bequemen Zustand, sondern als etwas, das immer wieder aktiv verteidigt werden muss – durch Widerspruch, Beteiligung, Solidarität und zivilgesellschaftliches Engagement.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer seiner zentralen Aussagen bringt er prägnant auf den Punkt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Demokratie ist kein Lieferservice.”</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Damit wendet er sich gegen die Vorstellung, Demokratie müsse einfach nur&nbsp; Wünsche erfüllen. Für Raschke lebt sie von Konflikt, Kompromiss und Beteiligung – nicht von politischem Konsum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso eindringlich beschreibt er die schleichende Gefahr autoritärer Entwicklungen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Faschismus fing nicht mit Auschwitz an. Er fing damit an, dass sich die Sprache änderte</em>.<em>”</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Dieser Satz gehört zu den stärksten des Buches. Er macht deutlich, dass politische Enthemmung nicht plötzlich entsteht, sondern in kleinen Verschiebungen beginnt – in Worten, Bildern und Deutungen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Und schließlich formuliert Raschke auch den Gegenentwurf, den er der Ohnmacht entgegensetzt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Solidarität ist der Schlüssel gegen Faschismus.”</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Dies ist die vielleicht wichtigste Botschaft des Buches: Demokratie kann nicht allein durch Institutionen gerettet werden, sondern nur durch Menschen, die füreinander einstehen und sich einmischen.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Wer ist Marc Raschke?</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Marc Raschke,</strong> Jahrgang 1976, ist Journalist, Redakteur, Politik- und Kulturwissenschaftler sowie Historiker. Bekannt wurde er unter anderem Kommunikations- und Populismusexperte sowie während der Pandemie als verständlicher Erklärer wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Themen in den sozialen Medien. Er arbeitet als Berater für PR- und Employer Branding-Berater und ist Mitbegründer der Agentur <strong>Blaulicht</strong> in Hamburg. Mit seinen Büchern und öffentlichen Beiträgen verbindet er politische Analyse mit dem Anspruch, gesellschaftliche Debatten verständlich und zugänglich zu machen.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Für wen ist dieses Buch interessant?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Demokratie am Limit?“ </strong>ist besonders lesenswert für alle, die sich fragen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">• warum politische Debatten so aufgeheizt geführt werden,</p>



<p class="wp-block-paragraph">• wie Vertrauen demokratische Institutionen verloren geht,</p>



<p class="wp-block-paragraph">• welche Rolle Sprache und Medien dabei spielen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">• und was jede und jeder Einzelne dagegen tun kann.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Wer eine ausgewogene Abwägung aller politischen Perspektiven sucht, wird hier nicht immer fündig. Wer jedoch ein engagiertes, streitbares und aktuelles Buch lesen möchte, das Haltung zeigt und Debatten anstößt, findet in Raschkes Text einen eindringlichen Impuls.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Mein Fazit</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Marc Raschkes Buch ist ein Weckruf. Es ist unbequem, deutlich und bewusst nicht versöhnlich formuliert. Gerade dadurch entfaltet es Wirkung. „Demokratie am Limit?“ erinnert daran, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist – und dass ihr Fortbestand nicht nur von Wahlen, sondern vom täglichen Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger abhängt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Daher ist dieses Buch ist meiner Meinung nach nicht nur eine politische Lektüre, sondern auch eine Einladung zur Diskussion – passend zur Autorenlesung im AJZ Bahndamm <strong>am 5. Juni 2026 um 19 Uhr.</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-794e3cfa wp-block-columns-is-layout-flex">
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:100%">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hinweis auf die Autorenlesung in Wermelskirchen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Marc Raschke ist mit seinem Buch auch in Wermelskirchen zu Gast:&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Autorenlesung mit Marc Raschke</strong><br><strong>AJZ Bahndamm, Wermelskirchen</strong><br><strong>5. Juni 2026, 19.00 Uhr</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Veranstaltung bietet Gelegenheit, den Autor persönlich zu erleben und mit ihm über Demokratie, politische Kommunikation und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen ins Gespräch zu kommen.</p>
</div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Buchtipp:</strong>&nbsp;<em>Marc Raschke – Demokratie am Limit?</em><br>Lisa Müller (Hrsg.) Gesellschaft, Politik &amp; Medien.<br>Paperback. 116 Seiten.&nbsp;<strong>ISBN</strong>-13: 9783695101818.&nbsp;<br><strong>Verlag</strong>: BoD – Books on Demand.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein engagiertes und zugespitztes Buch über Vertrauensverlust, Rechtsruck und demokratische Verantwortung. Raschke zeigt, warum Demokratie verteidigt werden muss – durch Haltung, Solidarität und aktives Mitgestalten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Autorenlesung:</strong><br><strong>05.06.2026, 19 Uhr</strong><br><strong>AJZ Bahndamm, Wermelskirchen</strong></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Bild: Forum Wermelskirchen / Marie-Louise Lichtenberg</p>
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		<item>
		<title>„Lasst uns reden“ — oder besser: „Wir müssen reden“</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/05/14/lasst-uns-reden-oder-besser-wir-muessen-reden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 08:08:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Familie/Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur/Bildung/Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Haus der Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://forumwk.de/?p=9042</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gestern, am Mittwoch war das Haus der Begegnung Schauplatz einer Begegnung, die noch lange nachhallen wird. Natalia Kucherenko und Leonard Silakov hatten geladen – nicht, um uns einen Vortrag zu halten, sondern um uns einzuladen: „Lasst uns reden“. Und&#160; schnell wurde klar: Gemeint ist nicht, dass nur sie reden – gemeint ist, dass wir miteinander [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gestern, am Mittwoch war das Haus der Begegnung Schauplatz einer Begegnung, die noch lange nachhallen wird. Natalia Kucherenko und Leonard Silakov hatten geladen – nicht, um uns einen Vortrag zu halten, sondern um uns einzuladen: „Lasst uns reden“. Und&nbsp; schnell wurde klar: Gemeint ist nicht, dass nur sie reden – gemeint ist, dass wir miteinander reden.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Was sich daraus entwickelte, war weit mehr als eine Gesprächsrunde: Natalia, Leonard, Natalja, Svetlana und Alina trafen auf Menschen aus Wermelskirchen, und sechs Gäste aus unserer Stadt schlossen sich an, sodass ein Kreis von Leuten entstand, die neugierig aufeinander waren und bereit, einander zu begegnen. Es war ein Kennenlernen voller Wärme, tiefer Gespräche und ehrlicher Offenheit, und viele von uns gingen mit dem starken Eindruck nach Hause, dass wir, die hier groß geworden sind, seit Jahren in Frieden und Wohlstand leben und gerade deshalb noch viel lernen können. Unsere ukrainischen Freundinnen und Freunde haben uns gezeigt, was Durchhaltevermögen bedeutet: niemals aufgeben, Hürden überwinden und einem neuen Anfang wagen. Aus ihren Erzählungen über die alte Heimat und den Beginn in der neuen Heimat in Wermelskirchen haben wir gelernt, wie wichtig Wurzeln sind – alte und neue – und wie sie durch Begegnung, Zuhören und den Willen, die Zukunft anzunehmen, wachsen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Gespräche gingen über Sprache hinaus: Es ging darum, wie wir denken, fühlen und miteinander umgehen; wie wir Feste feiern; wie wir uns begegnen und wie wir uns sehen. Es waren Momente des Lernens – nicht nur des Deutschlernens, sondern des Menschlichwerdens durch Nähe und Austausch.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ich gehe nach diesem Abend mit dem tiefen Gefühl nach Hause, wunderbare Menschen kennengelernt zu haben. Und ich freue mich darauf, jeden Mittwoch um 17.30 Uhr wiederzukommen ins „Haus der Begegnung“, um genau dieses Gespräch fortzusetzen. Denn nach dieser Begegnung denke ich nicht mehr nur: „Lass uns reden“ – ich denke: „Wir müssen reden.“</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Danke an Natalia, Leonard und alle, die diesen Abend möglich gemacht haben. Begegnungen wie diese verändern eine Stadt; sie verändern Menschen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph">Natalia Kucherenko und Leonard Silakov laden jeden Mittwoch um 17:30 Uhr ins “Haus der Begegnung”, Schillerstrasse 6 ein. </p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: Klaus Ulinski</p>
