Beobachtungen am rechten Rand der Kreis-Union

Zoff um Ferkel-Montage bei der “WerteUnion” im Rheinisch-Bergischen Kreis

VON WALTER SCHULZ

Rheinisch-Bergischer Kreis | Was die WerteUnion unter Werten versteht: Auf den Accounts rheinisch-bergischer CDU-Politiker mit WerteUnion(WU)-Hintergrund zeigt sich christdemokratische Spaltpilzbildung. Rechtsextreme dürfen pöbeln und offen für den Anschluss an AfD und LKR (Liberal-Konservative Reformer von AfD-Gründer Bernd Lucke) werben. Und WU-Vorstandsmitglied Kellmann teilt immer wieder mit, die CDU sei nicht mehr wählbar.

Aktueller AUFREGER nach der Wahl von Armin Laschet zum CDU-Bundesvorsitzenden ist eine geschmacklose Fotomontage mit dem tiefen Dekolleté von Kanzlerin Angela Merkel und dem Kopf von Armin Laschet. Sie steht auf der Facebookseite des CDU-Kreistagsabgeordneten und WerteUnion-Sympathisanten Diego R. Faßnacht. Sylvia Wöber-Servaes, CDU-Kreistagsabgeordnete, reagierte betroffen: “Ich finde diese Bilder niveaulos. Warum denn so eine Hetze? Solidarität ist gefragt oder??? Wie wollen wir denn sonst die Bundestagswahl gewinnen??”

Auch der abgedankte CDU-Stadtrat Bernd de Lamboy steuert eine Merkel/Laschet-“Satire” bei. Sein Text: “Ich schaffe euch.” Zu den drei Reden bei der Vorsitzendenwahl schreibt er: “Beste Rede : Röttgen oder Merz, Laschet muss damit raus sein. Mit solch einer Rede darf man nicht vorsitzen.”

CDU-Kreistagsmitglied und Kreispolizeiratschef Klaus-Dieter Becker erkennt derweil “Die panische Angst der CDU vor klarem Profil…” Kurz vor der letzten Wahl hatte Becker noch seinen unverblümten Aufruf für ein Liken der Seite von AfD-Meuthen von seiner Facebook-Seite entfernt. Auch der Journalist aus dem Haus DuMont/Schauberg, Dirk Volkmann, von der FDP inzwischen nach rechts gedriftet, fühlt sich in dem Gemisch von WU und Rechtsextremen wohl. Er kommentiert aktuell: “Spahns Verhalten war absolut geschmacklos.”

Da lässt sich der Kreissprecher der AfD, Torsten Jungbluth, bei CDU-Faßnacht nicht lumpen: “Deutschland hat in den letzten knapp hundert Jahren zwei sozialistische Regime überstanden. Ein drittes ist bitter, aber das schaffen wir auch noch.” Ulli S. findet nach der Merz-Niederlage: “Die letzte Patrone wurde verschossen. Glückwunsch zum Untergang.”

Auf dem Account von Udo Kellmann, Schatzmeister des CDU-Stadtverbandes Bergisch Gladbach und Vorstandsmitglied der Bundes-WerteUnion sowie größter Fan von Dr. HG Maaßen verkündet ein Hans-Jochen B. “4.000 Parteieintritte der Werte-Unionisten in die AfD könnte den rechten Rand weiter marginalisieren und eine schlagkräftige bürgerlich-konservative Kraft schaffen.” Und Matthias B.: “Die Werte Union sollte sich abspalten.”

