Durch die durch Bauarbeiten auf der Landebahn des Kölner Flughafens veursachten Umleitungen fliegen derzeit mehr Flieger über das Oberbergische

“Mobile Redaktion”

Von Wolfgang Horn

Wermelskirchen | “Mobile Redaktion” nennt sich das, wenn zwei Redakteurinnen der Bergischen Morgenpost und zwei weitere Mitarbeiter des Verlages unter einem gelben Sonnenschirm und an gelben sowie blauen Stehtischen bei 30 Grad am Rande des Rhombus-Geländes auf einen der Miteigentümer der schrecklichen Brache und auf 17 Kommunalpolitiker und Stadtverordnete samt Bürgermeister treffen. Bei Wasser, Instantkaffee und Gebäck.

„Zukunftsideen für Wermelskirchen“ sollten diskutiert werden, hier, wo sich das „Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept“ für die Innen-Stadtgestaltung eine tragende Rolle als Bildungs- und Technologiestandort vorstellen kann und die Rheinische Fachhochschule Köln schon signalisiert hat, sie könne sich eine Zweigstelle in Wermelskirchen auf diesem Gelände durchaus ausmalen.

Vielleicht war es einfach zu warm, vielleicht schon zuviel Schulferien: Normale Bürger, solche ohne Parteibuch, jene, die tagtäglich an diesem Schandfleck mitten in der Stadt neben dem Rathaus vorbei müssen, konnten nicht zum “Dialog” mit der Kommunalpolitik bewegt werden. Weniger als eine Handvoll hatten sich zum Rhombus-Parkplatz aufgemacht. So fand statt, was immer stattfindet, meist jedenfalls: Kommunalpolitiker sprechen miteinander, untereinander. In diesem Fall mit einem der Miteigentümer, Sven Schulte.

Der beeilte sich darzulegen, daß es sich bei der schäbigen Industriebrache doch um eine Superfläche, ein Filetstückchen mitten im Herzen der Stadt handele. An einem kleinen Holzmodellchen, neben dem Flipchart mit dem Plan des Geländes, mühte sich Schulte, die vielfältigen Optionen sichtbar zu machen. Von mehrstöckigen Gebäuden, von Hotels, Arztpraxen, Wohnhäusern oder Gewerbeflächen war die Rede, von Schul- und Hochschulbauten und Geschäften. Flink wurden die Miniklötzchen auf der Modellfläche hin und her verschoben, um die Thesen zu untermauern. Einem albanischen Hütchenspieler auf dem Berliner Alexanderplatz nicht ganz unähnlich. Warum er die Fläche nicht schon vor Jahrzehnten in Ordnung gebracht habe, wurde er gefragt. Schulte verschanzte sich, mal wieder, dahinter, daß die Erbengemeinschaft eben nicht einig sei. Seit langem.

Interessant war es schon. Eben nur kein Bürgerdialog. Das kann auch nicht immer gelingen.

Ein paar Impressionen:

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