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		<title>AfD-Gesprächsabend in Wermelskirchen: Gedenken, Christentum und politische Deutung</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/05/11/afd-gespraechsabend-in-wermelskirchen-gedenken-christentum-und-politische-deutung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 17:31:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirche/Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 15. Mai 2026 veranstaltet die Gruppe „Christen in der AfD“ in Wermelskirchen einen Diskussionsabend unter dem Titel „Gedenken, Volkstrauer in Deutschland und bei unseren Nachbarn – Zusammenhalt stärken“. Die Veranstaltung findet am 15.05.2026 und 19:00 Uhr in den Bürgerhäusern statt. Nach Angaben des Veranstalters Hans-Joachim Lietzmann, Fraktionsvorsitzender der hiesigen AfD im Stadtrat,&#160; werden unter [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Am 15. Mai 2026 veranstaltet die Gruppe „Christen in der AfD“ in Wermelskirchen einen Diskussionsabend unter dem Titel „Gedenken, Volkstrauer in Deutschland und bei unseren Nachbarn – Zusammenhalt stärken“. Die Veranstaltung findet am 15.05.2026 und 19:00 Uhr in den Bürgerhäusern statt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Nach Angaben des Veranstalters Hans-Joachim Lietzmann, Fraktionsvorsitzender der hiesigen AfD im Stadtrat,&nbsp; werden unter anderem Barbara Palluch aus Dortmund und Jakob Baiden aus Lippe als Redner und Gesprächspartner auftreten. Moderiert wird der Abend von einem AfD-Vertreter aus Hückeswagen. </p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Im Vorfeld der Veranstaltung sprach das Forum Wermelskirchen mit Hans-Joachim Lietzmann über die Ziele, Inhalte und mögliche politische Brisanz der Veranstaltung.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Zwischen Erinnerungskultur und politischer Vereinnahmung</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Veranstaltung bewegt sich in einem sensiblen Spannungsfeld. Einerseits wird sie als „Gesprächsabend“ zum Thema Erinnerung und sozialer Zusammenhalt angekündigt. Andererseits stehen die AfD und die Gruppe „Christen in der AfD“ seit Jahren in der Kritik, weil sie religiöse Sprache und christliche Identität mit parteipolitischen Positionen verknüpfen. Kritiker sehen darin den Versuch, die Positionen der AfD gesellschaftlich anschlussfähiger erscheinen zu lassen. Insbesondere bei Themen wie „Volkstrauer“, nationalem Gedenken, Migration und kultureller Identität besteht die Gefahr, dass religiöse und erinnerungspolitische Begriffe dazu genutzt werden, nationalkonservative oder ausgrenzende Interpretationen zu normalisieren.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Diese Sorge wird durch das Interview mit Hans-Joachim Lietzmann nicht ausgeräumt, sondern vielmehr noch verstärkt. Auf die Frage, wie er mit der von Barbara Palluch vertretenen theologische Lesart umgehe, wonach Christen sich nicht nur wehren dürften, sondern Wehrhaftigkeit sogar geboten sei, erklärte Lietzmann mit Verweis auf seine eigene Laufbahn als Berufssoldat: „Damit ist es für mich an sich selbstverständlich, auch als Christ, ja, ich war auch im Militärpfarrgemeinderat, dass man als Christ sehr wohl für diesen Staat und für die Gemeinschaft eintreten darf und sogar muss.“ Damit wird eine religiöse Dimension direkt mit dem Staat, der Gemeinschaft, der Pflicht und der Wehrhaftigkeit verbunden. Auch wenn dies aus der Perspektive eines ehemaligen Soldaten verständlich erscheinen mag, verlagert es doch den Charakter eines Gedenkabends deutlich hin zu einer grundlegenden politischen Debatte über Staat, Verteidigung und nationale Pflicht.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Problematisch ist auch, dass Lietzmann nach eigener Aussage der Referentin Barbara Palluch und Jakob Baidin keine inhaltlichen Vorgaben macht. Er sagte: „Ich mache den Rednern keine Vorgaben.“ Es gibt auch keine Redemanuskripte, sondern lediglich Stichworte. Dies wirft Fragen auf, insbesondere bei einem Thema wie Gedenken und Staatstrauer, das historisch besonders sensibel ist. Denn ohne klare Leitplanken bleibt offen, wie verhindert werden soll, dass erinnerungspolitische Aussagen in geschichtsrelativierende oder nationalistische Deutungen kippen. Höckes Aussage zum „Schuldkult“ und seine Forderung nach einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“ kommt einem hier unwillkürlich in den Sinn.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Keine klaren Grenzen bei problematischen Äußerungen</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Besonders kritisch ist Lietzmanns Antwort auf die Frage, ob migrationsfeindliche, rassistische oder revisionistische Äußerungen auf der Veranstaltung ausgeschlossen werden könnten. Er erklärte: „Das kann ich nicht verhindern, denn logischerweise wird, wenn jemand, ich sage mal, aus dem rechten Spektrum kommt, dann wird der eine Aussage, die für mich ganz normal ist und sehr wohl zulässig ist, die wird er als rassistisch oder nazistisch entsprechend kennzeichnen.“ Dürfen wir also aufgrund dieser Aussage erwarten, dass Rassisten und Nationalsozialisten selbst ihre eigenen Äusserungen als rassistisch oder nazistisch kennzeichnen? Ohne Widerspruch also? Dass diese Formulierung eindeutig Fragen aufwirft, wie damit umzugehen ist, liegt auf der Hand. Zudem fällt auf, dass auf Nachfrage Lietzmann keine konkreten Moderations- oder Interventionsmechanismen nennt. Stattdessen verlagert er das Problem auf die Wahrnehmung potenzieller Kritiker, die dann ja eher “links” verortet seien.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Damit bleibt die zentrale Frage unbeantwortet: Wie wollen die Veranstalter aktiv verhindern, dass migrationsfeindliche oder geschichtsrevisionistische Positionen unwidersprochen bleiben?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Auch inhaltlich zeigt das Interview, dass Migration ein zentrales politisches Thema im Hintergrund der Veranstaltung ist. Lietzmann begründete seine Haltung zur Migrationspolitik mit den begrenzten staatlichen Mitteln und sagte: „Ob als Familienoberhaupt oder als Staat, ich habe nur begrenzte Ressourcen.“ Deshalb müsse geprüft werden, “bevor die Leute hierherkommen“, ob sie berechtigt seien oder nicht. &nbsp; Zur sogenannten Remigration distanzierte er sich zwar von Forderungen nach der Abschiebung von sogenannten „Passdeutschen“, befürwortete jedoch die konsequente Rückführung von Straftätern und Menschen, die „nur uns zur Last“ fielen. Damit wird zumindest die Befürchtung deutlich, dass  der Gesprächsabend zwar unter dem Motto „Gedenken und Zusammenhalt“ steht, inhaltlich jedoch an klassische AfD-Themen wie Migration, nationale Verantwortung und staatliche Abgrenzung anknüpft.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Zwischen christlicher Identität und AfD-Programmatik</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Lietzmanns Haltung zur Erinnerungskultur erscheint besonders heikel. Im Interview kritisierte er die seiner Ansicht nach unzureichende Pflege der Gräber deutscher Soldaten. Auf die Frage, ob er beabsichtige, keinen Unterschied zwischen den Gräbern von Angehörigen der Waffen-SS und denen regulärer Soldaten zu machen, bestätigte er dies mit „Genau.“ Diese Gleichsetzung ist historisch hochproblematisch. Gerade bei einer Veranstaltung zum Thema „Volkstrauer“ muss die Frage gestellt werden, ob die notwendige Unterscheidung zwischen Trauer um Tote und der historischen Verantwortung für nationalsozialistischen Verbrechen ausreichend gewahrt bleibt.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Insgesamt entsteht der Eindruck, dass der Gesprächsabend in Wermelskirchen nicht nur ein religiös oder erinnerungskulturell motiviertes Treffen ist. Vielmehr werden christliche Begriffe persönliche Soldatenerfahrung, Kritik an Kirchen, Migrationsthemen und nationale Gedenkpolitik miteinander verbunden. Genau darin liegt der kritische Punkt: Die Veranstaltung bestätigt den Vorwurf, dass die „Christen in der AfD“ religiöse Identität nutzen, um politischen Positionen der AfD in einem moralisch aufgeladenen Rahmen zu präsentieren. Der Anspruch, den „Zusammenhalt“ zu stärken, bleibt dabei ambivalent, solange unklar ist, wer zu diesem Zusammenhalt gehören soll – und welche Stimmen, Erinnerungen und Perspektiven ausgeschlossen oder abgewertet werden.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Zu der Gruppe “Christen in der AfD” in Nordrhein-Westfalen gehören nach Angaben von H.-J. Lietzmann insgesamt 68 Personen. Lietzmann ist der einzige Vertreter aus Wermelskirchen in dieser Gruppierung.</p>



<p class="has-text-align-justify has-small-font-size wp-block-paragraph">Bild: Privat Klaus Ulinski<br></p>
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		<title>Wie funktioniert Kommunalpolitik? Der Ausschuss Bau und Umwelt</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/05/02/wie-funktioniert-kommunalpolitik-der-ausschuss-bau-und-umwelt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 May 2026 15:41:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[Bau]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wie funktioniert Kommunalpolitik?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Umwelt schützen, Stadt gestalten: Der Ausschuss für Umwelt und Bau im Gespräch Der&#160;Ausschuss für Umwelt und Bau der Stadt Wermelskirchen&#160;gehört zu den Gremien mit einem besonders breiten Aufgabenspektrum. Seine Themen reichen vom Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen über Klimaanpassung, Stadtbäume, kommunalen Wald, Hochwasserschutz und Abfallwirtschaft bis hin zu großen städtischen Bauprojekten, Schulbaumaßnahmen, Friedhofswesen, Naherholungsgebieten und Fragen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/05/02/wie-funktioniert-kommunalpolitik-der-ausschuss-bau-und-umwelt/">Wie funktioniert Kommunalpolitik? Der Ausschuss Bau und Umwelt</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