Udo Kellmann höchstselbst in einem Anflug von Selbstüberschätzung: “Ich habe 18 Jahre Frau Dr. Merkel als Vorsitzende überstanden, und jetzt 2 Jahre AKK. Und darum werde ich auch die 2 Jahre Laschet ertragen. Die Frage ist vielmehr, wird er auch mich ertragen können?” Und Kellmann über Bundesverdienstkreuzträger und Ex-Europapolitiker Elmar Brok: “Wenn die CDU diesen “Onkologen”, diesen Hetzer, Hasser und Spalter wieder in den Bundesvorstand wählt, dann ist die Partei wirklich auf den Hund gekommen…”

Den Kampf gegen den Corona-Tod sieht Werte-Mann Kellmann fast ausschließlich unter dem Aspekt der Notzeiten für Handel und Wirtschaft: “Und wenn dann dieser Staat ungerechte Maßnahmen zu meinen Lasten verhängt, und das noch für einen Sachverhalt, an dem ich keinerlei Schuld trage, dann ist Schluss mit Lustig.” Was immer das bedeuten mag?! An einer anderen Stelle deutet er – auch wenn das sarkastisch gemeint sein sollte – auf die Möglichkeit von Steinigungen wie in früheren Jahrhunderten hin. (Quellen: Udo Kellmann, Diego R. Faßnacht bei FACEBOOK. Fotos: Diego R. Faßnacht, Udo Kellmann mit Maaßen, Montagen bei Faßnacht und Montage von de Lamboy. Quelle: öffentliche Facebookseiten.)

Die Beleidigungen innerhalb der CDU Rhein-Berg gehen munter weiter. Klaus-Dieter Becker, CDU-Kreistagsmitglied in Bergisch Gladbach, Kreispolizeibeiratsvorsitzender, Personalausschusschef, Mitglied im Kreisparteivorstand, hatte den neuen Bundesparteichef Armin Laschet am Wochenende bei Facebook mit “Lusche(t)” bezeichnet.

© Klaus-Dieter Becker/Facebook

Der Landtagsabgeordnete und Ehrenvorsitzende der CDU-Kreispartei, Rainer Deppe MdL, forderte Becker auf, das zu korrigieren. Und er schrieb: ” Liebe Leser, das ist MEINE Facebook-Seite. Diskussionen zu dem jeweils von mir aufgerufenen Thema lasse ich gerne zu. Ich lege Wert auf einen sachlichen und menschlich angemessenen Tenor. Persönliche Angriffe und gar Verunglimpfungen des Namens toleriere ich nicht, auch wenn ich weiß, dass so etwas auf anderen Seiten leider üblich ist. Bei mir nicht. Solche Beiträge werden gelöscht.”

Am Montagmorgen war die Beleidigung verschwunden. Deppe spielte bei seinem Post vor allem auf die Accounts der rheinisch-bergischen WerteUnion’ler an, auf deren Seiten sich Beleidigungen und Hetze auch aus dem rechten Spektrum breit machen. Die umstrittene Dekolleté-Montage Merkel/Laschet war am Montag immer noch im Netz. (Becker ist übrigens auch bei einer Organisation christlicher Unternehmer aktiv . . .)

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

    • Stefan M. Schäfer
    • 19.01.21, 22:26 Uhr

    Torsten Jungbluth ist also Kreissprecher der AfD ?

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    • Dagmar Richter
    • 29.01.21, 14:12 Uhr

    Verstehe.
    In der CDU ist jeder irgendwie Nazi, wer nicht der Parteilinie folgt oder eine Meinung zum Thema äußert.
    Vorschlag:
    Das ist hier kein Tummelplatz für Leute wie Sie.
    Schreiben Sie bitte künftig woanders.
    Danke

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    • Grauganz
    • 29.01.21, 14:20 Uhr

    Liebe Frau Richter,

    können Sie mir behilflich sein und mir verraten, wo das steht, daß jeder in der CDU ein NAZI sei, wenn er nicht der Parteilinie folgt? Und was meinen Sie, bitte, mit der Formulierung “Leute wie Sie”? Und woher wissen Sie, wer sich im Forum Wermelskirchen tummeln darf?

    Wolfgang Horn

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      • Dagmar Richter
      • 29.01.21, 14:34 Uhr

      Ich habe auch Armin Laschet unterstützt und freue mich, das er gewählt wurde.
      Ich kann es aber nicht leiden, wenn offenkundige CDU- Mitglieder gegen Mitglieder der eigenen Partei nach der Wahl hetzen, nur weil sie einen anderen Kandidaten wollten

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