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<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Umwelt schützen, Stadt gestalten: Der Ausschuss für Umwelt und Bau im Gespräch</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der&nbsp;<strong>Ausschuss für Umwelt und Bau der Stadt Wermelskirchen</strong>&nbsp;gehört zu den Gremien mit einem besonders breiten Aufgabenspektrum. Seine Themen reichen vom Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen über Klimaanpassung, Stadtbäume, kommunalen Wald, Hochwasserschutz und Abfallwirtschaft bis hin zu großen städtischen Bauprojekten, Schulbaumaßnahmen, Friedhofswesen, Naherholungsgebieten und Fragen des Energiemanagements.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Im Gespräch mit dem&nbsp;<strong>Forum Wermelskirchen</strong>&nbsp;erläutert der Ausschussvorsitzende&nbsp;<strong>Frank Kaluscha</strong>, wie eng Umwelt- und Bauthemen in der kommunalen Praxis miteinander verbunden sind. Aktuelle Projekte wie die Schulbaumaßnahmen, das Projekt Rhombus oder die geplante Entwicklung in Dabringhausen zeigen, vor welchen Herausforderungen der Ausschuss steht: ökologische Verantwortung, Stadtentwicklung, finanzielle Grenzen und praktische Umsetzbarkeit müssen immer wieder miteinander in Einklang gebracht werden. Das Interview gibt einen Einblick in die Arbeit eines Ausschusses, dessen Entscheidungen die Zukunft und Lebensqualität in Wermelskirchen wesentlich mitprägen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Forum Wermelskirchen:</strong> Herr Kaluscha, der Ausschuss für Umwelt und Bau deckt eine enorme Bandbreite an Themen ab. Wie würden Sie die Rolle dieses Ausschusses für Wermelskirchen insgesamt beschreiben?</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Frank Kaluscha:</strong> Vielen Dank zunächst für das Interesse an der Kommunalpolitik und insbesondere an unserem Ausschuss. Tatsächlich ist die Bandbreite sehr groß. Der Ausschuss beschäftigt sich mit allen Fragen rund um den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen, aber auch mit ganz konkreten Themen wie Abfallwirtschaft, Forst, Energie, Bauprojekten oder dem Erscheinungsbild der Stadt. Wir beraten über größere Bauvorhaben immer auch unter Umweltgesichtspunkten, kümmern uns um Themen wie Hochwasserschutz oder Umweltverträglichkeitsprüfungen und sind ebenso für Bereiche wie Friedhöfe, Naherholungsgebiete oder das Kleingartenwesen zuständig. Dazu kommen Entscheidungen bei größeren städtischen Bauprojekten und Fragen des Energiemanagements. Man merkt schnell: Das ist ein sehr breites Aufgabenfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Forum Wermelskirchen:</strong> Sie beschreiben ein sehr umfangreiches Zuständigkeitsgebiet. Wenn man das auf die aktuelle Arbeit herunterbricht: Welche Themen stehen derzeit besonders im Fokus des Ausschusses?</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Frank Kaluscha:</strong> Aktuell haben wir im Umweltbereich vor allem das Klimaanpassungskonzept im Blick und die Frage, wie wir dieses konkret in Wermelskirchen umsetzen. In einer der nächsten Sitzungen erwarten wir dazu auch einen Vortrag zum Zustand der Stadtbäume. Ein weiteres wichtiges Thema ist die strategische Ausrichtung unseres kommunalen Waldes – hier steht ein Forstbericht an, der wichtige Impulse geben wird.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Parallel dazu beschäftigen uns zahlreiche Bauprojekte: das Projekt Rhombus, die verschiedenen Schulbaumaßnahmen wie die Gesamtschule, der Ausbau von OGS-Angeboten und Mensen, das Gymnasium sowie die Grundschule Tente, die bereits beschlossen ist. Hinzu kommt perspektivisch ein neues Baugebiet in Dabringhausen mit Industrie- und Wohnbebauung. Man sieht daran sehr gut, wie eng Umwelt- und Bauthemen miteinander verzahnt sind.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em><strong>Forum Wermelskirchen:</strong> Gerade diese Verzahnung von Umwelt- und Bauthemen wirkt oft wie ein Spannungsfeld. Wie gelingt es, beide Aspekte in der Praxis miteinander zu verbinden?</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Frank Kaluscha:</strong> Das ist tatsächlich eine der zentralen Herausforderungen unserer Arbeit. Am Beispiel des Neubaus der Grundschule Tente kann man sehr gut sehen, dass sich Bauen und Umwelt durchaus sinnvoll miteinander verbinden lassen. Dort wird versucht, moderne Anforderungen mit ökologischen Aspekten in Einklang zu bringen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gleichzeitig gibt es aber auch Beispiele, die die Grenzen aufzeigen. Beim Abriss der alten Grundschule Ost etwa wird deutlich, dass die Grundsätze einer umweltgerechten Entsorgung eingehalten werden müssen – gleichzeitig stößt man bei Altlasten, wie der seit Jahren nicht sanierten Deponie unter dem Gebäude, schnell an finanzielle Grenzen. Das zeigt: Umweltgerechtes Handeln ist oft keine reine Frage des Wollens, sondern auch eine Frage der verfügbaren Mittel.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em><strong>Forum Wermelskirchen:</strong> Wenn finanzielle und praktische Grenzen eine so große Rolle spielen: Wie gehen Sie im Ausschuss mit diesen Zielkonflikten um?</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Frank Kaluscha:</strong> Wir müssen in der Praxis sehr genau abwägen, was sinnvoll, notwendig und gleichzeitig auch realistisch umsetzbar ist. Nicht jede Maßnahme, die aus ökologischer Sicht wünschenswert wäre, lässt sich sofort oder vollständig realisieren. Deshalb geht es oft darum, Prioritäten zu setzen und Lösungen zu finden, die sowohl den Umweltanforderungen gerecht werden als auch finanziell tragfähig sind.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das ist kein einfacher Prozess, aber genau darin liegt auch die eigentliche Aufgabe des Ausschusses: unterschiedliche Interessen zusammenzubringen und tragfähige Entscheidungen für die Stadt zu entwickeln.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em><strong>Forum Wermelskirchen:</strong> Sie sind selbst noch relativ neu in der Rolle als Vorsitzender. Wie erleben Sie die Arbeit im Ausschuss bisher?</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Frank Kaluscha:</strong> Da ich erst seit dieser Wahlperiode Vorsitzender bin, sammle ich in einigen Themenbereichen noch Erfahrungen, gerade was die Häufigkeit bestimmter Fragestellungen angeht. Gleichzeitig bietet die Rolle die Möglichkeit, sich intensiv mit sehr unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen und die Zusammenhänge besser zu verstehen. Gerade die Vielfalt der Themen macht die Arbeit spannend – und zeigt, wie viele Entscheidungen in einer Stadt letztlich auch Umwelt- und Baufragen berühren.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Forum Wermelskirchen:</strong> Wenn man all das zusammenfasst: Was ist aus Ihrer Sicht die zentrale Aufgabe des Ausschusses für Umwelt und Bau für die Zukunft Wermelskirchens?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Frank Kaluscha:</strong> Die zentrale Aufgabe besteht darin, die Entwicklung der Stadt so zu gestalten, dass ökologische Verantwortung und bauliche Entwicklung miteinander in Einklang gebracht werden. Es geht darum, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und gleichzeitig die notwendigen Voraussetzungen für eine funktionierende und zukunftsfähige Stadt zu schaffen. Das gelingt nur, wenn man beide Seiten zusammen denkt – und genau dafür ist der Ausschuss da.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Info zu Frank Kaluscha:</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-794e3cfa wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Frank Kaluscha ist&nbsp;58 Jahre alt&nbsp;und lebt mit seiner Frau und einem Sohn zusammen. Nach seiner Ausbildung zum&nbsp;Bankkaufmann&nbsp;studierte er&nbsp;Wirtschaftswissenschaften&nbsp;sowie&nbsp;Lehramt. Beruflich arbeitet er heute als&nbsp;Lehrer an einer Förderschule&nbsp;und ist zudem als&nbsp;freiberuflicher Dozent an der Fachhochschule der Wirtschaft&nbsp;tätig.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Kommunalpolitisch ist Frank Kaluscha seit&nbsp;zehn Jahren Mitglied des Rates der Stadt Wermelskirchen. In der vergangenen Ratsperiode war er&nbsp;Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. Aktuell steht er dem&nbsp;Ausschuss für Umwelt und Bau&nbsp;vor.</p>
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<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
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<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">In seiner Freizeit interessiert sich Frank Kaluscha besonders für&nbsp;Fußball und Schach. Ehrenamtlich engagiert er sich seit vielen Jahren im&nbsp;AJZ Bahndamm, wo er insbesondere die Finanzen im Blick behält.</p>



<p class="has-text-align-justify has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelbild: Privat Klaus Ulinski</p>
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		<item>
		<title>Im Keller der Gerechtigkeit</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/05/02/im-keller-der-gerechtigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 May 2026 09:58:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Familie/Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>…am konkreten Beispiel der Psychotherapie Ein Beitrag für das Forum Wermelskirchen auf Grundlage des Interviews mit dem Remscheider Psychotherapeuten David Gerhard Es gibt politische Entscheidungen, die technisch klingen: Vergütung, Bedarfsplanung, Reformen, Beitragsstabilität. Doch hinter diesen Begriffen stehen Menschen. Menschen, die psychisch krank sind. Menschen, die Hilfe suchen. Menschen, die seit Monaten auf einen Therapieplatz warten. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/05/02/im-keller-der-gerechtigkeit/">Im Keller der Gerechtigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">…am konkreten Beispiel der Psychotherapie</p>



<p class="has-text-align-justify has-medium-font-size wp-block-paragraph"><em>Ein Beitrag für das Forum Wermelskirchen auf Grundlage des Interviews mit dem Remscheider Psychotherapeuten David Gerhard</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Es gibt politische Entscheidungen, die technisch klingen: Vergütung, Bedarfsplanung, Reformen, Beitragsstabilität. Doch hinter diesen Begriffen stehen Menschen. Menschen, die psychisch krank sind. Menschen, die Hilfe suchen. Menschen, die seit Monaten auf einen Therapieplatz warten. Und Therapeuten, die schon längst am Limit arbeiten.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der&nbsp; in Remscheid-Lennep praktizierende Psychotherapeut David Gerhard beschreibt im Gespräch mit dem „Forum Wermelskirchen“ eine Lage, die ihn nicht nur fachlich beunruhigt, sondern auch persönlich frustriert. Es geht um Kürzungen in der Psychotherapie, um eine ohnehin angespannte Versorgungslage und um eine Politik, die nach seiner Wahrnehmung trotz eindeutiger Datenlage nicht zuhört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerhard sagt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dass diese Datenbasis vorhanden ist – sie ist da, sie ist auf dem Tisch. Und trotzdem wird es von der Politik nicht genutzt – das ist etwas, was mich total frustriert.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Diese Frustration zieht sich durch das gesamte Gespräch. Sie rührt nicht von politischer Opportunität her, sondern von der täglichen Praxis. Gerhard spricht mit Menschen in Krisen, mit Patientinnen und Patienten, die unter Depressionen, Ängsten, Burnout, Lebenskrisen oder Selbstmordgedanken leiden. Er erlebt hautnah, was politische Entscheidungen bedeuten, wenn sie nicht mehr in Ausschüssen, sondern in Behandlungszimmern ankommen.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Ein System am Anschlag</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die psychotherapeutische Versorgung ist schon heute angespannt. Wer einen Therapieplatz sucht, braucht oft Geduld, Durchhaltevermögen und Glück. Für Menschen in akuten Krisen ist genau das kaum zumutbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerhard berichtet aus seiner Praxis:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mich trifft das auch immer wieder, wenn ich jemanden habe mit einer akuten Belastung und ich dem sagen muss: Bei mir ist die Wartezeit aktuell ungefähr ein Jahr.“</em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Und weiter:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Von diesen Menschen gibt es ja Dutzende auf meiner Warteliste. Täglich rufen neue an und ich kann einfach nicht mehr machen. Ich habe ja schon eine Arbeitswoche von 55 bis 60 Stunden. Das Ganze ist der helle Wahnsinn.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das ist keine Einzelanekdote aus einer überlasteten Praxis. Studien und Berichte der&nbsp;<strong>Bundespsychotherapeutenkammer</strong>&nbsp;zeigen seit Jahren, dass Patientinnen und Patienten in Deutschland oft monatelang auf einen Behandlungsplatz warten. Die Reform der Psychotherapie-Richtlinie hat zwar den Zugang zur psychotherapeutischen Sprechstunde verbessert, aber nicht automatisch ausreichend Therapieplätze geschaffen. Eine Sprechstunde ersetzt keine Behandlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Kern des Problems: Das System erkennt den Bedarf, aber es schafft nicht genug Kapazität, um ihn zu decken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegenteil: Die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen wurde beziehungsweise wird nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung um fast fünf Prozent gekürzt. Berufsverbände kritisieren zudem, dass die Berechnungsmodelle veraltet seien und die heutige Versorgungslage nicht angemessen abbildeten.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Zudem kommt: Krankenkassenreports dokumentieren die wachsende Bedeutung psychischer Erkrankungen für Arbeitsunfähigkeit und Gesundheitssystem. Die Deutsche Rentenversicherung hat psychische Erkrankungen seit Jahren als eine der Hauptursachen für Erwerbsunfähigkeitsrenten identifiziert.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Trotzdem wird nicht entschlossen ausgebaut. Im Gegenteil: die Vergütungen für psychotherapeutische Leistungen werden gekürzt. Auch Berufsverbände kritisieren, dass die Berechnungsmodelle, worauf sich diese Entscheidung stützt, veraltet sind und den aktuellen Stand der Versorgung nicht angemessen widerspiegeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">David Gerhard sieht darin eine gefährliche Entwicklung:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Da sind insoweit Kürzungen bei der Psychotherapie vorgesehen, dass eine ganze Reihe von psychotherapeutischen Praxen schließen werden. Also das ist nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Bedarfsplanung aus einer anderen Zeit</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ein Kernproblem ist die Bedarfsplanung. Die Zahl der Kassensitze orientiert sich in ihren Grundlagen noch immer stark an Strukturen aus den 1990er Jahren. Doch die gesellschaftlichen Gegebenheiten haben sich seitdem verändert. Psychische Erkrankungen sind sichtbarer geworden, die Nachfrage ist gestiegen, und der Druck am Arbeitsplatz, in den Familien und im Alltag hat zugenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerhard formuliert es drastisch:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ja, genau, aus den 90er Jahren. Und selbst da kann man sich nur an den Kopf fassen: Selbst da waren die schon falsch. Wer heute auf der Grundlage veralteter Zahlen plant, schafft neue Ungerechtigkeiten. Denn wenn die Zahl der Kassenärzte nicht dem tatsächlichen Bedarf entspricht, entsteht ein Engpass, der alles andere als abstrakt ist. Er äußert sich in Wartelisten, überlasteten Praxen und Menschen, die zu spät oder gar nicht behandelt werden.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Wenn schlechte Versorgung zur Begründung für Kürzung wird</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders empört Gerhard eine politische Logik, die er sinngemäß so beschreibt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Aus den Ausführungen von Ministerin Warken kann man es wie folgt verstehen: ‘<strong>Wir mussten feststellen, dass die psychotherapeutische Versorgung sich in den letzten Jahren nicht verbessert hat. Deshalb streichen wir die Gelder.’ </strong>“</em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Urteil dazu ist eindeutig:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das ist ein Zynismus, den man nicht mehr überbieten kann.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Tatsächlich wirkt diese Logik absurd: Wenn ein Versorgungssystem nicht ausreicht, müsste man es verbessern. Wenn Wartezeiten zu lang sind, müsste man Kapazitäten schaffen. Wenn Praxen überlaufen sind, müsste man entlasten. Stattdessen drohen Kürzungen und weitere Einschnitte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist ungefähr so, als würde man bei der Feuerwehr sparen, weil es immer noch brennt.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Die soziale Schieflage</p>



<p class="wp-block-paragraph">David Gerhard betont, dass Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten kein Zwei-Klassen-System wollen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wenn eine Berufsgruppe nicht das Zwei-Klassen-Medizinsystem unterstützen möchte, sind es die Psychotherapeuten.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Aber auch eine psychotherapeutische Praxis muss wirtschaftlich funktionieren. Miete, Energie, Software, Personal, Verwaltung, Datenschutz, Fortbildungen und Dokumentation kosten Geld. Gerhard sagt deshalb:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Auch ich bin ja ein kleiner Einzelunternehmer, der wirtschaftlich diesen Mini-Betrieb laufen muss.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Wenn Kassensitze unattraktiver werden, wenn Praxen schließen oder Therapeutinnen und Therapeuten ihre Kassenzulassung abgeben, trifft das vor allem gesetzlich Versicherte. Wer Geld hat, kann privat ausweichen. Wer wenig Geld hat, wartet.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das ist der eigentliche soziale Skandal: Diejenigen, die am stärksten auf eine funktionierende gesetzliche Versorgung angewiesen sind, tragen am Ende die Folgen politischer Sparentscheidungen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Betroffen wären besonders Menschen mit geringem Einkommen, Alleinerziehende, Jugendliche in Krisen, chronisch Erkrankte, Beschäftigte in belastenden Berufen und Familien, die keine privaten Ausweichmöglichkeiten haben. Eine Politik, die soziale Gerechtigkeit verspricht, darf an dieser Stelle nicht den Rotstift ansetzen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gerade die Regierungsparteien SPD und CDU müssen sich fragen lassen, was ihre sozialen Versprechen wert sind, wenn ausgerechnet psychotherapeutische Versorgung geschwächt wird. Die SPD beruft sich historisch auf soziale Gerechtigkeit. Die CDU spricht gerne von Verantwortung, Familie und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Beides wird unglaubwürdig, wenn Menschen mit psychischen Erkrankungen faktisch länger allein gelassen werden.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">“Duch diesen Abbau werden mehr Menschen sterben.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Psychotherapeut David Gerhard warnt auch vor den humanitären Folgen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Durch diesen Abbau werden mehr Menschen sterben. Es werden die Suizidzahlen steigen.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das ist eine harte Aussage. Suizidraten hängen von vielen Faktoren ab. Aber klar ist: Gute psychische Versorgung ist ein zentraler Bestandteil von Suizidprävention. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt besseren Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung ausdrücklich als Baustein nationaler Suizidprävention.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gerhard verweist zudem auf den volkswirtschaftlichen Schaden. Psychotherapie kostet Geld, aber unbehandelte psychische Erkrankungen kosten mehr: durch Arbeitsunfähigkeit, Klinikaufenthalte, Erwerbsminderung, Frühverrentung, soziale Folgekosten und verlorene Arbeitskraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er sagt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ungefähr 3 Euro sind es, die Sie an volkswirtschaftlichem Nutzen pro 1 Euro erzielen, den Sie in Psychotherapie investieren.“</em><br></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Internationale Studien stützen diesen Grundgedanken. Die WHO verweist bei der Behandlung von Depressionen und Angststörungen sogar auf einen mehrfachen gesellschaftlichen Nutzen. Wer also bei Psychotherapie spart, spart nicht wirklich. Er verschiebt Kosten nur in andere Bereiche — oft mit menschlichem Leid als Zinsaufschlag.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Ungesehen von der Politik</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders bitter ist Gerhards Erfahrung mit der Politik. Er berichtet von vielen Schreiben, E‑Mails und Gesprächsangeboten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich schreibe Briefe, ich schreibe E‑Mails, ich versuche, ich mache Angebote. Gesprächsangebote.“</em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Auch den zuständigen Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt habe er eingeladen. Eine echte Reaktion sei ausgeblieben. Insgesamt habe er rund 40 Abgeordnete angeschrieben:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich habe aber nur Standardantworten bekommen.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das ist mehr als persönliche Enttäuschung. Es ist ein demokratisches Warnsignal. Wenn Fachleute aus der Praxis fundiert auf Missstände hinweisen und nur Textbausteine erhalten, entsteht das Gefühl politischer Taubheit. Genau dieses Gefühl beschreibt Gerhard: Die Daten liegen vor, die Probleme sind bekannt, die Betroffenen sprechen — aber die Politik hört nicht wirklich zu.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gerhard engagiert sich deshalb im Aktionsbündnis Psychotherapie, einem bundesweiten Zusammenschluss besorgter Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Er beschreibt das Bündnis als entstanden aus vielen „verängstigten, frustrierten, tief enttäuschten“ Kolleginnen und Kollegen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Das sollte zu denken geben. Wenn eine Berufsgruppe, die sonst eher leise arbeitet, öffentlich laut wird, dann ist die Lage ernst.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Gerechtigkeit zeigt sich im Wartezimmer</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Psychotherapie ist keine Luxusleistung. Sie ist Teil öffentlicher Daseinsvorsorge. Sie entscheidet darüber, ob Menschen Krisen überstehen, wieder arbeiten können, Familien stabil bleiben und Erkrankungen nicht chronisch werden.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Wer hier kürzt, gefährdet nicht nur Praxen. Er gefährdet Versorgung. Er verschärft soziale Ungleichheit. Und er produziert Folgekosten, die am Ende höher sein können als jede kurzfristige Einsparung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerhards Optimismus ist noch nicht verschwunden:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich bin von zu Hause aus Optimist, und der Glaube und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“</em></p>
</blockquote>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Doch Optimismus ersetzt keine Politik. Die Verantwortlichen in Bund, Land und Region sollten sich nicht länger hinter Verfahren und Standardantworten verstecken. Sie sollten zuhören — den Fachleuten, den Patientinnen und Patienten und den Zahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn eine Gesellschaft zeigt ihre Gerechtigkeit nicht in Sonntagsreden. Sie zeigt sie dort, wo ein Mensch in Not anruft — und tatsächlich Hilfe bekommt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Quellen:</strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Kassenärztliche Bundesvereinigung: </strong><br><a href="https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2026/03-12/kbv-vorstand-enttaeuscht-verguetung-psychotherapeutischer-leistungen-wird-um-fast-fuenf-prozent-gekuerzt" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2026/03–12/kbv-vorstand-enttaeuscht-verguetung-psychotherapeutischer-leistungen-wird-um-fast-fuenf-prozent-gekuerzt</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Deutsches Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V.</strong><br><a href="https://www.dgvt.de/aktuelles/news-details/honorarkuerzung-in-der-psychotherapie-was-hat-sich-seit-1999-veraendert-alles-ausser-dem-berechnungsmodell/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.dgvt.de/aktuelles/news-details/honorarkuerzung-in-der-psychotherapie-was-hat-sich-seit-1999-veraendert-alles-ausser-dem-berechnungsmodell/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Aktionsbündnis Psychotherapie:</strong><br><a href="https://aktionsbuendnis-psychotherapie.info/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://aktionsbuendnis-psychotherapie.info/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Bundespsychotherapeutenkammer:</strong><br><a href="https://www.bptk.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.bptk.de/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Gemeinsamer Bundesausschuss – Bedarfsplanungs-Richtlinie:</strong><br><a href="https://www.g-ba.de/richtlinien/4/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.g‑ba.de/richtlinien/4/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Deutsche Rentenversicherung – Statistiken zu Erwerbsminderung:</strong><br><a href="https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Home/home_node.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Home/home_node.html</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>WHO: Return on Investment bei Behandlung von Depression und Angststörungen:</strong> &nbsp;<br><a href="https://www.who.int/news/item/13-04-2016-investing-in-treatment-for-depression-and-anxiety-leads-to-fourfold-return" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.who.int/news/item/13–04-2016-investing-in-treatment-for-depression-and-anxiety-leads-to-fourfold-return</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Chisholm et al., The Lancet Psychiatry, 2016. </strong>(Scaling-up treatment of depression and anxiety: a global return on investment analysis)<br><a href="https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(16)30024-4/fulltext" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(16)30024–4/fulltext</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>WHO: LIVE LIFE – Suizidprävention:</strong><br><a href="https://www.who.int/publications/i/item/9789240026629">https://www.who.int/publications/i/item/9789240026629</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>DAK Psychreport / TK Gesundheitsreport / BKK Gesundheitsreport / AOK-WIdO Fehlzeiten-Report</strong>:<br><a href="https://www.dak.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/psychreport-2025_91766</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.tk.de/resource/blob/2194002/828793b4b4a5953abece5e4874ce79b9/gesundheitsreport-au-2025-data.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.tk.de/resource/blob/2194002/828793b4b4a5953abece5e4874ce79b9/gesundheitsreport-au-2025-data.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.bkk-dachverband.de/statistik/bkk-gesundheitsreport-2025" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.bkk-dachverband.de/statistik/bkk-gesundheitsreport-2025</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/fehlzeiten-report/2025" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/fehlzeiten-report/2025</a></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Bild: Privat Klaus Ulinski</p>
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		<title>Wie funktioniert Kommunalpolitik? Der Zukunftsausschuss</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/04/27/wie-funktioniert-kommunalpolitik-der-zukunftsausschuss/</link>
					<comments>https://forumwk.de/2026/04/27/wie-funktioniert-kommunalpolitik-der-zukunftsausschuss/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 18:13:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik verständlich erklärt]]></category>
		<category><![CDATA[Wie funktioniert Kommunalpolitik?]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsausschuss]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Blick über den politischen Alltag hinaus Der Zukunftsausschuss der Stadt Wermelskirchen nimmt innerhalb der kommunalpolitischen Gremien eine besondere Rolle ein. Anders als klassische Fachausschüsse, die sich häufig mit konkreten Einzelmaßnahmen befassen, richtet er den Blick bewusst über das Tagesgeschäft hinaus. Hier geht es um strategische Fragen und darum, wie sich die Stadt langfristig entwickeln [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Der Blick über den politischen Alltag hinaus</p>



<p class="has-text-align-justify has-large-font-size wp-block-paragraph">Der Zukunftsausschuss der Stadt Wermelskirchen nimmt innerhalb der kommunalpolitischen Gremien eine besondere Rolle ein. Anders als klassische Fachausschüsse, die sich häufig mit konkreten Einzelmaßnahmen befassen, richtet er den Blick bewusst über das Tagesgeschäft hinaus. Hier geht es um strategische Fragen und darum, wie sich die Stadt langfristig entwickeln soll.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt stehen Themen, die viele Bereiche gleichzeitig betreffen: wirtschaftliche Entwicklung, finanzielle Belastungen, Digitalisierung, Stadtentwicklung, Mobilität, gesellschaftlicher Zusammenhalt oder die Zukunft der Ortsteile. Der Ausschuss versteht sich dabei als eine Art Querschnittsgremium, das diese Themen aus einer übergeordneten Perspektive zusammenführt und für die weitere politische Beratung vorbereitet.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Gerade weil es um langfristige Entwicklungen geht, ist die Arbeit des Zukunftsausschusses eng mit der Frage verbunden, wie Politik über Wahlperioden hinaus denken kann. Welche Richtung soll Wermelskirchen in den kommenden Jahrzehnten einschlagen? Welche Herausforderungen zeichnen sich heute schon ab? Und wie lassen sich dafür politische Mehrheiten gewinnen?</p>



<p class="has-text-align-justify has-large-font-size wp-block-paragraph">Vorsitzender des Ausschusses ist Henning Rehse. Im folgenden Interview spricht er darüber, welche Themen aus seiner Sicht in einen Zukunftsausschuss gehören, warum langfristige Politik oft schwierig umzusetzen ist – und welche Rolle das Gremium dabei spielen kann, eine gemeinsame Perspektive für die Stadt zu entwickeln.</p>



<p class="has-text-align-justify has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong><em>Forum Wermelskirchen:</em></strong> <em>Herr Rehse, wie würden Sie den Zukunftsausschuss treffend beschreiben und welche Themen gehören aus Ihrer Sicht zwingend in einen solchen Ausschuss?</em><br><br><strong>H. Rehse:</strong> Ich sehe den Zukunftsausschuss ähnlich wie den Haupt- und Finanzausschuss als einen Querschnittsausschuss, der sich mit zentralen und strategischen Fragen Wermelskirchens quasi aus einer Vogelperspektive beschäftigt und vor allem auch Bereich übergreifende Themen ganzheitlich bearbeitet und für die Fachbereiche grundsätzlich vorbereitet.<br>Themen sind hierbei Wirtschaftskraft und Arbeit; Finanzen sowie Belastung der Bürger durch Steuern und Abgaben; digitale Stadt und Verwaltung sowie Bürgerbeteiligung; Stadtentwicklung und Mobilität; Zukunft der Dörfer und Stadteile; gesellschaftlicher Zusammenhalt und Teilhabe wie auch Förderung und Wertschätzung des Ehrenamtes sowie Sicherheit und Ordnung.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em><strong>Forum Wermelskirchen</strong>: Wenn der Zukunftsausschuss so breit angelegt ist und viele Themen zusammenführt: Worin unterscheidet sich seine Arbeitsweise von der klassischen, eher operativen Arbeit in den Fachausschüssen?</em><br><br><strong>H. Rehse: </strong>Ich sehe die Arbeit in den Fachausschüssen eher kleinteilig und operativ geprägt. Welche Maßnahme wird im Detail wie umgesetzt.<br>Im Zukunftsausschuss wird „großräumiger“ gedacht, entwickelt und beraten – und dies sowohl was die übergreifenden Inhalte angeht als auch die zeitlichen Horizonte. Im Zukunftsausschuss soll Zukunft nicht nur für die Wahlperiode 2025 bis 2020 gedacht werden, sondern durchaus auch die Frage gestellt werden, wie soll Wermelskirchen 2040 oder gar 2050 aussehen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em><strong>Forum Wermelskirchen: </strong>Sie sprechen davon, dass im Zukunftsausschuss bewusst in größeren Zeiträumen gedacht wird, bis hin zu Perspektiven für 2040 oder 2050. Welche langfristigen Entwicklungen bereiten Ihnen für Wermelskirchen aktuell besondere Sorgen – und wo sehen Sie Chancen?</em><br><br><strong>H. Rehse: </strong>Ganz oben auf meiner Sorgenliste steht die finanzielle Situation – und hierbei nicht nur die der Stadt, sondern der gesamten kommunalen Familie, sprich auch des Kreises und des Landschaftsverbandes aber auch von Land und Bund.<br>Hunderte Milliarden des grundsätzlich in einem reichen Land wie dem unserem vorhandenen Geld müssen innerhalb und zwischen den Ebenen umgeschichtet werden, will man das Land auch finanziell wieder vom Kopf auf die Füße stellen. Dazu gehört eine umfassende Aufgabenkritik, was soll wer in welchem Umfang zukünftig durchführen. Nur der Ruf nach Land und Bund betreffs Übernahme der Kosten für die den Kommunen übertragenen Aufgaben greift hier viel zu kurz.<br>Hoffnung bereitet mir, dass Wermelskirchen aufgrund seiner Größe und Struktur verglichen mit dem Gesamtstaat heute noch etwas wie eine „heile Welt“ verkörpert. Dazu gehört insbesondere das Miteinander der Menschen, die vielen Initiativen, die Kreativität wie man zusammenhält, wenn die Dinge auf den ersten Blick schwierig und unlösbar aussehen. Dies gilt es zu bewahren.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em><strong>Forum Wermelskirchen:</strong> Gerade bei solchen langfristigen Themen stellt sich die Frage, wie realistisch deren Umsetzung ist. Wie schwer ist es in der Praxis, für Ideen politische Mehrheiten zu gewinnen, deren Wirkung erst in vielen Jahren sichtbar wird?</em><br><br><strong>H. Rehse: </strong>Ich habe die Meinung, dass es ohnehin sehr schwierig ist, für irgendwelche neuen Ideen, seinen sie kurz‑, mittel- oder langfristig, Mehrheiten zu bekommen.<br>Beim „Tagesgeschäft“ laufen Zusammenarbeit von Rat, Verwaltung und Ausschüssen stets konstruktiv und zu über 90% einstimmig, Da ist auch (gottlob) wenig Platz für politischen Streit.<br>Anders sieht es aus, wenn politische Gruppierungen mit auch strategischen Ideen über Wasser kommen: Da sind sich dann reflexartig oft alle nicht den Antrag stellenden politischen Gruppierungen einig, den engmaschigen Kamm auszupacken und ihn durch die Suppe des politischen Mitbewerbers zu ziehen, um dort ein Haar zu finden, die Idee plattzumachen. Der Hinweis der Verwaltung auf begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen trägt dann sein Übriges dazu bei, das Thema bestenfalls als „eingebracht“ und „mitgenommen“ zu deklarieren, wobei sich dann die Frage stellt wohin mitgenommen und wann wieder zurückgebracht. Neuerdings werden auch gerne Anträge an den Antragsteller „zurück gegeben“, um diese zu „überarbeiten“…<br>Es hat den Anschein, dass sich jenseits von inhaltlich politischen Unterschieden wechselseitig grundsätzlich die Butter auf dem Brot nicht gegönnt wird, sprich das eine aus dem politischen Raum kommende gute Idee auch erfolgreich umgesetzt wird. Das hat allerdings mit Zukunft nichts zu tun!</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em><strong>Forum Wermelskirchen</strong>: Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie anspruchsvoll strategische Politik ist. Welche Rolle kann der Zukunftsausschuss dabei spielen, dennoch eine gemeinsame Zukunftsperspektive für Wermelskirchen zu entwickeln?</em><br><br><strong>H. Rehse: </strong>Der Zukunftsausschuss kann und muss hierbei eine zentrale Rolle spielen.<br>Hierbei sind aber vor allem auch die politischen Gruppierungen gefragt, ob sie Zukunft können und auch wollen. Die nächste Ausschusssitzung ist hierfür die Nagelprobe: Sind die politischen Gruppierungen fähig und willens, nach nunmehr mehreren Monaten Vorlauf gemeinsam mit der Verwaltung eine Definition, die so genannte Leitlinie zu erarbeiten und zu beschließen, wie sie den Zukunftsausschuss in den nächsten Jahren aufgestellt und arbeiten sehen wollen.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong><em>Fo</em></strong><em><strong>rum Wermelskirchen: </strong>Wenn es so stark vom politischen Willen abhängt: Was muss aus Ihrer Sicht konkret passieren, damit langfristige Ziele im politischen Alltag nicht untergehen?</em><br><br><strong>H. Rehse: </strong>Hier kann vorgenannter Absatz die Antwort geben: Hier sind Fraktionen und Verwaltung gefragt, ob sie gemeinsam Zukunft „können“ und „wollen“. Will man Zukunft nicht, wird man sich hinter dem politischen Alltag verstecken.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong><em>Forum WK: </em></strong><em>Vielen Dank für das Gespräch!<br></em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Info zum Vorsitzenden des Zukunftsausschusses, Henning Rehse:</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-794e3cfa wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Vorsitzender des Ausschusses ist <strong>Henning Rehse</strong>, 63 Jahre alt, gebürtiger Wermelskirchener, verheiratet und Vater eines Sohnes.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der Chemiker ist seit 37 Jahren bei der Firma ASK Chemicals in Hilden, die Spezialchemikalien herstellt und weltweit vertreibt, in verschiedenen Positionen tätig, seit 2010 als Technischer Produktmanager und globaler Experte für eine bestimmte Produktgruppe. Zudem ist er langjähriges Betriebsratsmitglied, dessen Vorsitzender er war, und Mitglied der IGBCE und ist derzeit Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses der GmbH. &nbsp;</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6a32e988681f0&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6a32e988681f0" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" width="683" height="1024" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://forumwk.de/wp-content/uploads/2026/04/Rehse_Henning_FotografUweWeiserFotograf-683x1024.jpg" alt class="wp-image-8496" srcset="https://forumwk.de/wp-content/uploads/2026/04/Rehse_Henning_FotografUweWeiserFotograf-683x1024.jpg 683w, https://forumwk.de/wp-content/uploads/2026/04/Rehse_Henning_FotografUweWeiserFotograf-200x300.jpg 200w, https://forumwk.de/wp-content/uploads/2026/04/Rehse_Henning_FotografUweWeiserFotograf-768x1152.jpg 768w, https://forumwk.de/wp-content/uploads/2026/04/Rehse_Henning_FotografUweWeiserFotograf.jpg 800w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px"><button class="lightbox-trigger" type="button" aria-haspopup="dialog" data-wp-bind--aria-label="state.thisImage.triggerButtonAriaLabel" data-wp-init="callbacks.initTriggerButton" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-style--right="state.thisImage.buttonRight" data-wp-style--top="state.thisImage.buttonTop">
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		</button><figcaption class="wp-element-caption">Henning Rehse, VWG/BSW Foto: Uwe Weiser</figcaption></figure>
</div>
</div>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Politisch engagiert er sich seit 1996 in einer Wählergemeinschaft, von 1979 bis 1995 war er bei der Jungen Union und CDU aktiv. Seit 1984 ist er Sachkundiger Bürger im Rat der Stadt Wermelskirchen und seit 1989 Mitglied des Rates und Kreistags des Rheinisch-Bergischen Kreises. Seit 2002 ist er Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Wermelskirchen. Seit 2009 ist er Mitglied der Landschaftsversammlung Rheinland und dort Fraktionsvorsitzender. Von 2014 bis 2023 und wieder ab 2026 ist er stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wählergemeinschaften NRW.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Beitragsfoto: Klaus Ulinski privat</p>
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		<title>“Schade”</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/04/26/schade/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 13:08:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Familie/Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsterkenntnis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe heute eine Schlagzeile gelesen, die mich mehr über mich selbst erschreckt hat als über das eigentliche Ereignis: „Gala-Dinner endet im Chaos: Trump entgeht offenbar einem weiteren Attentatsversuch“ Was passiert ist, lässt sich kurz zusammenfassen: Bei einem Gala-Dinner in Washington fielen Schüsse; ein bewaffneter Mann versuchte offenbar, sich Zutritt zu verschaffen. Ein Sicherheitsbeamter wurde [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/04/26/schade/">“Schade”</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ich habe heute eine Schlagzeile gelesen, die mich mehr über mich selbst erschreckt hat als über das eigentliche Ereignis:</p>



<p class="has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong><em>„Gala-Dinner endet im Chaos: Trump entgeht offenbar einem weiteren Attentatsversuch“</em></strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Was passiert ist, lässt sich kurz zusammenfassen: Bei einem Gala-Dinner in Washington fielen Schüsse; ein bewaffneter Mann versuchte offenbar, sich Zutritt zu verschaffen. Ein Sicherheitsbeamter wurde angeschossen (glücklicherweise rettete ihn seine kugelsichere Weste), Trump wurde in Sicherheit gebracht und der Täter festgenommen.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Also im Grunde ein klassischer Fall, bei dem man erwarten würde: Schock. Betroffenheit. Erleichterung, dass niemand ums Leben gekommen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kam mir dieser Gedanke: <em><strong>„Schade“</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau dieser Moment erschütterte mich mehr als die Nachricht selbst.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Was ist mit uns passiert?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ich halte mich eigentlich für einen nachdenklichen, empathischen Menschen. Aber dieser eine Gedanke zeigt mir: Die permanente Konfrontation mit Hass, Polarisierung und Eskalation verändert etwas in uns. Nicht plötzlich. Nicht laut. Sondern allmählich, schleichend.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Wenn man jahrelang eine Figur wie Donald Trump erlebt – seine Sprache, seine Provokationen, seinem Einfluss auf die Gesellschaft –, dann stumpft man ab. Oder schlimmer noch: Man verfällt einer Denkweise, die man früher verurteilt hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau da wird es gefährlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die wahre Verrohung findet in uns selbst statt</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Wir sprechen oft von der „Verrohung der Gesellschaft“, als wäre das etwas Abstraktes da draußen. Doch die Wahrheit ist unbequemer: Sie passiert in jedem Einzelnen&nbsp; von uns. Wenn wir anfangen, Menschen nicht mehr als Menschen zu sehen. Wenn wir Schadenfreude bei Gewalt empfinden. Wenn wir innerlich anfangen zu sortieren: „Der hat es verdient – der nicht“ Dann ist die Grenze längst überschritten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Gedanke heute – dieses „Schade“ – war genau so ein Moment.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Und ich finde, man kann das nicht einfach wegwischen oder relativieren. Man muss sich dem stellen.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Kriege, Krisen und Abstumpfung</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Wir leben in einer Zeit, in der Nachrichten dieser Art fast schon zum Alltag geworden sind: Kriege in Nahost, Menschenrechtsverletzungen schlimmster Art im Iran, Krieg, Bomben und Drohnen in der Ukraine, vergessene Kriege in Afrika, Sudan, Gewalt, Attentate und politische Eskalation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Liste könnte noch länger sein. Sie könnte zu lang sein. Viel zu lang.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Denn irgendwann passiert etwas Gefährliches: Wir gewöhnen uns daran. Wir haben uns schon daran gewöhnt. Was früher ein Schock war, ist heute nur noch eine Randnotiz, eine Fußnote. Und unsere emotionale Reaktion wird immer kühler.</p>



<p class="has-x-large-font-size wp-block-paragraph">Die eigentliche Frage</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigste Frage ist für mich nicht: „Wie konnte das passieren?“ Sondern vielmehr: „Was macht das mit mir?“ Wenn ich ehrlich bin: Es macht mich härter. Zynischer. Gleichgültiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das ist kein gutes Zeichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vielleicht ist dies der Moment, Dinge zu überdenken</strong></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Ich glaube nicht, dass wir den „Zustand der Welt“ über Nacht ändern können. Aber wir können bei uns selbst anfangen: Die Menschlichkeit bewusst wieder in unser Leben lassen. Davon absehen, jeden politischen Gegner zu entmenschlichen und uns selbst hinterfragen, wenn solche Gedanken aufkommen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn genau dort entscheidet sich, ob eine Gesellschaft verroht oder nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schäme mich für meinen ersten Gedanken. Aber vielleicht ist genau das wichtig: Dass man es erkennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Verrohung&nbsp; beginnt nicht mit Gewalt. Sie beginnt im Kopf. Und manchmal mit einem einzigen Wort: </p>



<p class="has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>„Schade“</strong></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Bild: Privat Klaus Ulinski</p>
<div style="text-align:left" class="yasr-auto-insert-visitor"></div><p><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F26%2Fschade%2F&amp;linkname=%E2%80%9CSchade%E2%80%9D" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F26%2Fschade%2F&amp;linkname=%E2%80%9CSchade%E2%80%9D" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F26%2Fschade%2F&amp;linkname=%E2%80%9CSchade%E2%80%9D" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F26%2Fschade%2F&amp;linkname=%E2%80%9CSchade%E2%80%9D" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_x" href="https://www.addtoany.com/add_to/x?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F26%2Fschade%2F&amp;linkname=%E2%80%9CSchade%E2%80%9D" title="X" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F26%2Fschade%2F&amp;linkname=%E2%80%9CSchade%E2%80%9D" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F26%2Fschade%2F&amp;title=%E2%80%9CSchade%E2%80%9D" data-a2a-url="https://forumwk.de/2026/04/26/schade/" data-a2a-title="“Schade”"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/04/26/schade/">“Schade”</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
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		<title>Wie funktioniert Kommunalpolitik? Ausschuss für Kultur, Freizeit und Tourismus&#160;</title>
		<link>https://forumwk.de/2026/04/18/wie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Ulinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2026 11:27:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik/Wirtschaft/Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik verständlich erklärt]]></category>
		<category><![CDATA[Wie funktioniert Kommunalpolitik?]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://forumwk.de/?p=7957</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kulturpolitik vor Ort Der Ausschuss für Kultur, Freizeit und Tourismus der Stadt Wermelskirchen befasst sich mit Fragen, die das gesellschaftliche Leben der Stadt unmittelbar prägen. Im Mittelpunkt stehen kulturelle Veranstaltungen, die Arbeit von Vereinen und Initiativen, Freizeitangebote sowie die Rolle von Kultur für Lebensqualität, Begegnung und Identität. Die Ausschussarbeit ist dabei weniger von großen Projekten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-text-align-justify"><strong>Kulturpolitik vor Ort</strong></h2>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Der <strong>Ausschuss für Kultur, Freizeit und Tourismus</strong> der Stadt Wermelskirchen befasst sich mit Fragen, die das gesellschaftliche Leben der Stadt unmittelbar prägen. Im Mittelpunkt stehen kulturelle Veranstaltungen, die Arbeit von Vereinen und Initiativen, Freizeitangebote sowie die Rolle von Kultur für Lebensqualität, Begegnung und Identität.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Die Ausschussarbeit ist dabei weniger von großen Projekten geprägt als von der Aufgabe, bestehende Angebote zu sichern und weiterzuentwickeln – oft unter engen finanziellen Rahmenbedingungen. Eine zentrale Rolle spielt das Ehrenamt, das einen Großteil des kulturellen Lebens in Wermelskirchen trägt. Aktuelle Themen wie die Zukunft der Musikschule oder die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern zeigen, wie sehr Kulturpolitik auf kommunaler Ebene von Abwägungen und Kooperationen bestimmt wird.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Vorsitzender des Ausschusses ist <strong>Oliver Platt</strong>, 57 Jahre alt, gebürtiger Wermelskirchener, verheiratet und Vater von drei Kindern. Der Bäckermeister ist seit 42 Jahren bei der Bäckerei Evertzberg tätig, seit 2018 als Geschäftsführer. Politisch engagiert er sich seit 2009 beim Bürgerforum, ist seit 16 Jahren Mitglied des Rates der Stadt Wermelskirchen, seit zehn Jahren Fraktionsvorsitzender und seit fünf Jahren Vorsitzender dieses Ausschusses.</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Im folgenden Interview spricht Oliver Platt darüber, welche Rolle Kulturpolitik in Wermelskirchen spielt, vor welchen Herausforderungen der Ausschuss steht und warum kulturelles Engagement ohne Ehrenamt nicht denkbar ist</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Forum:</strong> Sie beschreiben Kulturpolitik als Teil der Identität und Lebensqualität einer Stadt. Welche Bedeutung hat Kulturpolitik aus Ihrer Sicht konkret für eine Stadt wie Wermelskirchen?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>(O. Platt): Kulturpolitik ist für eine Stadt wie Wermelskirchen ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Identität und Lebensqualität. Sie trägt dazu bei, das Stadtleben lebendig zu halten, Begegnungen zu ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Gerade in einer mittelgroßen Stadt ist Kulturpolitik weniger Prestigeprojekt als vielmehr ein Instrument, um Teilhabe zu fördern, lokale Akteure zu unterstützen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Forum:</strong> Wenn Kulturpolitik vor allem Teilhabe, Begegnung und das Gemeinschaftsgefühl stärken soll: Welche Themen und Projekte prägen aktuell die praktische Arbeit Ihres Ausschusses?</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-794e3cfa wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>(O. Platt): Die Arbeit des Ausschusses ist geprägt von einer Mischung aus Bewahrung bestehender Angebote</em><strong><em>. </em></strong><em>Dazu zählen unter anderem die Unterstützung kultureller Veranstaltungen, die Arbeit von Vereinen und Initiativen, Fragen der Nutzung und Weiterentwicklung städtischer Räume sowie die Verzahnung von Kultur, Freizeit und Tourismus. Auch Themen wie Ehrenamt, Nachwuchsförderung und die Sichtbarkeit kultureller Angebote spielen eine zentrale Rolle. Nachdem es uns in der letzten Wahlperiode gelungen ist, die Kulturelle Kooperation mit der Stadt Burscheid hinzubekommen, haben wir aber auch zusätzlich ein sehr wichtiges und aktuelles Thema bekommen, was noch in diesem Jahr innerhalb unseres Ausschusses bearbeitet und beschlossen werden muss. </em></p>
</div>
</div>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>Es geht um die Zukunftssicherung der Musikschule, die durch das Herrenbergurteil nur noch bis Ende diesen Jahres gesichert ihren Betrieb aufrechterhalten kann. Hier werden wir Lösungen erarbeiten müssen, was eine große Herausforderung sein wird und wo unser Ausschuss gefragt sein wird.&nbsp;</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Forum:</strong> Sie sprechen dabei sowohl von bestehenden Angeboten als auch von großen aktuellen Herausforderungen wie der Zukunft der Musikschule. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Nach welchen Kriterien wird eigentlich entschieden, welche kulturellen Angebote durch die Stadt gefördert werden?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>(O. Platt): Bei dieser Frage zeigt sich in meiner Antwort das große Dilemma in der die Kommunalpolitik festhängt. Jede Förderungen der Stadt, lassen sich nur über die freiwilligen Leistungen im Haushalt darstellen. Und weil dort kein Spielraum ist, kommt da auch von Seiten der Stadt nicht wirklich Bahnbrechendes. Nur wenn es Fördertöpfe aus Bund oder Land gibt, profitieren Vereine. Dabei gesetzt ist die finanzielle Unterstützung des Kulturbereiches der Katt, sowie die Stadtbücherei und in Teilen noch in diesem Jahr die Musikschule. Für diese drei aufgezeigten Institutionen, ist auch der Kulturausschuss zuständig, hier werden in Teilen oder auch komplett die Finanzierung durch die Stadt gesichert.&nbsp;</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Forum:</strong> Sie machen deutlich, dass finanzielle Spielräume eng sind und viele Angebote von externen Förderungen abhängen. Unabhängig davon: Welche Rolle spielen Freizeit- und Kulturangebote insgesamt für die Attraktivität Wermelskirchens als Stadt?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>(O. Platt): Freizeit- und Kulturangebote sind ein entscheidender Standortfaktor. Sie beeinflussen, wie lebenswert eine Stadt wahrgenommen wird – sowohl von den Menschen, die hier leben, als auch von Gästen oder potenziellen Neubürgerinnen und Neubürgern. Ein vielfältiges Angebot steigert die Aufenthaltsqualität, fördert soziale Kontakte und stärkt die Bindung an die Stadt.</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Forum:</strong> Wenn Kultur ein wichtiger Standortfaktor ist, zugleich aber finanzielle Grenzen bestehen: Wie kann es gelingen, kulturelle Vielfalt in Wermelskirchen trotzdem dauerhaft zu sichern?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>(O. Platt): Kulturelle Vielfalt lässt sich vor allem durch </em><strong><em>Kooperation, Kreativität und Engagement</em></strong><em> sichern. Die Zusammenarbeit mit Vereinen, Initiativen, Ehrenamtlichen und regionalen Partnern ist dabei entscheidend (Zusammenarbeit mit Burscheid). Aber hier muss allen klar sein, ohne Ehrenamt geht hier gar nichts. Wir haben hier in Wermelskirchen so viele engagierte Ehrenamtler, die Wermelskirchen zur Kulturellen Hauptstadt im Bergischen Land macht.&nbsp;</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><strong>Forum:</strong> Sie betonen dabei besonders die Bedeutung des Ehrenamts. Abschließend gefragt: Was macht Wermelskirchen aus kultureller Sicht besonders – und wo liegen aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die Zukunft?</p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph"><em>(O. Platt): Besonders an Wermelskirchen ist die starke Rolle des Ehrenamts und der lokalen Initiativen, die das kulturelle Leben maßgeblich prägen. Die Herausforderung besteht darin, diese Vielfalt langfristig zu sichern, neue Zielgruppen zu erreichen und gleichzeitig mit begrenzten finanziellen und räumlichen Ressourcen umzugehen. Gerade darin liegt aber auch eine Chance: Kultur kann hier sehr nah an den Menschen gestaltet werde</em></p>



<p class="has-text-align-justify wp-block-paragraph">Vielen Dank für das Gespräch<em>.</em></p>



<p class="has-text-align-justify has-small-font-size wp-block-paragraph">Fotos: Klaus Ulinski / Oliver Platt</p>
<div style="text-align:left" class="yasr-auto-insert-visitor"></div><p><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F18%2Fwie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus%2F&amp;linkname=Wie%20funktioniert%20Kommunalpolitik%3F%20Ausschuss%20f%C3%BCr%20Kultur%2C%20Freizeit%20und%20Tourismus%C2%A0" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F18%2Fwie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus%2F&amp;linkname=Wie%20funktioniert%20Kommunalpolitik%3F%20Ausschuss%20f%C3%BCr%20Kultur%2C%20Freizeit%20und%20Tourismus%C2%A0" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F18%2Fwie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus%2F&amp;linkname=Wie%20funktioniert%20Kommunalpolitik%3F%20Ausschuss%20f%C3%BCr%20Kultur%2C%20Freizeit%20und%20Tourismus%C2%A0" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F18%2Fwie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus%2F&amp;linkname=Wie%20funktioniert%20Kommunalpolitik%3F%20Ausschuss%20f%C3%BCr%20Kultur%2C%20Freizeit%20und%20Tourismus%C2%A0" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_x" href="https://www.addtoany.com/add_to/x?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F18%2Fwie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus%2F&amp;linkname=Wie%20funktioniert%20Kommunalpolitik%3F%20Ausschuss%20f%C3%BCr%20Kultur%2C%20Freizeit%20und%20Tourismus%C2%A0" title="X" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F18%2Fwie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus%2F&amp;linkname=Wie%20funktioniert%20Kommunalpolitik%3F%20Ausschuss%20f%C3%BCr%20Kultur%2C%20Freizeit%20und%20Tourismus%C2%A0" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fforumwk.de%2F2026%2F04%2F18%2Fwie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus%2F&amp;title=Wie%20funktioniert%20Kommunalpolitik%3F%20Ausschuss%20f%C3%BCr%20Kultur%2C%20Freizeit%20und%20Tourismus%C2%A0" data-a2a-url="https://forumwk.de/2026/04/18/wie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus/" data-a2a-title="Wie funktioniert Kommunalpolitik? Ausschuss für Kultur, Freizeit und Tourismus&nbsp;"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://forumwk.de/2026/04/18/wie-funktioniert-kommunalpolitik-ausschuss-fuer-kultur-freizeit-und-tourismus/">Wie funktioniert Kommunalpolitik? Ausschuss für Kultur, Freizeit und Tourismus&nbsp;</a> erschien zuerst auf <a href="https://forumwk.de">Forum Wermelskirchen</a>.</p>
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